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Weißt du warum es so ist? Hast
du dich je gewundert, warum sich eine Nonne von Kopf bis Fuß verhüllen
kann und dafür respektiert wird, sich Gott zu widmen... ...aber wenn eine Muslima dies tut, wird sie unterdrückt? Wieso ein Jude sein Bart wachsen lassen kann und er nur sienen Glauben praktiziert... ...aber wenn ein Muslim dies tut, ist es ein Extremist? Wenn eine wstliche Frau sich um den Haushalt und Kinder kümmert, opfert sie sich und trägt dem Haushalt gutes bei... ...aber wenn eine Muslima dies tut, muss sie befreit werden? Wenn ein Christ oder Jude jemanden tötet, wird seine Religion nicht erwähnt... ...aber wenn ein Muslim mit einem Verbrechen belastet wird, ist es der Islam, der vor Gericht geht!
Leben nach der Geburt
Es waren einmal drei. Einer von diesen ist der kleine Gläubige, einer
der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.
Der kleine Zweifler fragt:
Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?
Der kleine Gläubige:
Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir
wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir
dann stark genug sind für das, was uns erwartet.
Der kleine Skeptiker:
Blödsinn, das gibt es doch nicht, wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?
Der kleine Gläubige:
Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller als
hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund
essen.
Der kleine Skeptiker:
So ein Quatsch! Herumlaufen geht doch gar nicht. Und mit dem Mund
essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns
ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt
gibt, weil die Nabelschnur ja jetzt schon viel zu kurz ist.
Der kleine Gläubige:
Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.
Der kleine Skeptiker:
Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt. Mit der
Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine einzige Quälerei.
Und dunkel.
Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben
nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter
sehen.
Der kleine Skeptiker:
Mutter?! Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?
Der kleine Gläubige:
Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.
Der kleine Skeptiker:
Ach hör doch auf! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas gemerkt, also gibt es sie auch nicht.
Der kleine Gläubige:
Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören... oder
spüren, wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall,
dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt...
 ESMA'ÜL-HÜSNA Allah, er-Rahmân, er-Rahîm, el-Melik, el-Kuddûs, es-Selâm, el-Mü'min, el-Müheymin, el-Azîz, el-Cebbâr, el-Mütekebbir, el-Hâlýk, el-Bâri', el-Musavvir, el-Gaffâr, el-Kahhâr, el-Vehhâb, er-Rezzâk, el-Fettâh, el-Alîm, el-Kâbýd, el-Bâsýt, el-Hâfýd, er-Râfi, el-Muiz, el-Müzill, es-Semi', el-Basîr, el-Hakem, el-Adl, el-Lâtîf, el-Habîr, el-Halîm, el-Azîm, el-Gafûr, eþ-Þekûr, el-Aliyy, el-Kebîr, el-Hafîz, el-Mukît, el-Hasîb, el-Celîl, el-Kerîm, er-Rakîb, el-Mücîb, el-Vâsi', el-Hakîm, el-Vedûd, el-Mecîd, el-Bâis, eþ-Þehîd, el-Hakk, el-Vekîl, el-Kaviyy, el-Metîn, el-Veliyy, el-Hamîd, el-Muhsî, el-Mübdî, el-Muîd, el-Muhyî, el-Mümît,> el-Hayy, el-Kayyûm, el-Vâcid, el-Mâcid, el-Vâhid, es-Samed, el-Kâdir, el-Muktedir, el-Mukaddim, el-Muahhir, el-Evvel, el-Âhir, ez-Zâhir, el-Bâtýn, el-Vâli, el-Müteâlî, el-Berr, et-Tevvâb, el-Müntakim, el-Afüvv, er-Raûf, Mâlikü'l-Mülk, Zü'l-Celâli ve'l-Ýkrâm, el-Muksit, el-Câmi', el-Ganiyy, el-Muðni, el-Mâni', ed-Dârr, en-Nâfi', en-Nûr, el-Hâdi, el-Bedî', el-Bâkî, el-Vâris, er-Reþîd, es-Sabûr.
Von einer Nacht, die besser ist als
tausend Monate
I’tikaf und Lailatul-Qadr
Zwei Drittel des Ramadan sind
bereits verstrichen, wie alle freudigen Tage vergingen auch diese für die fastenden
Gläubigen wie im Fluge. Und wie bei vielen Angelegenheiten hat auch beim Ramadan das
Ende, hier das letzte Drittel, eine ganz besondere Bedeutung.
Die letzten zehn Tage im Ramadan sind nämlich die Zeit, die für einen Muslim am
ertragreichsten sein können und denen deshalb ganz besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung
geschenkt werden sollte, und zwar durch
- vermehrten Gottesdienst in den letzten Nächten des Ramadan#
- Durchführen des I’tikaf (des Sich-Zurückziehens in die Moscheen)
- Suche nach der Lailatul-Qadr, der Nacht der Bestimmung, und Vollbringen
besonders vieler Gottesdienste ihn ihr
Vermehrter Gottesdienst in den letzten Nächten des Ramadan
In den letzten zehn Nächten des Ramadan erfüllt uns eine hoffnungsfreudige Stimmung,
vielleicht sogar fiebrige Erwartung, weil es in ihnen eine sehr wichtige Nacht gibt.
Deshalb gibt es keine bessere Gelegenheit und Zeit als diese letzten zehn Tage, um sich
besonders mit Ibadaat (Gottesdiensten) zu beschäftigen, auch weil unsere Körper
bereits durch das Fasten im Ramadan an eine gewisse Disziplin in den Ibadaat
gewöhnt sind.
Von Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr (r), die gesagt hat:
„Der Prophet, Allahs Heil und Frieden auf ihm (saws), pflegte, wenn die zehn (letzten
Nächte) des Ramadan kamen, sein Gewand (zum Gebet) herzurichten und die Nacht über zu
wachen und seine Familie aufzuwecken.“ (Buckari)
Bereits vor seiner Gesandtschaft und der Offenbarung pflegte der Prophet Muhammad (saws)
sich im Ramadan in die Höhle Hira zurückzuziehen und eine gewisse Zeit mit Meditation
und Nachdenken zu verbringen. So wurde er auch auf die schwere Zeit der späteren
koranischen Offenbarung vorbereitet.
Die letzten zehn Tage sollen empfehlungsgemäß mit vielen Gebeten, Koranlesen, Dhikr
(Gedenken an Allah), Du’a (Bittgebeten) und Nachsinnen über die Schöpfung
Allahs verbracht werden, wodurch unser Geist wieder „auftanken“ kann. So folgen
wir in den letzten zehn Tagen des Ramadan unserem geliebten Propheten Muhammad (saws), wie es
oben im Hadith beschrieben ist.
Durchführen des I’tikaf
Aischa (r), die Gattin des Propheten (saws) berichtete:
„Der Prophet, Allahs
Segen und Frieden auf ihm, pflegte sich in den letzten zehn Tagen des Monats Ramadan
zurückzuziehen, bis Allah, der Erhabene, ihn sterben ließ. Nach seinem Tod pflegten sich
auch seine Frauen zurückzuziehen.“ (Buckari)
I’tikaf bedeutet dem Wort nach „sich an einen Ort verschließen und warten“.
Als islamischer Fachbegriff bedeutet der I’tikaf, sich in eine Moschee zu begeben, um
– sei es auch nur für eine kurze Zeit – sich von den geistigen und
körperlichen Sünden und Verfehlungen zu entfernen und danach zu trachten, vollständig
in eine Atmosphäre voller Harmonie, innerer Ausgeglichenheit und Gottesruhe einzutauchen
und auf diese Weise für eine Weile nur mit dem Schöpfer alleine zu verweilen.
Allah gab uns Muslimen diese Möglichkeit des I’tikaf, damit wir uns auf die
Situation des Grabes vor der Auferstehung vorbereiten können, wenn wir dort allein sind
und niemanden haben außer Allah. Dort wird es zudem keinen geben, der uns Trost schenkt
oder Zuflucht gibt, außer Ihm.
Der große Gelehrte Atâ bemerkte:
„Jemand, der sich in den I’tikaf begibt,
ist wie jemand, der sich vor die Tür eines großen Königs begibt, weil er von ihm etwas
benötigt und sagt: ‚Solange mein Bedürfnis nicht gestillt wird, werde ich nicht von
hier weichen’. Und dieser ist in das Gotteshaus eingetreten und sagt: ‚Wenn Du
mir nicht vergibst, dann weiche ich nicht von dieser Stelle’”.
Für einen Gläubigen, der viel Druck und Stress fühlt - gerade in diesen für die
Muslime schwierigen Zeiten - kann der I’tikaf zu einem Ruhepunkt und zu einer „geistigen
und seelischen Erholung“ werden. Es ist, als ob er in den Tagen des I’tikaf die
„Himmelfahrt übt“ und bei Allah Zuflucht sucht mit seinen Gebeten und Duas. Mit
diesen und anderen Gottesdiensten ergibt er sich vollends und freiwillig seinem Schöpfer.
Der I’tikaf befreit ihn für einige Tage von störenden Einflüssen, die z.B.
durch ein Übermaß an Essen, geschlechtlichen Beziehungen, Reden, Schlafen usw. entstehen
können und die den Wert seiner Ibadaat schmälern können. Wenn diese
Störfaktoren auf ein Mindestmaß reduziert werden, ist der Weg frei für die Begegnung
mit Allah.
Deswegen ist es angeraten, dass ein Muslim mindestens einmal im Leben in den I’tikaf
geht, wenn möglich natürlich öfter. Es sollten sich aber stets einige Muslime in der
Moschee befinden, die im letzten Drittel des Ramadans diese Sunna pflegen.
Da durch die ersten 20 Tage des Ramadan die Sinne und der Geist für das Wesentliche
bereits geschärft wurden, ist im letzten Drittel des Ramadan während des I’tikaf
eine größere Hingabe und Demut in den Gottesdiensten möglich.
Es wird berichtet, dass Ibn Abbas (r) einmal vor dem Grab des Propheten (saws) stand,
darauf deutete und folgendes sagte:
„Ich hörte den, der hier im Grab liegt,
folgendes sagen: ‚Wer einen Tag in den I’tikaf geht um Allahs Wohlgefallen zu
erlangen, für den wird Allah eine Entfernung von drei großen Graben zwischen ihm und dem
Feuer legen, die größer sind als (die Entfernung) zwischen Ost und West.“
(Baihaqi, Tabarani)
Auch lehrt uns der I’tikaf, wie das diesseitige Leben im Vergleich zum Jenseits zu
bewerten ist; der I’tikaf kann uns als Prüfstein dafür dienen, ob wir uns auf dem
rechten Weg befinden. In diesen Tagen ist es somit möglich, den Staub der Welt
abzuklopfen. Obwohl es im Islam kein Mönchtum gibt, ist es eine gute Gepflogenheit, wenn
wir uns für zehn Tage in der besten Zeit des Jahres in Klausur begeben.
Suche nach der Lailatul-Qadr und Vollbringen besonders vieler Gottesdienste ihn
ihr
„Wir haben ihn ja herabgesandt in der Nacht der Bestimmung. Und was lässt dich
wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend
Monate, Es kommen die Engel herab und der Geist in ihr, mit der Erlaubnis ihres Herrn, zu
jeder Angelegenheit, Frieden ist sie, bis zum Aufgehen der Morgendämmerung.“
(97:1-5)
Von Abu Huraira (r), der gesagt hat:
„Allah Gesandter (saws) hat gesagt: ‚Wer
die Lailatul-Qadr über (im Gebet) steht und auf sie trifft im Glauben und Hoffnung (auf
den Lohn des Jenseits), dem wird vergeben, was von seinen Sünden vorausgegangen ist.“
(Muslim)
Von ’Ubada ibn as-Samit, der gesagt hat:
„Der Prophet (saws) kam heraus, um uns
über die Lailatul-Qadr zu unterrichten. Da stritten sich zwei Männer von den Muslimen,
und er sagte: ‚Ich bin herausgekommen, um euch über die Lailatul-Qadr zu
unterrichten, und der und der haben sich gestritten, und es wurde von mir genommen,
und das ist wohl gut für euch, also sucht sie in der neunten, der siebten und der
fünften (Nacht) “ (Buckari)
Anas ibn Malik (r) berichtete:
„Der Gesandte Allahs (saws) sagte: ‚Wer immer,
bis der Ramadan zu Ende geht, das Abend- und Nachtgebet mit der Gemeinschaft verrichtet,
der wird in der Lailatul-Qadr viel Freude daran empfinden.’” (Baihaqi)
Die Lailatul-Qadr ist für die Gläubigen Sicherheit und Schutz. Sie ist Güte und
Frieden. Die Lailatul-Qadr ist der Kern und die Quelle des Ramadan, denn in dieser Nacht
kam der Koran vom Lauh Mahfudh (der wohlverwahrten Tafel in die Himmel der
Menschen herab und der Engel Gabriel (Dschebrail) brachte dem Propheten Muhammad (saws) die ersten
offenbarten Verse. Von da ab wurde der Koran, die allumfassende Wahrheit und der Kern der
Barmherzigkeit für die Menschen, nach und nach offenbart. Aus diesem Grund ist diese
Nacht besser als tausend Monate oder als ein ganzes Menschenleben.
Wer diese gesegnete Nacht verpasst, der hat fürwahr eine große Chance vertan. So ist
es nach dem zitierten Hadith angeraten, die Lailatul-Qadr in den letzten zehn Tagen der
ungeraden Nächte im Ramadan zu suchen.
Anas (r) berichtet, dass der Gesandte Allahs (saws) gesagt hat:
„Wenn die Lailatul-Qadr anbricht, kommt Dschibrail in Begleitung von Engeln herab und bittet um
Barmherzigkeit für den Knecht (Allahs), der sich mit Gottesdiensten beschäftigt und
Allahs gedenkt, während er steht oder sitzt.“ (Baihaqi)
Es gibt eine wunderbare Überlieferung, in der die Mutter der Gläubigen Aischa
(r), den Propheten (saws) fragte:
„O Gesandter Allahs, wenn ich weiß, welche Nacht die
Lailatul-Qadr ist, was sollte ich dann sagen?“
Er wies sie dann an zu sprechen:
Allahumma
innaka ’afuwwun tuhibbu l-’Afwa fa’fu ’annii.
Das bedeutet:
O
Allah, Du bist der Vergebende, und Du liebst die Vergebung, so vergib mir. (Ahmad, Ibn
Madscha, Tirmidhi)
Die beschriebene Nacht hat einen „Wert“ von über tausend Monaten oder -
anders ausgedrückt - von mehr als 83 Jahren. Ein aufrichtiger Gläubiger, der sich Tag
und Nacht wegen seiner Sünden Sorgen macht, erwartet geduldig und voller Freude diese
Nacht im Ramadan. Er hofft, in dieser Nacht Vergebung zu finden, da sein Gottesdienst in
dieser Nacht einem Gottesdienst von mehr als 83 Jahren gleichkommt, also vielleicht sogar
mehr als einem ganzen Menschenleben. Wenn sein Gottesdienst angenommen wird, kann er mit
einem Schlag sämtliche vorherigen Sünden auslöschen.
Der Gottesdienst in dieser Nacht kann unterschiedlich gestaltet werden. Wenn man
arbeitet, sollte man nach Möglichkeit den folgenden Tag frei nehmen, um an diesem Abend
lange wach bleiben zu können. Das wäre besser, weil die Nacht in der Regel ausgefüllt
ist mit längeren Gebeten, Koranlesen und Dhikr. Man sollte aber während der
Gottesdienste auch auf Unterbrechungen und Pausen achten.
Nur wenn wir unsere Herzen von Gier, Eitelkeit, Neid und Bosheit gereinigt haben und
unsere Herzen der Liebe zur Wahrheit, der Schönheit und Gerechtigkeit Platz gemacht
haben, können wir hoffen, dass Allah uns vergibt und hilft. So sollten wir alle in dieser
historischen und heiligen Nacht, wenn Allah Seine Engel herabsendet, darum beten, dass
Allah unsere Gebete erhört und uns Vergebung schenkt.
Möge Allah unsere Herzen reinigen, unseren Glauben stärken und uns befähigen,
jegliche Hindernisse auf dem Weg zu Ihm zu überwinden. Möge Er uns zudem gestatten, nur
Ihm in unseren Handlungen zu dienen, sowohl mit unserer Arbeit, in der Schule oder im
Studium, in unserer Familie und auch sonst überall. Möge Er es uns ermöglichen, wenn
die Zeit kommt, endgültig zu Ihm zurückzukehren, mit denen zusammen zu sein, die Er
liebt und die Ihn lieben.
Möge Er uns in der Lailatul-Qadr mit Segen und Barmherzigkeit überhäufen und
uns mit Seinen größten Gaben versorgen. Amin.
Der Fastenmonat Ramadan
Am 13. September war es wieder soweit: Für über eine
Milliarde Muslime weltweit begann an diesem Tag der Fastenmonat Ramadan. Wie das Fasten zu
einem wichtigen Aspekt des muslimischen Lebens und Empfindens wurde, wie es im Einzelnen
praktiziert wird und welche Rolle der Ramadan für das spirituelle und soziale Leben der
Muslime spielt, soll im Folgenden dargestellt werden.
Der
historische Hintergrund
Das Wort Ramadan ist arabischen Ursprungs. Der Ramadan ist der 9. Monat des Mondkalenders,
in dem Muhammed mit 40 Jahren sein erstes Offenbarungserlebnis hatte: Lies im Namen
deines Herren, welcher schuf; welcher den Menschen schuf aus einem Embryo; Lies; denn dein
Herr ist der Allgütige, der den Menschen mit der Feder lehrt; den Menschen lehrt, was er
nicht weiß. (96:1-5)1. Diese Offenbarung war der Beginn seiner Prophetenschaft,
während der er die Religion des Islam verkündete. Solche ihm im Laufe von 22 Jahren
immer wieder zuteil gewordenen Offenbarungen fügten sich zum Koran zusammen und
begleiteten die im Wachsen befindliche junge Gemeinde. Eineinhalb Jahre nach dem Auszug
der muslimischen Gemeinde nach Medina, zu der sie sich angesichts der Verfolgung in Mekka
gezwungen sah, verkündete der Prophet eine neue Offenbarung, die da besagte: O ihr
Gläubigen! Das Fasten ist euch vorgeschrieben worden, so wie es denjenigen vor euch
vorgeschrieben wurde.laylat-al-kadr, in der Nacht der
Bestimmung, die Erstoffenbarung des Koran stattgefunden hatte, wurde im Koran als der
vorgeschriebene Zeitraum zum Fasten bestimmt. Seitdem fasten alle Muslime weltweit so, wie
es Muhammed, seine Familie und seine Gefährten vor 1400 Jahren schon taten. Der Ramadan
wird von den Muslimen stets mit Freude erwartet und als ein Neuanfang betrachtet, der dem
Menschen immer wieder eine neue Möglichkeit bietet, an Leib und Seele zu genesen und die
Nähe zu Gott wieder zu finden.
Wann fastet man? Wie fastet man?
Mit dem Beginn des Ramadan bricht die Fastenzeit2 an. Da der Ramadan ein Monat des
Mondkalenders ist, dessen Jahr nur 354 Tage dauert, durchläuft er im Laufe von ca. 33
Jahren alle Jahreszeiten. Das heißt, dass der Muslim es lernt, die Entbehrungen des
Fastens während drückender Hitze ebenso zu ertragen wie bei strenger Kälte. Das Fasten
ist jedem Muslim und jeder Muslimin ab der Pubertät vorgeschrieben. Entbunden von der
Pflicht zu fasten sind Kinder, Altersschwache, Kranke, Reisende und Frauen während der
Menstruation, der Schwangerschaft und nach der Entbindung. Vom Morgengrauen bis zum
Sonnenuntergang sind Essen, Trinken, Einatmen von aromatischem Rauch, die Zufuhr von
jeglichen Stoffen und geschlechtlicher Kontakt untersagt. Wenn am Morgen die Absicht zu
fasten gefasst wurde, dieses aber vorzeitig gebrochen wird, gilt der betreffende Tag nicht
als Fastentag und erfordert je nach Situation einen Ausgleichsakt. Allerdings gibt es eine
Reihe erleichternder Regelungen, die dem Fastenden in verschiedenen Situationen
entgegenkommen und diesen Ausgleichsakt minimieren. Denn überhaupt bietet der Islam
genügend Freiräume, die sich in schwierigen Situationen nutzen lassen. Im Koran heißt
es, dass Gott es den Menschen leicht machen will und von niemandem mehr verlangt, als er
zu leisten vermag. So gibt es Regelungen, die einen vorzeitigen Abbruch von Fastentagen
ermöglichen und vor allem für Menschen gelten, die vom Fasten völlig erschöpft sind.
Erfolglos verlaufene Fastentage sollen bei nächster Gelegenheit nachgeholt werden. Wenn
die Umstände aber auch das verbieten, so ist eine Armenspeisung vorgeschrieben. Am
erstrebens-wertesten ist laut Koran aber zu fasten und gleichzeitig armen Menschen Speise
zu geben. Wenn beide Alternativen nicht rea-lisierbar sind, so soll sich der Muslim in die
Barmherzigkeit Gottes flüchten.
Der Ablauf eines Ramadan-Tages
Eine vom Propheten vorgegebene unverbindliche Praxis ist es, zu einem Frühmahl
aufzustehen um sich für den anstehenden Fastentag ausreichend zu stärken. Die Familie
findet sich zusammen und nimmt vor dem Morgengrauen möglichst spät ein Frühmahl zu
sich. Gegebenenfalls wartet man auf die Dämmerung, um noch vor Aufgang der Sonne das
rituelle Morgengebet zu verrichten. Währenddessen kann sich der Muslim mental auf das
Fasten vorbereiten, indem er sich z.B. in Koranrezitationen oder Lobpreisungen Gottes
vertieft. Ansonsten ist der Fastende dazu angehalten, seinen üblichen Tagesablauf
beizubehalten. Allerdings soll der Muslim nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem
Geist fasten. Üble Nachrede, Lüge und Verleumdung gelten als besondere Herabwürdigung
des Ritus. Von den Mitmenschen wird gegenüber den Fastenden Rücksichtnahme verlangt. Das
Auftreten von Hunger und Durst ist nicht etwa ein unerwünschter Nebeneffekt, sondern
gerade der zentrale Bestandteil des Fastens. Denn nur so entfaltet das Fasten seine
Wirkung auf Geist und Charakter des Menschen.
Wenn der Sonnenuntergang naht, ist es nach den Worten des Propheten das gute Recht eines
jeden Muslims, sich auf das Fastenbrechen zu freuen. Um den schönen Moment des
Fastenbrechens in der Gemeinschaft zu erleben, versucht man entweder mit der Familie oder
mit Freunden, vor allem aber auch mit ärmeren Menschen zusammenzukommen bzw. sie mit
ihrer ganzen Familie zu sich nach Hause einzuladen.
Muslime fasten also nicht einen Monat hindurch, sondern jeweils nur vom Morgengrauen bis
zum Sonnenuntergang. Dabei ist ihnen nicht nur das Essen, sondern auch das Trinken
untersagt. Zwischen Sonnenuntergang und Morgengrauen ist dafür alles wieder erlaubt, was
während des Tages verboten ist. Dennoch sollte man weder beim Frühmahl noch beim
Fastenbrechen zu viel essen und trinken. Denn es geht ja nicht darum, den ganzen Tag
nichts zu essen, um sich dann am Abend über das Maß hinaus beim Essen zu verausgaben;
vielmehr sollte man die Entbehrungen während dieser geistigen und körperlichen Übung im
Gehorsam gegenüber Gott einzig und allein für Sein Wohlgefallen auf sich nehmen. Auch
ein überschwängliches Feiern des Fastenbrechens am Abend entspricht nicht dem Wesen des
Fastens. Damit der Fastende optimal vom Ramadan profitiert, sollte er seine Abende eher
mit spirituellen Aktivitäten verbringen.
Der Ramadan ist die Zeit der Wiederentdeckung der
Barmherzigkeit Gottes
Der Ramadan gilt unter Muslimen als Monat der Barmherzigkeit, und das in zweierlei
Hinsicht: Einerseits erwartet den Muslim eine großzügige Vergebung vieler Sünden.
Andererseits lernt der Mensch es, die Gaben Gottes, sprich: Seine Barmherzigkeit,
angemessen zu würdigen. Für den gläubigen Menschen stellt die Welt eine Darbietung der
Barmherzigkeit Gottes dar. Unter Barmherzigkeit in diesem Sinne verstehen wir die
Eigenschaft Gottes, die die Welt zu einer nie versiegenden Quelle an Gaben und Geschenken
macht. Jeder Atemzug des Menschen, jede Neubelebung der Erde im Frühling, jedes belebte
und unbelebte Element der Welt, das seine Rolle in diesem, dem Menschen gewidmeten
kosmischen Theater spielt - in all diesen Dingen spiegelt sich für den Muslim die
allumfassende Barmherzigkeit Gottes wieder. So heißt es im Koran, dass Gottes
Barmherzigkeit jedes Ding umschließt.
Doch wer alles hat, was er braucht, beginnt schnell Ansprüche zu stellen. Plötzlich wird
der Mensch wählerisch und legt die Messlatte für die Befriedigung seiner Bedürfnisse
Tag für Tag ein Stück höher. Spätestens dann, wenn die Grenzen seiner Möglichkeiten
überschritten sind, findet er sich in einem Zustand von Resignation und Unzufriedenheit
wieder. Die Farben seiner Welt werden grau - und sein Essen schmeckt fade. Oder anders
ausgedrückt: Er hält die Barmherzigkeit Gottes immer mehr für selbstverständlich, was
schließlich daraus hi-nausläuft, dass er sie gering schätzt, ja sogar völlig
übersieht.
Der Fastenritus verfolgt nun das Ziel, dem Fastenden wieder klar zu machen, welch
existenzielle Bedeutung Essen und Trinken für ihn haben. Denn vor dem Hintergrund des
Hungers schmecken auch die unbeliebtesten Speisen wie Festmähler. Ein Glas Orangensaft
lässt förmlich die Sonne aufgehen. Die Nahrung erfährt in den Augen des Menschen eine
Aufwertung, von der er noch ein ganzes Jahr zehren kann. Kurz: Der Muslim empfindet das
Fastenbrechen am Abend als eine großzügige Einladung seines Schöpfers. Er erkennt, wie
großartig die Dinge sind, die ihm auf der Welt zur Verfügung stehen, und wie wohltuend
es ist, die sich in der Natur manifestierende Barmherzigkeit zu spüren - eine
Barmherzigkeit, von der alle Geschöpfe Gottes profitieren.
Je hungriger er am Abend ist, umso größer ist die Dankbarkeit des Fastenden gegenüber
dem, der unser Dasein und unsere Versorgung ermöglicht hat und der uns die Gelegenheit
bietet, durch unsere bewusste Wahrnehmung Zeuge unserer Emotionen und unserer
Nahrungsaufnahme zu werden. Möglicherweise wird uns ein Computer eines Tages Emotionen
vorspielen und sich besser behaupten können als so mancher Lebenskünstler. Aber er wird
wohl nie das empfinden, was wir empfinden, wenn wir unseren Durst stillen, wenn wir eine
Person, die uns nahe steht, umarmen, oder wenn wir angesichts der harmonischen Poesie der
Natur tief in uns ehrfurchtsvoll etwas empfinden, dem der Muslim mit den Worten Ma
scha'allah (arab.: was Gott will) Ausdruck verleiht.
Dieser emotionale Aspekt gibt uns genügend Anlass zum Tafakkur. Eine Stunde Tafakkur
(arab.: das Nachdenken) wurde vom Propheten Muhammed einem Jahr Gottesdienst für
ebenbürtig erklärt. Und so denkt der Muslim nach und sieht ein, dass eigentlich alles im
Universum eine Barmherzigkeit Gottes darstellt. Auch im Koran werden ja am häufigsten
diejenigen Aspekte Gottes beschrieben, die sich auf Seine Barmherzigkeit beziehen.
Schließlich lebt der Mensch nicht nur von der Mahlzeit auf dem Tisch allein, sondern auch
von allen anderen Dingen die ihren Platz im Dasein haben, angefangen von seinen Atomen,
über seinen Planeten bis hin zum gesamten Universum.
Die Erziehung zur Bescheidenheit
Eine weitere, mit der Barmherzigkeit Gottes in Zusammenhang stehende Tugend, die im Islam
groß geschrieben wird, ist die Bescheidenheit. Eigenschaften wie Arroganz und
Überheb-lichkeit gelten als Irrwege des Egos, das seine Unabhängigkeit von der Welt und
letztendlich von Gott zu behaupten versucht. Der Weg des Muslims zu Gott führt jedoch
über die Anerkennung der Größe Gottes und der Abhängigkeit des Menschen von Seiner
Güte und Macht. Denn diese Güte und Macht finden ihren Ausdruck in der Natur, deren
ständige Nutznießer wir sind.
Das Fasten hilft dem Menschen auf die Sprünge, sich sei-ner Stellung vor Gott gewahr zu
werden - seiner Stellung als schwaches Geschöpf, dessen ganze Existenz von dem abhängt,
was Gott ihm gewährt hat. Die Bescheidenheit gegenüber dem Schöpfer und seinen
Geschöpfen dient uns nicht nur dazu, zu uns selbst zu finden, sondern auch unsere
Erwartungen herunterzuschrauben und stets mit dem glücklich zu sein, was uns vergönnt
ist. Bescheidenheit erzeugt also auch eine besondere Freude am Leben, die dafür sorgt,
dass wir all die kleinen Dinge des Lebens genießen können.
Das Erlangen von Geduld
Der Fastenmonat Ramadan ist eine Zeit, in der die Geduld und Demut gegenüber Gott
besonders auf die Probe gestellt wird. Jeder Fastende sollte versuchen, einen Zustand der
Gelassenheit und der Ausgeglichenheit zu erreichen. Vom Propheten wird überliefert, dass
der als unangenehm empfundene Geruch des Hungers vor Gott wertvoller ist als so man-ches
angenehme Aroma. Das Fasten, das nur für das Wohlgefallen Gottes durchgeführt wird, gilt
als eine besondere Form des Gottesdienstes, dessen Lohn einzig und allein von Gott
bemessen werden kann. So ist das geduldige Warten in den letzten Minuten vor dem
Fastenbrechen ein besonders verdienstvoller Dienst an Gott. Man nimmt ja schließlich
nicht an einer Hungerkur teil, sondern fastet, um sich einmal mehr sei-ner selbst als
Diener Gottes bewusst zu werden.

Die Aufmerksamkeit auf die Armut und Not lenken
Das Fasten öffnet Türen zu einer sozialeren und rücksichtsvolleren Gemeinschaft. Der
Mensch erhält die Möglichkeit, in den tiefen Abgrund des Hungers und der Bedürftigkeit
zu blicken. Wohlhabenden wird deutlich, dass ihr Wohlbefinden keine
Selbstverständlichkeit ist. Der Islam, der sich z.B. mit der Armensteuer ohnehin gegen
die Spaltung der Gesellschaft wandte, lässt die Reichen in der Fastenzeit einen Einblick
in die Probleme der Armen nehmen. Wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Menschen
verlieren an Bedeutung. Dadurch, dass Menschen, die es sich leisten können, dazu
angehalten sind, das Fastenbrechen mit den Armen durchzuführen, wird außerdem die
Gemeinschaft auch praktisch gefördert. Graue Theorie ist dem Islam fremd. Alles hat
sowohl eine theoretische als auch eine praktische Seite. Be-stimmt gibt es den einen oder
anderen Reichen, der erst im Ramadan spürt, wie es wirklich ist, in Armut zu leben, und
ein ehrliches Mitgefühl für Arme entwickelt. Es gibt da eine schöne Anekdote über
Nasreddin Hodscha, einen Gelehrten, dem sowohl belehrende als auch belustigende
Äußerungen zugeschrieben werden. Nasreddin Hodscha fällt eines Tages vom Baum und
bricht sich dabei ein Bein. In den nächsten Tagen wird er von allen möglichen Leuten
besucht, die ihm gute Besserung wünschen und ihn aufzuheitern versuchen. Völlig
frustriert verliert er die Beherrschung und schreit: "Raus! Raus! Auf euer Mitleid
kann ich verzichten! Wenn ihr mich wirklich trösten wollt, dann schickt mir bitte
jemanden, der sich auch das Bein gebrochen hat!" Es ist nicht weiter verwunderlich,
dass die Armensteuer gerade im Ramadan zu zahlen ist.

Die Zeit, in der Freundschaft besonders hoch im Kurs steht
Im Ramadan wird besonders viel Wert auf ein Zusammenwachsen der Gemeinschaft gelegt. Die
verpflichtende Armensteuer, die auch zu den fünf Säulen des Islam gehört, wird fällig,
und daneben wird auch viel freiwillig gespendet. Der Muslim soll sich in diesem Monat
besonders davor hüten, zu streiten oder Zwietracht zu säen. Man lädt sich gegenseitig
zum Fastenbrechen ein, und man freut sich auf das Ramadanfest, bei dem die Menschen
endgültig wieder zueinander finden sollen.
Das Ramadanfest
Das Finale des Ramadan ist ohne Zweifel das Ramadanfest, das an den letzten Fastentag
anschließt. Das dreitägige Ramadanfest zum
Ende des Jahres 2007 wird vom 12. bis zum 14. Oktober dauern. Dieses
Fest ist einerseits ein Ausdruck der Freude, den Ramadan erlebt zu
haben, und andererseits ein Höhepunkt der gemeinschaftlichen
Verbundenheit. Im Türkischen und Persischen bezeichnet man Festtage als
'Bayram'. Das Ramadanfest ist neben dem Opferfest eines der beiden
Hauptfeste der Muslime. Nach dem Festtagsgebet am Morgen des ersten
Tages beginnt eine Zeit der Warmherzigkeit, in der sich alle
Familienmitglieder und Freunde gratulieren, sich gegenseitig besuchen
und sich jeder zum Ziel setzt, aus Feinden und Zerstrittenen Freunde zu
machen. Nach dem Ramadan sollen alle Unstimmigkeiten ausgeräumt und
Frieden und Freundschaft eingekehrt sein. Kinder genießen bei diesem
Fest die besondere Aufmerksamkeit der Erwachsenen. In Anatolien ist es
Brauch, dass Kinder von Haus zu Haus gehen und überall mit Süßigkeiten
beschenkt werden. Überall in der islami-schen Welt ist es aber auch
Sitte, dass jüngere Menschen die älteren besuchen und ihnen zum Bayram
gratulieren. Mancherorts sind an den Festtagen öffentliche
Verkehrsmittel kostenlos nutzbar, damit auch Ärmere ihre Verwandten
besuchen können. Über eine Milliarde Menschen feiern dieses Fest des
Friedens und nehmen sich vor, eine friedliche Welt zu schaffen - eine
friedliche Welt, weil sie daran glauben, dass eine Welt ohne Frieden
keine menschenwürdige und Gott gefällige Welt sein kann. Und man kann
zurecht feststellen: Die Botschaft des Ramadan ist die Rückbesinnung
auf Bescheidenheit, Spiritualität und Nächstenliebe.
 
25 Fragen zum Fasten im Ramadan
1. Warum fasten die Muslime? 2. Wie wird im Islam gefastet? 3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten? 4. Wer ist zum Fasten verpflichtet? 5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind? 6. Wann beginnt die Fastenzeit? 7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan? 8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus? 9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken? 10. Ist es sinnvoll den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen? 11. Fasten die Muslime um abzunehmen? 12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten? 13. Warum müssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten? 14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an? 15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet? 16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht? 17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan? 18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan? 19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage? 20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen? 21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan? 22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen? 23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn? 24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten? 25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?
1. Warum fasten die Muslime?
Fasten
im Islam ist eine Form des Gottesdienstes. Das Fasten im Monat Ramadan
gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam, also zu den
Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Die anderen
Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft
Muhammads (saws), das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach
Mekka und das Entrichten der Zakat. Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben: “Ihr,
die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen
vorgeschrieben war,die vor euch waren, damit ihr vielleicht
gottesfürchtig werdet.” (2:183). Laut
dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll das Fasten
um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die
Zufriedenheit Gottes erlangt werden. Ausserdem gehört die Praxis des Fastens zur Tradition des Propheten Muhammad (saws), der den Muslimen als Vorbild dient.
2. Wie wird im Islam gefastet?
Das
Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der
Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt,
allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs mit
dem Ehepartner enthält. Das ist das “äussere” Fasten. Das Fasten hat
aber auch eine “innere” Dimension. Der Muslim soll demnach im Ramadan
noch mehr als sonst darauf achten sich gänzlich von Sünde freizuhalten
d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes reden,
auf nichts Böses hören und nichts Verabscheuungswürdiges tun. Denn
Fasten heisst erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott
abhängig ist. Zugleich
soll sich der Fastende darüber klar werden, dass er sich von
vermeintlicher Abhängigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist
ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht
hat und alles, woran er gewöhnt ist aber nicht unbedingt benötigt,
hinter sich zurücklässt. Zudem beschäftigt sich der Muslim wenn er
fastet intensiver mit den restlichen Gottesdiensten wie z.B. den
Gebeten oder dem Lesen des Korans.
3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
Das
Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem
Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die
Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine Beziehung zu
Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten
bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats Ramadan
mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus
das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf
das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und vergrössert die
Widerstandskraft. Wer
fastet denkt mehr an Gott, übt sich in wohltätiger Nächstenliebe,
schmeckt die Süsse der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und
Gottesfurcht. Die Muslime geniessen auch das besondere Miteinander in
der Familie und unter Freunden im Fastenmonat. Vielleicht ist der
grösste praktische Nutzen der einmonatigen geistigen und körperlichen
Übung der, dass die Selbstbeherrschung und die Absage an bestimmte
Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines Muslims permanent zu
durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil dem Muslim im Ramadan eine
Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung durchzuführen und er
somit neue Vorsätze für die nächste Zeit vornehmen kann.
4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?
Die
Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig
zurechnungsfähigen Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht.
Die Pubertät kennzeichnet die Mündigkeit im Islam. Kinder, die die
Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten
wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter
an dieses Gebot gewöhnen.
5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
Nur
wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne
gesundheitlichen Schaden durchführen können, ist zu diesem Gebot
verpflichtet. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere,
stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und ähnliche
Personengruppen von dieser Pflicht ausgenommen. Personen, deren
gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird wie
z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen für jeden im Ramadan
versäumten Fastentag einen Bedürftigen speisen (die sog. Fidya).
Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen und deren Situation sich
bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende Mütter etc. holen die
versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nach.
6. Wann beginnt die Fastenzeit?
Der
Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz
zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die
Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan
10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle
Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines
Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im
Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird
erleben. Wäre eine
bestimmte feste Jahreszeit für das Fasten festgelegt, würde das für
manche der Anhänger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen
dauernden Vorteil, für andere wiederum eine ständige Benachteiligung
bedeuten.
7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
Ramadan
2 ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet,
was “brennende Hitze und Trockenheit”, speziell des Bodens bedeutet.
Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies
deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird.
Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt
wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die
Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine
für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu
formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten
zu erneuern.
8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?
Das
ist unterschiedlich. Es gibt viele Muslime, die durch das Fasten zu
einer inneren Einkehr und zur Ruhe kommen, die sie vielleicht durch das
ganze Jahr über vermissen. Oft fühlt der Fastende auch, dass sein
Körper in diesem Monat eine Art Regeneration erfährt. Einige wiederum
müssen sich in Geduld üben, weil sie das Fasten, emotional und
körperlich stärker belastet als andere. Jeder
empfindet das Fasten also ein wenig anders. Was allen fastenden
Muslimen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie diesen Akt als
Gottesdienst betrachten und die Vergeltung dafür bei ihrem Schöpfer im
Jenseits erhoffen.
9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?
Wenn
die Voraussetzung für das Fasten erfüllt ist, nämlich die körperliche
Fitness, ruft die fehlende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vom
Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auch keine
gesundheitlichen Schäden für den Fastenden hervor. Zudem bewirkt der
Verzicht auf Nahrung, dass man weniger Durst verspürt
10. Ist es sinnvoll den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen?
Nein,
sicher nicht. Deshalb hat der Prophet Muhammad (saws) auch geraten
leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Und er erliess eine allgemeine
Regel, die auch ausserhalb des Ramadans Gültigkeit besitzt: Nämlich,
dass der Muslim seinen Magen mit einem Drittel Essen, einem Drittel
Flüssigkeit füllen, aber das letzte Drittel leer lassen sollte.
11. Fasten die Muslime um abzunehmen?
Die
Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Es wird empfohlen
keine schwere Kost zu sich zu nehmen. Es ist aber auch erlaubt die
eigens zubereiteten Köstlichkeiten zu geniessen. Deshalb gibt es sowohl
Muslime, die in diesem Monat abnehmen, als auch manche die an Gewicht
zunehmen.
12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten?
Das
Fasten hier ist unter einigen Aspekten leichter als das Fasten in
klimatisch extremeren Breitengraden. Im Winter werden die zu fastenden
Tage kürzer sein als die Tage im Sommer oder im Frühling. In den
muslimischen Ländern fasten die meisten Menschen, so dass das
Fastenbrechen kaum in die Arbeitszeit fällt und tagsüber nichts zu
essen oder zu trinken angeboten wird. Viele Muslime in unserem Land
hätten gerne Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, das Fastenbrechen
gemeinsam mit der Familie vorzunehmen.
13. Warum müssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten?
Wie
schon in den ersten Antworten erwähnt, richten sich die Muslime – auch
bei dieser Vorschrift – nach den Worten Gottes, dem Koran, und der
Vorgehensweise des Propheten Muhammad (saws), der Sunna. Diese
Anweisungen geben den Monat Ramadan, der 29 oder 30 Tage lang dauert,
als Fastenzeit vor. Da Eintönigkeit schädlich ist, ist es im Islam
nicht gestattet das ganze Jahr über ohne Unterbrechung zu fasten. Auch
wer geistigen Vorteil erzielen will, hat nicht die Erlaubnis dazu. Die
Erfahrung bestätigt ausserdem, dass das Fasten für den, der es
fortwährend übt, zur Gewohnheit wird, zur zweiten Natur, so dass der
Vorteil nicht der gleiche ist wie für den, der nur von Zeit zu Zeit
fastet.
14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an?
Es
ist richtig, dass Gott nichts von uns benötigt, weil Er sich Selbst
genüge ist. Von den jeweiligen gottesdienstlichen Handlungen ziehen wir
Menschen selbst hier in dieser Welt und im Jenseits Nutzen. Aber
Glauben ist die Voraussetzung für eine Tat, die als Gottesdienst zählt
und eine Tat ohne Glauben wird als Gottesdienst bei Gott nicht
angenommen werden. Deshalb gehören Glaube und Tat zusammen und sind wie
zwei Seiten einer Medaille. Der Glaube wird durch die Tat gestärkt.
Glaube ohne Taten kann im Extremfall zu einem leerem Glaubensbekenntnis
werden.
15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet?
Dies
hängt von den jeweiligen Essgewohnheiten und dem kulturellen
Hintergrund des fastenden Muslims ab. Oft wird abends eine warme
Mahlzeit zubereitet, aber viele geniessen eher die Atmosphäre des
Fastenmonats und das Zusammensein mit der Familie und den Freunden und
legen weniger Wert auf die Speisen.
16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht?
Die
Offenbarungen Gottes an den Propheten Muhammad (saws), die dann als
Koran zusammengetragen wurden, begannen im Monat Ramadan im Jahre 610.
Das Fasten während dieses Monats wurde den Muslimen erst im Jahre 624
zur Pflicht, als folgende Koranverse offenbart wurden:
“O
ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es
denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr
(Allah) fürchten.” (Koran 2:183)
"Der
Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die
Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung
und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der
soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise
befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Allah will es euch
leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist
vollendet und Allahs Grösse rühmt, dass Er euch geleitet hat.
Vielleicht werdet ihr dankbar sein." (Koran 2:185)
17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan?
Das
Fastenbrechen wird gewöhnlich mit einer Dattel oder einem Schluck
Wasser durchgeführt, während das folgende vom Propheten Muhammad (saws)
überlieferte Bittgebet gesprochen wird: “O
Allah, um Deinetwillen habe ich gefastet und an Dich geglaubt und mit
Deiner Versorgung breche ich das Fasten. Im Namen Allahs, des
Allbarmherzigen, des Gnädigen”,
dann wird das Abendgebet verrichtet. Erst danach werden dann die
eigentlichen Speisen gegessen. So wie der Prophet Muhammad (saws) dies
selbst durchführte, ist es Sitte während des Fastenmonats den ganzen
Koran zu lesen. Gegenseitige Besuche und Einladungen zum Fastenbrechen
sind an der Tagesordnung. Das
gemeinsame Fastenbrechen findet auch oft in den jeweiligen
Moschee-Gemeinden statt, in denen manchmal sogar jeden Tag im Ramadan
Essen ausgegeben wird.
18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan?
Das
Fasten scheint das Gebot unter den fünf Säulen zu sein, an die sich die
Muslime am meisten halten. Die Moscheen sind in diesem Monat zu den
abendlichen Tarâwîh-Gebeten 3 übervoll und selbst nicht praktizierende
Muslime halten sich aus Respekt vor diesem Monat von Dingen fern, die
der Islam verboten hat, wie z.B. dem Alkoholkonsum. In den Ländern mit
mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wirkt sich der Ramadan im
alltäglichen Leben aus. Obwohl sich hier vielleicht fast die Hälfte der
Muslime an das Fasten halten, fällt dies natürlich aufgrund der
geringen Zahl der Muslime im öffentlichen Leben nicht gleichermassen
auf.
19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage?
Das
für jeden Muslim verpflichtende Fasten gibt es nur im Monat Ramadan.
Darüber hinaus hat der Prophet Muhammad (saws) an bestimmten Tagen das
freiwillige Fasten empfohlen wie z.B. 6 beliebige Tage im
darauffolgenden Monat Schawwâl.Er
lehrte, dass derjenige, der den ganzen Fastenmonat und noch 6 Tage im
Schawwâl fastet, von Gott belohnt wird, als hätte er das ganze Jahr
hindurch gefastet. Am 10. Muharram oder montags oder donnertags zu
fasten wird angeraten. Das
ständige Fasten das ganze Jahr hindurch wird im Islam hingegen nicht
erlaubt und die Maximalgrenze des freiwilligen Fastens wurde vom
Propheten (saws) aufgezeigt, indem er sagte, dass der Muslim, der viel
fasten möchte, abwechselnd einen Tag fasten und den darauffolgenden Tag
aber aussetzen solle.
20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen?
Arbeitgeber,
Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen die Bedeutung
des Ramadan zu verstehen und den betreffenden Muslim nach Möglichkeit
körperlich weniger beanspruchen. Besondere Berücksichtigung könnten
z.B. Anfragen nach Urlaub, der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten
am Morgen und am Abend, und dem Anliegen von Schülern weniger
Hausaufgaben zu bekommen finden. Es ist auch sehr wichtig, dass
muslimische Arbeiter, Angestellte und Schüler die Möglichkeit erhalten,
nach Ende des Fastenmonats Ramadan am Festgebet teilzunehmen. Dieses
Fest und ein weiteres, das ca. zwei Monate danach folgt, ist für
Muslime genauso wichtig wie Weihnachten und Ostern für Christen. Über
eine Gratulation und einen Glückwunsch zu diesen Festen werden sich die
Muslime sehr freuen.
21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan?
Es
gibt spezielle Gebete, Tarâwîh genannt, die in den Moscheen oder
Zuhause einige Zeit nach Sonnenuntergang, verrichtet werden. In der
Lailat-ul Qadr 4 (der “Nacht der Bestimmung”) gedenken die Muslim der
Nacht, in der dem Propheten Muhammad (saws) von Gott die ersten
Abschnitte des Korans offenbart wurden. Da der genaue Zeitpunkt dieser
Nacht laut einer Aussage des Propheten (saws) nicht bekannt ist, suchen
Muslime diese Nacht in den letzten zehn ungeraden Tagen des Ramadans
bzw. feiern ihn in der Nacht des 27. Ramadan. Es ist auch üblich, dass
die Muslime in diesem Monat viel spenden und auch ihre Zakat-Abgabe
ausrechnen und bezahlen.
22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen?
Die
Tarâwîh-Gebete finden am zweiten Abend vor dem Fest ihren Abschluss.
Das Fest des Fastenbrechens, das auf arabisch ‘Id-ul Fitr und Ramazan
Bayramî auf türkisch heisst, beginnt mit einem besonderen Festgebet am
ersten Tag des darauf folgenden Monats. Das Festgebet beginnt nach
Sonnenaufgang und beinhaltet zwei Gebetsabschnitte und eine Ansprache.
Die Muslime beglückwünschen sich gegenseitig nach dem Festgebet und
drücken ihren Wunsch aus, dass Gott (Allah) ihr Fasten und ihre übrigen
Gottesdienste annehmen möge. Das Fest dauert drei Tage an. An diesen
Tagen werden Verwandte und Bekannte besucht, wobei gewöhnlich die
Jüngeren die Älteren mit ihren Besuchen ehren. Am ersten Tag des
Ramadanfestes soll aber nicht gefastet werden, da dies eine Zeit des
Feierns ist.
23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn?
Da
es für Muslime wenige Gebetsräume an einem Ort gibt, müssen viele mit
ihren Fahrzeugen von weit her bis zu den Moscheen fahren, was mitunter
zu Geräuschbelästigung führen kann. Besonders schwierig wird dies im
Sommer wenn die erwähnten Tarâwîh-Gebete bis ca. 22-23 Uhr dauern.
Deswegen sollten die Moschee-Gemeinden Vorkehrungen treffen, dass die
Nachbarn so wenig wie möglich gestört werden und dass sie über die
Besonderheit in diesem Monat informiert werden.
24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten?
Der Prophet Muhammad (saws) hat zum Fasten viele Empfehlungen gegeben, wobei wir hier nur vier anführen wollen:
“Das
Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden
führen und sich nicht töricht verhalten; und wenn jemand ihn bekämpft
oder ihn beschimpft, soll er zweimal sagen: ‘Ich faste.’ Und bei Dem,
in Dessen Hand meine Seele ist: Der Mundgeruch des Fastenden ist Allah
angenehmer als der Duft von Moschus, denn [Gott sagt:] er lässt ab vom
Essen und Trinken und von seinen Begierden um Meinetwillen. Das Fasten
ist für Mich, und Ich gewähre die Belohnung dafür. Und die gute Tat
wird zehnfach belohnt.” “Für alles ist Zakat zu entrichten, und die Zakat für den Körper ist das Fasten.”
“Wer im Ramadan in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung fastet,
dem werden seine vergangenen Sünden vergeben; und wer im Ramadan
(nachts im Gebet) steht in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf
Belohnung, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.”
“Wenn
sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt
Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.”
25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?
Grundsätzlich
kann jeder an einer muslimischen Veranstaltung teilnehmen, weil dies zu
einem besseren gegenseitigem Verständnis beitragen kann. Deswegen sind
Nichtmuslime eingeladen sich ein eigenes Bild und einen Eindruck über
den Ablauf der Veranstaltungen der Muslime auch im Ramadan zu machen.
So können sie z.B. wenn man das mit den Verantwortlichen der jeweiligen
Moscheen abspricht, bei den allabendlichen Gebetenn anwesend sein.
Muslime freuen sich auch, wenn sie Interessierte und Nachbarn zum
Fastenbrechen ( der sog. Iftâr) begrüssen können.
Der Prophet Muhammad (saws)
Das Siegel der Propheten, der Gesandte ALLAHs Muhammad (saws) wurde 570 n.Chr. im Jahr des Elefanten in Mekka geboren. Nach sunnitischen Überlieferungen wurde er am 12. Rabi-ul-Awwal 52 Jahre vor der Auswanderung und nach schiitischer Überlieferung am 17. Rabi-ul-Awwal geboren. Die Zeitspanne zwischen den beiden Daten wurde zur Einheitswoche ausgerufen. Prophet Muhammad (saws) ist eine ganze Sure (47) im Heiliger Qur'an gewidmet. Sei besteht aus 38 Ayat.
Muhammad (saws) ist der Fürst aller Schöpfung [seyyid-un-ka'inat] und idealer Mensch. Er ist der Stammvater und Oberhaupt der Ahl-ul-Bait. Die Überzeugung, dass er der Gesandte Gottes ist, gehört zum Glaubensbekenntnis des Islam. Einer Seiner vielen Beinamen war bereits vor Verkündigung des Islam "Amin". Er gehört zum Stamm der Quraisch, wobei sein Stammbaum bis auf Ismail (as) zurückgeführt wird.
Noch bevor er geboren wurde verstarb sein Vater Abdullah ibn Abd al-Muttalib. Nachdem auch seine Mutter Amina bint Wahab verstarb, als er gerade sechs Jahre alt war, wuchs er zunächst bei seinem Großvater Abdulmutallib auf. Dieser verstarb jedoch auch zwei Jahre später und Muhammad (saws) lebte fortan bei seinem Onkel Abu Talib. Muhammad (saws) war als ein aufrichtiger, zuverlässiger, ehrlicher, fleißiger und kluger Mann bekannt, so dass man ihn in vielerlei Hinsicht um Rat bat und "Amin" nannte.
In jungen Jahren arbeitete Mohammed (saws) als Schafhirte, später nahm er an Reisen von Handelskarawanen nach Syrien teil, wobei ihn der Mönch Bahira frühzeitig als den erwarteten Propheten erkannte.
Mit 25 Jahren heiratete er Chadidscha (as) mit der er die gesegnete Fatima (as) zur Tochter bekam.
Oft zog sich Muhammad (saws) in die Höhle Hira zurück und verweilte dort tagelang. Bei der Berufung [mab'ath] zum Propheten erschien ihm der Engel Gabriel (as) und offenbarte ihm den ersten Vers des Heiligen Qur'an. Seine Frau Chadidscha (as) und der in seinem Haus aufwachsende Ali ibn Abu Talib (as) nahmen als erste den Islam an und waren die ersten, die mit ihm das Ritualgebet in Gemeinschaft ausübten. Ihnen folgten viele weitere. Die von Muhammad (saws) verbreitete Lehre des reinen Monotheismus und Ablehnung der Götzen beinhaltete auch die Gleichberechtigung aller Menschen und Abschaffung von jeglicher Unterdrückung, was zu großer Feindschaft der Feudalherren in Mekka führte. Zuerst versuchten sie Muhammad mit Geld- und Machtanreizen von seinem Weg abzubringen. Als das nicht wirkte, boykottierten sie die Muslime und setzten sie schweren Repressalien aus.
Als das Leben für die Muslime in Mekka, aufgrund der Bedrängnis der Götzendiener, immer unerträglicher wurde, ordnete Prophet Muhammad (saws) die kleine Auswanderung an. Als später sowohl seine geliebte Ehefrau Chadidscha (as) und auch sein Onkel Abu Talib starben, welcher dem Propheten (saws) immer Schutz gewährt hatte, und die Götzendiener sogar Mordpläne gegen den Propheten Muhammad (saws) schmiedeten, erfolgte die eigentliche Auswanderung.
Nach vielen Jahren und vielen Abwehrschlachten gegen Angreifer, darunter die Schlacht von Badr, von Uhud, von Chaibar, der Grabenschlacht und dem Friedensvertrag von Hudaibiya, den Leute um Abu Sufyan brachen, befreiten die Muslime, Mekka ohne Blutvergießen. An der Kaaba angekommen, zerstörte Prophet Muhammad (saws) allein mit Imam Ali (as) die Götzen im Inneren des Gebäudes. In Mekka etablierte er in Erinnerung an den großen Propheten AI Ibrahim (as) die Riten der Pilgerfahrt [hadsch].
Der Prophet (saws) hat in seinem Leben eine Reihe von Wundern vollbracht, wie z.B. die Nachtreise, die Himmelfahrt, die Mondspaltung und weitere Wunder des Propheten (saws). Als das größte ihm von ALLAH eingegebene Wunder gilt aber der Heiliger Qur'an. Während letzterer die geschriebene Offenbarung ist, ist Muhammad zusammen mit seinen Ahl-ul-Bait die vorgelebte Offenbarung, die bis zum Tag der Auferstehung aneinander gekoppelt und nicht voneinander trennbar sind. Nach dem Ableben seiner über alle anderen Frauen geschätzten Chadidscha (as), heiratet er insgesamt zwölf weitere Frauen, die zusammen mit Chadidscha (as) aufgrund ihres besonderes Status als Mütter der Gläubigen bezeichnet werden. Fatima (as) war die einzige ihn überlebende Nachkommin. Sehr bekannt ist die Szene, in der Prophet Muhammad (saws) seiner Tochter Fatima (as) kurz vor seinem Ableben etwas ins Ohr flüstert, wobei sie freudig erstrahlt. Auf die Frage, worüber sie sich denn gefreut haben, antwortet sie, dass sie von ihrem Vater erfahren hat, dass sie die erste der Ahl-ul-Bait sein wird, welche ihm folgt. Auf der Rückkehr seiner Abschiedspilgerfahrt verkündete er bei dem Ereignis von Ghadir Chum einmal mehr seine Nachfolgerschaft.
Nachdem der letzte Vers des Heiligen Qur'an offenbart war, starb der Prophet Muhammad (saws) am 28. Safar 11 n.d.H. (632 n.Chr.) im Alter von 63 Jahren. Imam Ali (as) führte die rituelle Vollkörperreinigung des Verstorbenen aus, wickelte ihn in das Leichentuch und begrub ihn, als andere in Sakifa um seine Nachfolge stritten.
Muslime sprechen ein Segnungs-Bittgebet [salawat], wenn sie den Namen "Muhammads" (saws) hören oder selbst aussprechen.
 25 Fragen zum Propheten Muhammad (saws)
1. Wer war Muhammad (saws)?
2. Wie wurde der Prophet Muhammad (saws) zum Propheten berufen?
3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung?
4. Was ist ein Prophet?
5. Was unterscheidet Muhammad (saws) von anderen Propheten?
6. Wird es nach Muhammad (saws) noch andere Propheten geben?
7. Hat Muhammad (saws) Wunder vollbracht?
8. Was lehrte der Prophet Muhammad (saws)?
9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (saws) auf die von ihm verkündete Botschaft?
0. Warum musste der Prophet Muhammad (saws) seine Heimat verlassen?
11. Worin unterschied sich das Leben Muhammads (saws) in Mekka von dem in Medina?
12. Weshalb führte der Prophet Muhammad (saws) Krieg?
13. Wie haben damals die politisch Mächtigen auf die entstehende islamische Gemeinschaft reagiert?
14. Wie kam es, dass Muhammad (saws) auch die politische Führung übernahm?
15. Ist der Prophet Muhammad (saws) gestorben?
16. Warum war der Prophet Muhammad (saws) mit mehreren Frauen verheiratet?
17. Was meinte Muhammad (saws) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft?
18. Wie verhielt sich Muhammad (saws) zu Angehörigen anderer Religionen?
19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (saws) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen?
20. Gibt es Aussagen von Muhammad (saws) über die Bewahrung der Schöpfung?
21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (saws) überliefert?22
22. Hat Muhammad (saws) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert?
23. Was hat der Prophet Muhammad (saws) über Jesus (a.s.) gesagt?
24. Hat Muhammad (saws) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (a.s.) im Christentum?
25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen Hinweise auf Muhammad (saws)?
1. Wer war Muhammad (saws)?
Muhammad
(saws) wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als
Mitglied des angesehenen Stammes der Quraisch geboren. Seine Abstammung
geht auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Die Quraisch
hatten in jener Zeit auf der Arabischen Halbinsel die einflussreichste
Position unter den Arabern inne, weil in Mekka das Heiligtum der Kaaba,
das Abraham mit seinem Sohn errichtet hatte, stand. In vorislamischer
Zeit war die Kaaba ein Wallfahrtsort für die damals mehrheitlich
polyatheistischen Araber. Muhammads (saws) Vater starb schon vor dessen
Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er wurde, wie in
jenen Tagen häufig, von einer Amme aufgezogen, später dann von seinem
Großvater und danach von seinem Onkel aufgenommen. Sie waren Kaufleute
und so wurde auch Muhammad (saws) Kaufmann. Zwar besuchte er keine
Schule, aber durch die praktische Ausbildung, die mit zahlreichen
Reisen verbunden war, erwarb er sich umfassende Kenntnisse. Von seiner
Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt, was ihm unter
seinen Landsleuten den Beinamen al-Amin (der Vertrauenswürdige)
einbrachte. Als er älter geworden war, arbeitete Muhammad (saws) für
eine reiche Kaufmannswitwe namens Khadidscha. Beeindruckt von seinen
Fähigkeiten, besonders auch von seinen Charaktereigenschaften und
seiner tadellosen Lebensführung, bot ihm Khadidscha die Ehe an. Sie war
zu diesem Zeitpunkt etwa vierzig Jahre alt und Muhammad (saws)
fünfundzwanzig. Sie heirateten und bekamen vier Töchter und einen Sohn,
der kurz nach der Geburt verstarb. Die Überlieferungen berichten, dass
sie von da an eine sehr glückliche Ehe führten.
2. Wie wurde der Prophet Muhammad (saws) zum Propheten berufen?
Schon
Jahre vor der ersten Offenbarung pflegte Muhammad (saws) sich zur
Meditation auf einen Berg in der Nähe Mekka zurückzuziehen. Er spürte,
dass die Glaubensüberzeugungen, Riten und Traditionen seines Stammes,
die auf Vielgötterei gründeten, die Menschen in die Irre führten und
von ihrer Bestimmung als Geschöpfe Gottes entfernten. In einer Höhle
dachte er über all dieses nach, ohne aber eine Lösung und Perspektive
zu finden. Im Jahre 610 n.Chr. als er sich wieder einmal alleine in der
Höhle zum Nachsinnen und Gottgedenken zurückgezogen hatte, erschien ihm
der Engel Gabriel und verkündete ihm, dass er von dem einen einzigen
Gott zum Propheten auserwählt worden sei und übermittelte ihm die
ersten Offenbarungen des Korans.
3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung?
Muhammad
(saws) hatte weder an so etwas wie eine Offenbarung gedacht, noch war
ihm dies auf irgendeine Weise geläufig. Ein Engel erschien ihm in der
Höhle und forderte ihn auf, etwas zu rezitieren. Er stand so sehr unter
dem Eindruck der Begegnung mit dem Engel und seiner Aufforderung, die
ersten Verse der Offenbarung des Korans zu lesen, dass er ganz verwirrt
nach Hause kam. Zitternd bat er seine Frau, ihn mit Decken einzuhüllen.
Er erzählte ihr von seinem Erlebnis und bat sie um Rat. Sie antwortete,
dass er allen Menschen gegenüber freundlich und gerecht sei und den
Notleidenden zur Hilfe eile. Deshalb glaube sie nicht, dass Gott ihn im
Stich lassen würde. Seine Frau nahm Muhammad (saws) dann zu einem
Verwandten mit, der in den Heiligen Schriften bewandert war. Muhammad
(saws) erzählte dem alten Mann alles, was er erlebt hatte. Dieser
bestätigte, dass er den Engel Gabriel gesehen hatte, der auch vorher zu
den früheren Propheten erschienen war.
4. Was ist ein Prophet?
Zu
allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die zu besonderen Einsichten
gelangten, seltene Inspirationen erfuhren oder zuvor unbekannte
Naturgesetze entdeckten. Sie alle zeigten, dass es eine Art von
Erkenntnis gibt, die sich der Reichweite unserer Sinne und der
wissenschaftlichen Forschung entzieht. Philosophie und Wissenschaft
können darüber nur Vermutungen anstellen. Um diesbezüglich Gewissheit
zu erlangen, ist der Mensch abhängig von Gott, der ihm diese Art von
Wissen übermitteln kann. Gott erwählt zu diesem Zweck Menschen und
beruft sie zu Seinen Propheten oder Gesandten. Ihnen offenbart Er die
Wahrheit und das Wissen, damit diese sie den Menschen weitergeben
können.Ein Prophet hat zudem die Aufgabe, das ihm Geoffenbarte zu
erläutern, die Menschen anzuleiten und ihnen ein gottergebenes Leben in
allen Lebensbereichen vorzuleben, so dass sie ihm auch als Beispiel
folgen können.
5. Was unterscheidet Muhammad (saws) von anderen Propheten?
Unter
den zuvor genannten Aspekten, nämlich Gottes Botschaft zu predigen und
vorzuleben, unterscheiden sich die Propheten nicht voneinander. So ist
es nicht verwunderlich, dass, angefangen vom ersten Menschen und
Propheten Adam (as), bis zum abschließenden Propheten Muhammad (saws)
alle die Gottergebenheit (arab.: Islam) verkündeten. Es wird
überliefert, dass Allah mehr als zweihunderttausend Propheten berief
und jedes Volk in der Geschichte mit einem Gottgesandten gesegnet wurde
(Koran 16:36). Wir kennen nur 25 dieser Propheten namentlich, da sie im
Koran stehen. Unter ihnen befinden sich die Propheten Noah, Abraham,
David, Moses, Johannes der Täufer, die auch in der Bibel erwähnt werden
und zudem Jesus (as).
6. Wird es nach Muhammad (saws) noch andere Propheten geben?
Muhammad
(saws) ist der abschließende der Gesandten Gottes. Allah sandte in der
Geschichte zu jedem Volk Propheten für dessen Rechtleitung. So wurden
z.B. der Prophet Schu‘aib zum Volk der Midianiter, der Prophet Salih
zum Volk der Thamud und David, Moses und Jesus zu den Kindern Israel
gesandt. Obwohl sie alle ihre Berufung von einer Quelle erhalten
hatten und die Gottergebenheit (arab.: Islam) predigten und vorlebten,
hatten diese Gesandten eine zeitlich und örtlich begrenzte Aufgabe zu
erfüllen. Die Entwicklung der Zivilisationen der Menschheit vor der
Zeit Muhammads (saws) war nicht weit genug fortgeschritten, als dass
ein Gesandter für alle Menschen geschickt werden konnte. Der Prophet
Muhammad (saws) wurde aber für die Menschen seiner Zeit und für die
Zeit danach gesandt. Sein Prophetentum besitzt somit einen universalen
und zeitlosen Charakter (Koran 33:21; 68:4; 21:107).
7. Hat Muhammad (saws) Wunder vollbracht?
Das
größte Wunder, das Muhammad (saws) zuteil wurde, ist der Koran. Da
dieses Wunder den Menschen nicht nur zu Lebzeiten Muhammads (saws)
zugänglich war, sondern sich auch heute jeder mit dem Koran
auseinandersetzen kann, spricht diese Tatsache für die Größe und
Wichtigkeit dieses Wunders. Neben diesem größten Wunder gibt es andere,
die darauf hinweisen, dass Muhammad (saws) ein von Gott gesandter
Mensch war: Er wurde von Gott eines Nachts von Mekka nach Jerusalem
geführt und stieg vom Felsendom in den Himmel zu Gott empor. Gott
erlaubte es ihm, in nur 23 Jahren seine Botschaft zu verkünden, eine
Gemeinschaft aufzubauen und unter sehr ungünstigen Bedingungen einen
Stadtstaat in Medina zu begründen. In den Überlieferungen werden
noch weitere Wunder, wie die Vermehrung von Speisen u.ä. übermittelt.
Wunder sind aber immer von Gott, die er Seinen Propheten zu vollbringen
erlaubt. Sie deuten darauf hin, dass die betreffende Person von Gott
gestützt wird. Die Botschaft, die die Propheten an die Menschen
überbringen, ist aber wesentlicher als die Wunder, die geschehen, wenn Naturgesetze aufgehoben werden.
8. Was lehrte der Prophet Muhammad (saws)?
Obwohl
die Bewohner der Stadt Mekka, in der Muhammad (saws) lebte, eine
Gottesvorstellung besaßen, glaubten sie an die Mittlerrolle von vielen
verschiedenen Götzen. Diese sollten sie Gott näher bringen und sie
sprachen ihnen besondere Kräfte und Eigenschaften zu. Muhammad (saws)
erhielt von Gott den Auftrag, die Einheit und Einzigkeit Allahs (arab.
“Gott”) zu verkünden. Er klärte seine Landsleute darüber auf, dass die
Götzen und Statuen, die sie anzubeten pflegten, keine Macht besaßen.
Muhammad (saws) versuchte seiner Umgebung klar zu machen, dass nur der
Eine Einzige Gott die Menschen erschaffen hat, sie versorgt und ihre
Bitten erhört. Als zweiten wichtigen Punkt der Botschaft Gottes
stellte er heraus, dass Allah immer wieder Gesandte unter den Menschen
erwählt, die ihnen die Botschaft Gottes übermitteln. Die Propheten sind
gleichzeitig damit beauftragt, mit ihrer eigenen Lebensweise ein
mustergültiges Beispiel von Gottausgerichtetheit abzugeben. Als
einen wesentlichen Punkt, zu dem die Menschen um ihn keinen Bezug
hatten, stellte Muhammad (saws) in seiner Verkündigung das Leben nach
dem Tod dar. Er erläuterte, dass das irdische Leben eine Prüfung
bedeutet. Er wies darauf hin, dass die Menschen nach ihrem Tod am
Jüngsten Tag wiedererweckt und - gemäss ihrer Lebensweise im Diesseits
- belohnt oder bestraft werden.
9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (saws) auf die von ihm verkündete Botschaft?
Die
führenden Personen Mekkas betrachteten seine Botschaft als eine
Bedrohung für ihre Gesellschaftsordnung. Aus Muhammads (saws)
Verkündigung würde nach ihrer Ansicht hauptsächlich die Beseitigung
ihrer Götzen und Statuen folgen. Aufgrund der Pilger aus ganz Arabien
sicherten aber gerade diese den Mekkanern Einkommen, Ansehen und
Einfluss. Zudem fürchteten sie, dass der Verrat an der Religion ihrer
Väter üble Folgen haben könnte und dass Sklaven und Unterprivilegierte
ihre Rechte einfordern würden. Gerade Menschen aus den unteren
Schichten nahmen zunächst den verkündeten Glauben an. Nur die wenigen
seiner Anhänger, die angesehenen Familie entstammten, genossen
Sicherheit; die übrigen wurden verfolgt, manche sogar ermordet.
Die Lage für die Anhänger Muhammads (saws) wurde schließlich so
kritisch, dass der Prophet (saws) sie anwies, nach Abessinien
auszuwandern, wo ein christlicher Herrscher regierte. Trotz Drangsal
und Verfolgung nahm die Zahl derer, die sich ihm anschlossen, immer
weiter zu. Um diese Entwicklung zu stoppen, versuchten die Führer
Mekkas, Muhammad (saws) zu einem Kompromiss zu bewegen: Sie boten ihm
die Übernahme des Königtums und große Reichtümer an. Dafür sollten sie
abwechselnd Allah und ihren Götzen huldigen. Muhammad (saws) lehnte
dies rigoros ab.
10. Warum musste der Prophet Muhammad (saws) seine Heimat verlassen?
In
Mekka wuchs der Druck auf die Muslime unaufhörlich und der Prophet
Muhammad (saws) suchte nach Möglichkeiten der freien und ungestörten
Verkündigung der Lehre und der täglichen Umsetzung entsprechend dieser
Botschaft. Während der Pilgersaison im Jahre 621 traf Muhammad (saws)
eine Gruppe von Leuten aus Yathrib (der späteren Stadt Medina), die dem
neuen Glauben gegenüber sehr aufgeschlossen waren. Im darauf folgenden
Jahr kamen die Leute aus Yathrib mit einer größeren Delegation
nach Mekka und luden Muhammad (saws) in ihre Stadt ein und versprachen
ihm, ihn zu unterstützen. So gab der Prophet (saws) den Muslimen
die Anweisung, nach Medina auszuwandern, wo sie sicher sein würden und
ihren Glauben frei ausüben könnten. Dieses Ereignis (Hidschra) markiert
den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Inzwischen fassten die
Mekkaneer den Entschluss, Muhammad (saws) endgültig loszuwerden und ihn
zu töten. Ihr Plan ging nicht auf. Kurz zuvor verließ der Prophet
Muhammad (saws) als einer der letzten, zusammen mit seinem Gefährten
Abu Bakr, die Stadt. Obwohl die Mekkaneer seine Spur aufnahmen, gelang
es ihnen nicht, ihn ausfindig zu machen, und er konnte Medina sicher
erreichen.
11. Worin unterschied sich das Leben Muhammads (saws) in Mekka von dem in Medina?
In
Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemeinschaft mit
verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt und Handelswesen sowie
einer eigenen Gerichtsbarkeit und die Muslime konnten sich in dieser
Situation, frei von individueller Verfolgung, auf ein Leben nach
der islamischen Lehre konzentrieren. Die aus Muslimen, Juden und
anderen bestehende Einwohnerschaft Medinas akzeptierte die
Führungsrolle Muhammads (saws). Vor allem fand er die völlige
Unterstützung der beiden wichtigsten Stämme Medinas, nachdem diese
den Islam angenommen hatten. Bezüglich der Juden ging Muhammad (saws)
davon aus, dass sie als Anhänger einer Offenbarungsreligion
unvoreingenommen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden.
Darüber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Gruppe von
(einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus Opportunismus annahmen.
Muhammad (saws) schloss 623 n. Chr. mit den Vertretern der
unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Medinas einen
Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand, dass die
muslimischen und jüdischen Stämme zu gegenseitigem Schutz verpflichtet
waren. Diese erste schriftlich fixierte Verfassung diente den Muslimen
als Grundmodell für spätere Staatsstrukturen.
12. Weshalb führte der Prophet Muhammad (saws) Krieg?
Obwohl
die Muslime wie anfangs als Individuen nicht mehr verfolgt wurden,
setzten die damals noch Götzen anbetenden Mekkaneer doch alles daran,
die neu entstandene Muslim-Gemeinde in Medina zu vernichten. Das
geschah teils in Form kriegerischer Überfälle, teils aber auch durch
eine Isolationspolitik. Derart unter Druck geraten wollten die in
Medina lebenden Muslime sich verteidigen und drängten den Propheten
Muhammad (saws), gegen die Mekkaneer vorzugehen. Dieser ging jedoch
solange nicht auf die Forderungen seiner Anhänger ein, bis Gott ihm
eine Offenbarung sandte, die es ihnen erlaubte, sich gegen die
Aggressoren zu wehren. In der ersten Schlacht gewannen die Muslime
wie durch ein Wunder gegen ein zahlenmäßig und an Ausrüstung hoch
überlegenes Heer der Mekkaneer. In den nächsten Jahren folgten noch
weitere Auseinandersetzungen. Bei der Betrachtung dieser
kriegerischen Konflikte, in die Muslime verwickelt waren, ist leicht zu
erkennen, dass die muslimische Gemeinschaft als Prinzip den Frieden
-nicht den Krieg -verfolgte. Der Prophet Muhammad (saws) ließ z.B.
Kriegsgefangene frei, nachdem sie zehn Muslimen das Lesen und Schreiben
beigebracht hatten. Mehr noch: er ging auf einen Friedensvertrag zu
eigentlich kaum annehmbaren Bedingungen ein; außerdem erließ er nach
der Einnahme Mekkas eine Generalamnestie für seine Feinde. Heute wie
damals ist Krieg leider eine soziale Realität. Deshalb sind Normen und
Regeln auch für Ausnahmesituationen wie die eines Krieges notwendig.
Dass selbst unter solchen Umständen ethische Verhaltensweisen
möglich und geboten sind, kommt z.B. in der Anweisung des Propheten
Muhammad (saws) zum Ausdruck, keine Personen anzugreifen, die nicht
aktiv am Krieg beteiligt sind. Er ging sogar so weit anzuordnen, dass Muslime auch im Krieg Natur und Umwelt zu schonen haben.
13. Wie haben damals die politisch Mächtigen auf die entstehende islamische Gemeinschaft reagiert?
Zunächst
fiel die neue Bewegung Muhammads (saws) den Großmächten der damaligen
Zeit, wie dem Oströmischen und dem Persischen Reich kaum auf, denn die
arabische Halbinsel galt geopolitisch als wenig bedeutend. Da die
Mekkaneer aber Kontakte zu einigen Regionalmächten unterhielten und zu
einigen sogar eine Art Bündnis bestand, erfuhren diese von der
Entwicklung und den Spannungen zwischen den Mekkanern und Muslimen. Der
erste Rückschlag in ihren Bemühungen, die Entstehung der islamischen
Gemeinschaft zu verhindern, wurde den Mekkaneer durch einen eigentlich
mit ihnen befreundeten christlichen Herrscher, dem Herrscher von Abessinien,
zugefügt, als dieser sich weigerte, die Muslime, die dort Zuflucht
gefunden hatten, an die Mekkaneer auszuliefern. Später erkannte auch
das Oströmische Reich, dass der neue sich auf der arabischen Halbinsel
verbreitende Glaube, ihnen und ihrem Einfluss auf die arabischen
Gebieten gefährlich werden könnte. So kam es schließlich zu
kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Oströmern und den
Muslimen. Der Prophet Muhammad (saws) sandte zudem Botschaften an die
Herrscher der damaligen Welt und forderte sie zur Annahme des Islams
auf, was dann einige von ihnen auch taten.
14. Wie kam es, dass Muhammad (saws) auch die politische Führung übernahm? Wie
das Judentum kennt auch der Islam keine Trennung vom Geistlichem und
Weltlichem. Das zeigt sich vor allem in den Konzepten für eine
gottergebene Lebensweise, die der Islam für die unterschiedlichsten
Lebensbereiche liefert: Privat-und Familienleben gehören ebenso dazu
wie Wirtschaft, internationale Beziehungen usw. So ist es nicht
verwunderlich, dass der Prophet Muhammad (saws) als Beispiel in
unterschiedlichsten Funktionen wahrgenommen wird: Als Familienvater und
Ehemann, als Nachbar und Freund, als Diplomat und Staatsmann.
15. Ist der Prophet Muhammad (saws) gestorben?
Der
Prophet Muhammad (saws) war, wie alle anderen Propheten vor ihm, ein
menschliches Wesen. Da er niemals eine göttliche Wesensart für sich
beanspruchte und sogar immer darauf hinwies, dass ihm so etwas nicht
zugeschrieben werden sollte, lebte und starb er wie ein Mensch. Der
Unterschied zwischen ihm und anderen Menschen bestand „nur“ darin,
dass Gott ihm den Koran offenbarte und Gott seine Verhaltensweisen vor
Verfehlungen beschützte. Der Prophet Muhammad (saws) wird deshalb von
den Muslimen geehrt und geliebt und als nachzueiferndes Vorbild
angesehen, aber in keiner Weise angebetet.
16. Warum war der Prophet Muhammad (saws) mit mehreren Frauen verheiratet?
Als
25-jähriger heiratete der Prophet Muhammad (saws) die vierzigjährige
Khadidscha -eine angesehene, verwitwete Kauffrau. Bis zu ihrem Tode
führten sie eine glückliche und harmonische Ehe, aus der sechs Kinder
hervorgingen. Nach dem Tode Khadidschas ging Muhammad (saws) mit
mehreren Frauen eine Ehe ein, wobei nur eine davon zuvor nicht
verheiratet gewesen war; alle anderen waren verwitwet oder geschieden.
Dass der Prophet (saws) die Versorgung dieser verwitweten oder
geschiedenen Frauen übernahm, und zwar einschließlich ihrer unmündigen
Kinder, spielte eine wesentliche Rolle bei der Heirat. Zudem bewirkte
die Heirat des Propheten Muhammad (saws) mit manchen seiner Frauen,
dass die Stämme, denen sie angehörten, der damaligen Sitte gemäß, eine
engere Bindung an die Gemeinschaft der Muslime aufbauten. Für Muslime
ist die Mehrehe Muhammads (saws), genauso wie von manchen biblischen
Propheten, von Gott erwünscht. Dass seine Frauen sämtlich mit dem
Propheten Muhammad (saws) zufrieden waren und dass sie trotz z.T.
großer materieller Entbehrungen zu ihm standen und ihn unterstützten,
wird als ein Hinweis auf die Prophetenschaft Muhammads (saws) gedeutet.
17. Was meinte Muhammad (saws) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft?
Die
Stellung der Frauen in der Stammesgesellschaft auf der Arabischen
Halbinsel war gleich die eines Sklaven, wobei es hier nur wenige
Ausnahmen gab. So wurde es nicht selten als eine Schande angesehen,
wenn eine Frau ein Mädchen auf die Welt brachte. Um dieser Schande zu
entgehen, wurden die neugeborenen Mädchen oftmals in die Wüste gebracht
und dort bei lebendigem Leibe verscharrt. Mit der Offenbarung des
Korans und durch das gelebte Beispiel des Propheten Muhammad (saws)
wurde ein Mädchen einem Jungen gleichwertig eingestuft. Der
Prophet verurteilte Männer, die ihre Frauen schlecht behandelten, und
zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man in der Ehe gerecht und
liebevoll mit seiner Frau umgehen soll. Er betonte, dass die Frau vor
Gott die gleiche Stellung hat wie der Mann und dass Frauen und Männer
sich ergänzen.
18. Wie verhielt sich Muhammad (saws) gegenüber Angehörigen anderer Religionen?
Der
Auftrag, den der Prophet Muhammad (saws) erhalten hatte, war gegenüber
allen seinen Mitmenschen gleich, ob es sich nun um Juden, Christen oder
Götzendiener handelte, nämlich die Übermittlung der Botschaft Gottes.
Er sprach mit seinen Gesprächspartnern ihren Glaubensvorstellungen
entsprechend über seinen Auftrag und rief sie dazu auf, sich dem Willen
Gottes zu ergeben. Dabei zeigte er seinem Gegenüber großen Respekt und
menschliche Nähe und ertrug auch persönliche Beleidigungen und
Verfolgung mit Geduld. Er lehrte seinen Anhängern, dass zu den Christen
und Juden eine besondere Nähe besteht und dass die Menschen die freie
Wahl haben, den Glauben an Gott zu bestätigen oder abzulehnen und dass
Muslime ihre Mitmenschen mit Güte behandeln sollen. Er betonte zudem,
dass eine gerechte Behandlung aller Menschen eine unabdingbare
Voraussetzung für eine islamische Lebensweise sei.
19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (saws) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen?
Der
Mensch kann sich Gott nicht als Vorbild nehmen, da er Ihm nicht
wesensgleich ist. Daher muss er, um ein gottgefälliges Leben führen zu
können, ein Vorbild haben, nach dem er sich richten kann. Der Prophet
Muhammad (saws) wird mit seiner Persönlichkeit von Gott dem Menschen
selbst als Lebensmodell präsentiert (Koran 33:21; 68:4), da er seine
Charakterschulung und Erziehung durch seinen Herrn genoss. Das Vorbild
Muhammads (saws) ist jedoch nicht nur in seinem menschlichen Leben und
seinen persönlichen Vorzügen, sondern vor allem in seinem Weg, den
Handlungen und Aussagen, die zu Gottes Zufriedenheit führten, zu suchen.
20. Gibt es Aussagen von Muhammad (saws) über die Bewahrung der Schöpfung?
Der
Koran erwähnt, dass der Prophet Muhammad (saws) als „eine
Barmherzigkeit für alle Welten“, d.h. für die ganze Schöpfung, gesandt
wurde. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass nicht nur Aussagen und
Empfehlungen bezüglich der Menschen von ihm überliefert sind. Er gab
auch Anweisung und Ratschläge über die gute und milde Behandlung von
Tieren und den behutsamen Umgang mit der Umwelt. Er erzählte
Gleichnisse, die aufzeigten, dass, wer Tiere gut behandelt von Gott
belohnt, und wer sie quält von ihrem Schöpfer dafür bestraft werden
wird. Er lehrte seine Anhänger, Ressourcen wie Wasser nicht zu
verschwenden und einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten indem
sie z.B. Bäume pflanzen sollten.
21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (saws) überliefert?
Schon
zu Lebzeiten Muhammads (saws) gab es bestimmte Personen, denen es
erlaubt war, neben dem Koran auch die Aussagen des Propheten Muhammad
(saws) aufzuschreiben. Daneben gab es manche Gefährten Muhammads
(saws), die ihn stets begleiteten und sich seine Aussprüche merkten und
sie dann anderen weitererzählten. Bei der Weitergabe wurde genau darauf
geachtet, dass die Aussagen wortgetreu übermittelt wurden, und man
zählte bei der weiteren Überlieferung die ganze Kette aller
Überlieferer auf. So wurde sichergestellt, dass der übermittelte
Ausspruch des Propheten (saws) in seiner Echtheit überprüfbar blieb.
Schon in der Mitte des 8. Jahrhunderts (ca. 100 Jahre nach dem Tode des
Propheten), und auch später, wurden die Überlieferungen von
muslimischen Gelehrten gesichtet, gesammelt und kategorisiert. Seit
dieser Zeit gibt es viele schriftliche Zusammenstellungen der
Überlieferungen des Propheten Muhammad (saws).
22. Hat Muhammad (saws) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert?
Die
Behauptung, dass Muhammad (saws) durch den Kontakt mit Juden und
Christen, den christlichen und jüdischen Glauben kennen gelernt habe
und so seine „neue” Religion formulierte, ist meist in der Literatur
christlicher Missionare oder Orientalisten zu finden. Diese Aussagen
gründen nicht auf Fakten und finden in der Lebensbiographie des
Propheten Muhammad (saws) keine Bestätigung. Da Muhammad (saws) selbst
unbelesen war, hätte er die Schriften der Christen und Juden überhaupt
nicht studieren und somit auch nicht von ihnen abschreiben können.
Desgleichen gibt sein Umfeld, das den Götzenkult praktizierte, keinen
Anhaltspunkt dafür, dass er intensiven Kontakte zu ihnen hatte. Auch
die Tatsache, dass viele Juden und Christen nach einer Begegnung mit
Muhammad (saws) den Islam annahmen, widerspricht dieser Theorie, weil
diese als erste die Übernahme und Verfälschung ihrer Lehre bemerkt
hätten. Parallelen zwischen der biblischen Lehre und dem islamischen
Glauben lassen sich eher dadurch erklären, dass die Offenbarungen der
Christen und Juden im Grunde auf die gleiche Quelle wie die des Koran,
nämlich auf den Einen Gott, zurückzuführen sind.
23. Was hat der Prophet Muhammad (saws) über Jesus (as) gesagt?
Muhammad
(saws) war ein Nachfolger Jesu und bezeichnete ihn als „seinen Bruder“.
Als er mit Christen über Jesus (as) sprach, betonte er stets den
Sachverhalt, dass Jesus (as) nicht Gott oder Gottes Sohn ist. Der
Prophet Muhammad (saws) berichtete, dass er in einem Traum Jesus
gesehen habe und beschreibt ihn wie folgt: „Als ich nachts bei der
Kaaba schlief, sah ich im Traum einen Mann mit lohfarbener Haut, so
schön, wie man einen Mann mit lohfarbener Haut sehen kann. Sein
gelocktes Haar fiel bis zwischen seine Schultern, vom Kopfhaar des
Mannes tropfte Wasser, und er hatte seine Hände auf die Schultern
zweier Männer gelegt und umschritt das Heilige Haus, und ich fragte:
‚Wer ist das?‘ und sie sagten: ‚Das ist Isa (Jesus), Sohn der Maryam
(Maria. Der Prophet erklärte einmal: "Wer bezeugt, dass kein Gott da
ist außer Allah, Der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein
Diener und Gesandter ist, und dass Isa (Jesus) der Diener Allahs und
Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat
und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das
Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um
dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat." (Buhari).
24. Hat Muhammad (saws) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (as) im Christentum?
Islam
ist nicht eine Religion, die Muhammad (saws) begründet hat. Islam (auf
Arabisch heißt Islam etwa „Hingabe [zu Gott]“) ist die Lebensweise, die
alle Gesandten und Propheten Gottes samt Jesus (a.s.) gepredigt und
gelebt haben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund ist
Muhammad (saws) der Verkünder des „Islam“ in seiner endgültigen Form
und er ist der abschließende Gesandte Allahs. Muslime lieben
Muhammad (saws), weil er der Gesandte Gottes ist, folgen ihm, weil er
ein Leben in völliger Gottergebenheit verbracht hat und verehren ihn,
weil er der auserwählte Prophet ist. Aber sie erhöhen ihn nicht auf die
Stufe Gottes und betrachten ihn nicht als einen Mittler zwischen Gott
und den Menschen. Denn der Prophet (saws) sagte selbst zu seinen
Gefährten: „Erhöht mich nicht wie die Christen Jesus erhöht haben. Ich
bin der Knecht Allahs. Sagt: “Er ist der Diener und Gesandte Allahs“ .
25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen Hinweise auf Muhammad (saws)?
Der
Koran erwähnt, dass in den frühen Heiligen Schriften die Ankunft des
Propheten Muhammad (saws) angedeutet wird (Koran 7:157; 61:6). So
finden sich auch in der Bibel Stellen, die nach muslimischer Lesart auf
die Ankunft des Propheten Muhammad (saws) Hinweise geben, wobei
das Profil des Angekündigten besonders in sechs wesentlichen Elementen
mit dem des Propheten Muhammad (saws) übereinstimmt: Der Linie der
Propheten, seinen Eigenschaften, dem Ort seines Auftretens, der
Offenbarung, die ihm gegeben wird, den Ereignissen, die sich in seiner
Zeit zutragen werden und dem Zeitpunkt seines Kommens. Zudem
finden sich Prophezeiungen über den Propheten Muhammad (saws) in den
Schriften der Hindus wie z. B. in der Atharva Veda, einem der vier
Bücher der Veden und in der persischen Zend Avesta, der Heiligen
Schrift der Zoroastrier.
Die reine Liebe Allah sagte zu seinem Diener:
"Gibst du vor, Mich zu lieben? Wenn das der Fall ist, wisse, dass deine Liebe für Mich nur die Folge Meiner Liebe für dich ist. Du liebst Den, der ist. Aber Ich habe dich geliebt, als du nicht warst! Gibst du vor, zu versuchen, dich Mir zu nähern und dich in Mir zu verlieren? Aber Ich suche dich, noch mehr als du Mich suchst! Ich habe dich gesucht, damit du Meine Gegenwart erleben kannst, ohne einen Vermittler, seit dem Tag, wo Ich gesagt habe: Bin Ich nicht euer Herr? (Koran 7:172), während du nichts als Geist warst. Dann hast du Mich vergessen, und Ich habe dich von neuem gesucht, in dem Ich Meine Gesandten zu dir sandte, so hast du einen Körper bekommen. Das alles war aus Liebe zu dir und nicht um Meinetwillen."
Allah spricht:
Die Geschichte von Mir und den Menschen und den Dschinn ist großartig: Ich erschaffe und ein anderer wird angebetet. Ich gebe, und einem anderen wird gedankt. Ich sende das Gute von Mir meinen Dienern herab und ihre Bösartigkeit steigt zu Mir herauf. Ich neige Mich ihnen mit Meiner Gnade zu und bedarf ihrer nicht; und sie entfernen sich von Mir mit ihren Sünden, und sind doch auf keinen außer Mich angewiesen. (...) Die Leute, die Mir gehorsam sind, sind die Leute Meiner Liebe, und die Leute, die Mir ungehorsam sind, lasse Ich die Hoffnung auf Meine Gnade nicht aufgeben. Wenn sie bereuen, dann bin Ich ihr Geliebter und wenn sie nicht bereuen, dann bin Ich ihr Heiler. Ich prüfe sie mit Belastungen, damit Ich sie von ihren Fehlern reinige. (...) Wer von ihnen Mir mit Reue entgegenkommt, den erwarte Ich schon von weit weg, und wer sich von Mir abwendet, den rufe Ich von ganz nah: Wo gehst du hin? Hast Du einen anderen Gott außer Mir?
Die fünf Säulen des Islam
Die 5 Säulen des Islam stehen für die islamische Pflichtenlehre, die dieHauptpflichten im Alltag eines jeden Muslims darstellen.
Das Glaubensbekenntnis (Shahada)
Das Gebet (Salat)
Das Fasten im Ramadan (Zaum)
Die Almosenabgabe (Zakat)
Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch)
Das Glaubensbekenntnis (Shahada)
Das Glaubensbekenntnis (Shahada)
Die Schahada (das Islamische Glaubensbekenntnis) ist das Tor zur Glückseligkeit und ewiger Freude oder (falls nicht bezeugt) das Tor zur ewigen Verdammnis. Die Schahada auszusprechen und im Herzen anzunehmen öffnet das Tor zur Liebe und Barmherzigkeit Allahs ; sie (die Schahada) abzulehnen schließt das Tor und verhindert die Freigebigkeit eures Herrn (Rabb) und verdammt einen zu einer Ewigkeit im Höllenfeuer.
"Ja, diejenigen, die den Glauben verweigert haben von den Leuten der Schrift und den Mitgöttergebenden, sind im Feuer der Hölle, ewig sind sie dort; diese, sie sind die schlechtesten Kreaturen, Ja, diejenigen, die geglaubt und rechtschaffen gehandelt habe; diese, sie sind die besten Kreaturen, Ihr vergelten bei ihrem Herrn sind die Gärten Edens, unter denen Gewässer fließen, ewig sind sie dort, für immer, Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm,- dies für den, der Seinen Herrn fürchtet."
(Qur'an 98:6-8).
Wenn dieses Glaubensbekenntnis nur eine (mündliche) Äußerung, wäre für die man automatisch von Allah belohnt würde, wer würde sich dann auf dieser Erde noch sträuben, dieses zu bekennen? Aber nein, genauso wie bei anderen Bereichen des Islam, muss das Glaubensbekenntnis mit dem Handeln einhergehen und deshalb haben viele der vergangenen Generationen die Botschaft der Propheten zurückgewiesen. So wie die Menschen (zur Zeit) Ibrahims (as); sie haben erkannt wie dumm es war Steine (Götzen) anzubeten, die weder hören noch sehen konnten, aber zum Handeln überzugehen und sie (die Götzen) zu zerstören und sie nicht mehr anzubeten war mehr als sie ertragen konnten.
Wenn jemand die Schahada ausspricht, dann trifft er in der Tat einen Bund und eine Vereinbarung mit Allah . So wie es bei allen Vereinbarungen ist, gibt es Bedingungen. Der Gläubige sollte mit Überzeugung daran glauben und verstehen, dass Allah der Schöpfer und Herr (Rabb) von allem ist, was existiert, dem Guten und dem Bösen.
"Und Allah hat für euch aus dem, was Er geschaffen hat, Schatten gemacht, und Er hat für euch aus den Felsenburgen Zufluchtsorte gemacht, und Er hat für euch Bekleidungen gemacht, die euch vor Hitze schützen und Bekleidungen, die euch vor Unglück schützen, derart hat Er seine Gnade an euch erfüllt, damit ihr euch vielleicht friedenmachend ergebt (Muslime werdet)." (Qur'an 16:81).
"Er ist es, der für euch geschaffen hat, was auf der Erde ist..." (Qur'an 2:29).
"Und das Vieh, Er hat es geschaffen..." (Qur'an 16:5).
An diese Verse zu glauben heisst, an die Einheit der Gottesschaft Allahs zu glauben. Die Bedeutung der Schahada lautet:
"(Ich bezeuge) niemand hat das Recht, angebetet zu werden ausser Allah und ich bezeuge, dass Muhammad sein Gesandter ist."
Daher ist eine weitere wichtige Bedingung nicht nur, dass man Allah als den Schöpfer des Himmels und der Erde anerkennt, sondern, dass Er auch der Einzige ist für den man Ibadah (Handlungen, die von Gott vorgeschrieben wurden, um Ihm zu dienen, z.B. das Pflichtgebet, die Pilgerfahrt nach Mekka usw.) macht. Wir dürfen nicht so werden wie die Heiden, die zwar Allah als Schöpfer anerkannten, aber es ablehnten Ihn anzubeten.
"Sag: Wer versorgt euch von den Himmeln und der Erde, oder wer hat Gewalt über das Hören und die Blicke, und wer bringt das Lebendige aus dem Gestorbenen hervor und bringt das Gestorbene aus dem Lebendigen hervor, und wer lenkt die Angelegenheit? Und sie (die Heiden) werden sagen: 'Allah'" (Qur'an 10:31).
Allah zu dienen bedeutet nicht nur sich fünfmal am Tag (im Gebet) vor Ihm niederzuwerfen, sondern auch Seine Hilfe und nur Seine Hilfe zu suchen; Ihm zu gehorchen, Ihn über alles zu lieben und Gutes von Ihm zu erwarten.
"Und wenn Allah dich mit Schaden anrührt, so gibt es keinen der ihn wegnimmt außer Ihm..." (Qur'an 16:17).
"Und es gibt unter den Menschen einige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll. Die aber, die glauben, lieben Allah noch mehr." (Qur'an 2:165).
Nur Allah zu dienen nennt man die Einheit in gottesdienstlichen Handlungen (d.h. sein Ibadah nur für Allah zu machen). Sobald wir uns dazu bekannt haben an Allah zu glauben dann müssen wir Ihn als Schöpfer anerkennen und nur für Ihn Ibadah machen. Aber wer ist Allah? Was sind Seine Eigenschaften und müssen wir auch an diese glauben?
"Sag: Er ist Allah, einzig. Allah, der immer da ist. Nie zeugte Er und nie ist er gezeugt. Und nie gibt es Ihm Gleiches."
(Qur'an 112:1-4).
"Allah, kein Gott außer Ihm, der Lebendige, der Beständige, es ergreift Ihn nicht Schlummer und nicht Schlaf, Sein ist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der Fürsprache einlegt, bei Ihm ohne Seine Erlaubnis?..." (Qur'an 2:255). Der erste Teil der Schahada hat mit Allah zu tun, der zweite Teil (betont), dass Muhammad (saws) Sein Knecht und Gesandter ist. Wenn man an Allah glaubt, dann muss man auch an die Prophetenschaft Muhammads (saws) glauben. Wenn man Allah liebt, dann muss man auch Muhammad (saws) lieben und ihm (seiner Sunnah) folgen.
"Sag (oh Muhammad): Wenn ihr Allah liebt so folgt mir..." (Qur'an 3:31)
"Und Muhammad ist nicht Vater eines einzigen von euren Männern, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten, und Allah weiß von allem." (Qur'an 33.40).
"...und was der Gesandte euch gibt, so nehmt es, und was er euch untersagt, so enthaltet euch.." (Qur'an 59:7)
Dies sind nur einige wenige Aspekte der Schahada, die wir verstehen und an die wir glauben müssen, wenn wir wahrlich das Wohlgefallen Allahs erhalten möchten.
Das Gebet (Salat)
Die Ausübung der religiösen Pflichten bringt den Gläubigen Allah am nächsten. Durch die Aufteilung des Gebetes, in fünf verschiedene Zeiten zu Tag und in der Nacht bringt dieses in dauernden und ständigen Kontakt mit Allah, bei dem er Zuflucht sucht gegen alle Kümmernisse und Anfechtungen des Lebens, und es führt ihn jedesmal wieder zu Allah zurück, wenn er durch die irdischen Belange sich dem Schöpfer entfremdet. Das rituelle Gebet ist ein Erwachen der Seele, eine ständige Erinnerung an die göttliche Allgegenwart, eine Reinigung der Seele und des Körpers.
Die rituellen Waschungen bedeuten nicht nur die verschiedenen Körperteile und das Gesicht zu reinigen, sondern sie sind ein Symbol für die Reinigung der Seele und die Vorbereitung des Gläubigen auf seine Begegnung mit dem Allmächtigen im Gebet, mit einem reinen Herzen, das keinen Haß kennt, noch Groll gegen einen anderen, mit einer ergebenen Seele, die sich aber nur Allah hingibt und sich nur vor seinem Schöpfer neigt und in Demut niederfällt.
Ganz unabhängig von diesen großen Tugenden bringt das Gebet noch zahlreiche soziale Vorzüge mit sich. Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal mehr Wert als das Gebet, das man alleine verrichtet. Der Mensch, der sich im Gebet zu seinen Brüdern gesellt, bildet mit ihnen eine feste und uneinnehmbare Einheit, so daß das in der Gemeinschaft verrichtete Gebet ein Zeichen für die Einheit, die Solidarität und die gegenseitige Hilfeleistung der Gemeinschaft bedeutet.
Es erfüllt ihn mit der Liebe, welche die Herzen der Gläubigen vereint und verbindet. Das Gebet ist ein praktikables Beispiel für die islamische Gleichheit der sozialen Strukturen. Der Reiche steht neben dem Armen und der Regierende neben dem Regierten an einer Linie, Schulter an Schulter. Vor Allah sind sie alle gleich, vereint in ein und derselben Gemeinschaft, in der Übereinstimmung der Herzen und den Blick nach der Ka'aba gerichtet. Außer dem in der Gemeinschaft verrichteten Gebet bieten sich dem Gläubigen mannigfaltige Gelegenheiten, sich mit seinen Mitbrüdern in der geheiligten Umzäunung zu vereinen und zu versammeln zum gemeinsamen Gebet am Freitag oder zum Gebet an den beiden großen Festen.
Das Fasten im Ramadan (Zaum)
Das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan gibt dem Gläubigen nicht nur ein Mittel zur Erlangung von Selbstbeherrschung. Der Monat Ramadan ist Teil der heiligen 3 Monate, und ist dem Gedenken an Gott gewidmet und der Offenbarung des Qur'an. Jedes Jahr im Monat Ramadan fasten Muslime von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Dabei halten sie sich von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr wie auch übler Nachrede etc. fern. Dabei gilt das Fasten als Reinigung von Körper und Seele, der Bewusstwerdung und Dankbarkeit der Gaben Gottes, sowie der Erinnerung an die islamischen Tugenden, wie Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und Geduld.
Die Almosenabgabe (Zakat)
Alle Dinge gehören Gott und der Reichtum ist den Menschen nur anvertraut. Die eigentliche Bedeutung des Wortes Zakat ist „Reinigung“ und „Wachstum“. Zakat geben bedeutet, einen bestimmten prozentualen Anteil von Besitztümern an bedürftige Menschen zu spenden. Diese Abgabe von 2,5% ist jedoch nicht als Almosen zu verstehen, sondern ist ein Rechtsanspruch der Bedürftigen, den sie ohne zu bitten oder zu betteln bekommen müssen: Es ist ihr Recht und keine Gefälligkeit... Der Besitz des Gebenden wird gereinigt, indem ein Anteil davon, Bedürftigen gegeben wird; so wie das Beschneiden der Pflanzen neues Wachstum ausgleicht und fördert. Die Zakat ist damit nicht nur ein Faktor des sozialen Systems des Islam, sondern auch gleichzeitig ein Mittel zur seelischen Entlastung, denn sie soll allein aus dem Glauben an Gott gezahlt werden. Man darf natürlich daneben soviel freiwillige Almosen geben, wie man möchte.
Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch)
Die Pilgerfahrt nach Mekka lässt den Gläubigen die wahre Hinwendung an Gott, die Opferbereitschaft und die Brüderschaft der Muslime aus aller Welt spüren. Die jährliche Pilgerfahrt (Hadsch) ist einmal im Leben Pflicht für die, die körperlich und finanziell in der Lage dazu sind. Über zwei Millionen Menschen kommen jedes Jahr aus allen Ländern der Erde nach Mekka. Männliche Pilger tragen z.B. besonders einfache Kleidung in Form von zwei ungenähten, weißen Leinentüchern, die jegliche Unterscheidung nach Klassen und Kulturen unmöglich macht, so dass alle gleich vor Gott stehen. Die Pilgerriten bestehen u.a. aus dem siebenmaligen Gehen zwischen den Hügeln Safa und Marwa, wie es die Mutter Ismails auf ihrer Suche nach Wasser getan hat. Dann stehen die Pilger zusammen in Arafat und bitten Gott um seine Vergebung und was ihnen noch am Herzen liegt. Dieser Tag wird oft mit dem Tag des Gerichts verglichen. Beginn und Ende der mehrtägigen Pilgerriten, die an verschiedenen Orten vollzogen werden ist die haram Moschee in Mekka. In dieser Moschee befindet sich die Kaaba , zu der sich die Muslime beim Beten hinwenden und die sie während den Pilgerriten siebenmal umkreisen. Die Grundmauern dieses einfachen Gebäudes gehen auf das Haus zurück, das Gott, Abraham und seinem Sohn Ismael zu bauen befahl. Über die Jahrtausende zerfiel es und wurde wieder aufgebaut, verlor jedoch nie seine Funktion als Ort der Anbetung. Muhammad (saws) schließlich räumte es letztendlich vom Götzenkult und führte es wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Stätte der Anbetung des Einen Gottes zu. Seitdem ist das Gebäude leer und dient als symbolischer Ort der Anbetung.
Das Ende der Hadsch bildet das große Fest Id al-Adha, das mit Gebeten und dem Schlachten eines Opferschafs in Erinnerung an die göttliche Prüfung Ibrahims (sa) , seinen Sohn zu opfern und die Barmherzigkeit Gottes diesen zu verschonen, begangen wird. Dieses und Id al-Fitr, ein Festtag am Ende des Ramadan, bilden die zwei großen Feste des islamischen Kalenders.
Geschichte des Quran
Für
die Übermittlung Seiner Botschaft, bediente sich Allah der Propheten.
Den Quran verkündete Muhammad (saws) in der Höhle „Hira“ einen
nahegelegenen Berg Mekkas. Im Monat Ramadan in seinen 40. Lebensjahr
erschien ihm der Engel Gabriel (as) und trug ihm die ersten Worte der
Offenbarung vor. Dabei handelte es sich um die Sure 96 der Vers 1 bis 5.
"Lies! Im Namen deines Herrn,
Der erschuf. Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden.
Lies! Denn dein Herr ist gütig.
Der durch die Feder gelehrt hat.
Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste."
Nach einer kurzen Unterbrechung empfing er immer wieder zu ganz
unterschiedlichen Anlässen bis kurz vor seinem Tod Offenbarungen. Als
schließlich der Prophet (saws) mit 63 Jahren starb, hinterließ er den
Muslimen, eine von Allah vollendete Offenbarung.
Vor seinem Prophetentum war Muhammad (saws) bei den Mekkanern ein
angesehener und beliebter Mann. Doch wegen der Botschaft, die er
überbrachte, wurde er angefeindet und verfolgt.
Der Quran wurde Muhammad (saws) nicht auf einmal offenbart, sondern
Stück für Stück. Die Offenbarung erfolgte in arabischer Sprache und
stammte von der Urschrift, die sich bei Allah auf einer „wohlbewahrten
Tafel“ befindet. Die früheren Offenbarungen, von denen sich heute noch
Teile davon in der Bibel befinden, haben ihren Ursprung von der
wohlbewahrten Tafel. Der Quran bildet den Abschluss aller
vorangegangenen Offenbarungen.
Eine wichtigste Aussage des Quran ist das Zeugnis von
der Einheit und Einzigkeit Allahs, neben Dem es keine anderen Götter
gibt. Die Einzigartigkeit des Quran lässt jeden denkenden Menschen die
göttliche Herkunft erkennen. Deutlich und unmissverständlich ermahnt
der Quran die Menschen und gibt den Gehorsamen gleichzeitig
Rechtleitung und Verheißung. Der Quran gibt für den Gläubigen
Handlungsanweisungen und bleibt zugleich Mahnung für alle Menschen.
Das Grundprinzip der qur’anischen Botschaft ist der Hinweis auf den einen einzigen Gott,
arabisch Allah. Es gibt nur einen Gott, der alles umschließt. Sich zu
Ihm bekennen, heißt sich dem Prinzip Seiner Einzigkeit in aller
Konsequenz zu unterstellen. Allah ist der Erhabene, Er ist die
Wahrheit, Er hat Macht über Leben und Tod. Er ist nicht einer von
Dreien oder ein Dritter. Er ist ewig und allein.
Der Quran bildet die
Lebensweise der Muslime. Die Texte des Quran werden zudem auch für das
tägliche fünfmalige Gebet benutzt. Dies ist eine weise Vorsorge des
Allerbarmers, das die Texte nicht verloren gehen oder entstellt werden.
Wörtlich
bedeutet Quran (arab. al-quran) „das Vorzutragende“ und ist darum auch
nicht bloß auf den schriftlichen Text beschränkt. Abertausende von
Muslimen haben diesen Text nicht nur niedergeschrieben, sondern auch im
Gedächtnis bewahrt und weitergegeben, von Generation zu Generation. Der
Quran ging so zwei getrennte Wege, den mündlichen und schriftlichen.
Nur so war es gewährleistet, dass die Texte unverändert überliefert
wurden. Der Quran enthält noch heute das gleiche, wie zu Muhammads
(saws) Lebzeiten verkündet wurde.
Eine weitere bemerkenswerte Tatsache ist das Festhalten des Quran an
der Wiedergabe des ursprünglichen Textes. Der Quran zählt nur als
Original in arabischer Sprache, alle Übersetzungen können nicht mehr
als Quran bezeichnet werden. Alles andere ist Auslegung oder
Übersetzung. Der Gebrauch der qur’anischen Sprache ist heutzutage
verschwunden. Die arabischen Nationen sprechen eine andere Sprache als
die, in welcher der Quran offenbart wird. So muss auch ein Araber, will
er den Quran verstehen, die qur’anische Bedeutung erlernen.
Was ist Islam?
Das Gottesbild
Der Islam verkündet die reinste Form des Monotheismus. Gott ist der eine Gott; Er ist unteilbar und hat niemand neben sich. Er ist unvergleichlich und nichts ist ihm auch nur ähnlich. Nichts geschieht ohne seinen Willen. Er ist der Erste, der Letzte, der Ewige, der Unendliche, der Allmächtige, der Allwissende. Er ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge. Er ist der Gerechte, der Allerbarmer, der Gnädige, der Liebende, der Gütige, der Erhabene, Preiswürdige, der Wahrhaftige. Er ist der Inhaber und Besitzer aller vollkommenen Eigenschaften. Alle diese, und noch andere im Koran erwähnten Eigenschaften Gottes, müssen in ausgewogener Weise betrachtet werden, ohne dass die eine Eigenschaft zugunsten einer anderen vernachlässigt wird, oder zum Nachteil einer anderen überbetont wird; denn Gott allein hat sich mit all diesen Namen benannt.
Einheit der Religionen
Der Islam betont den einheitlichen Ursprung aller monotheistischen Religionen. Nach seiner Lehre sind dem menschlichen Geist, trotz seiner großen Möglichkeiten, bestimmte Grenzen gesetzt, die er weder mit den exakten, noch mit empirischen Wissenschaften überschreiten kann. So liegt für den Menschen das sichere Wissen um die letzten Wahrheiten jenseits dieser Grenzen, und die einzige Quelle, die dem Menschen für die Erreichung dieses Wissens offen steht, ist die göttliche Offenbarung, die ihm von Anbeginn der Zeit zur Verfügung stand. Die Propheten des Einen Gottes erschienen im Verlauf der Geschichte in jedem Land und bei jeder Gemeinschaft und überbrachten den Menschen die Weisungen Gottes. Die Menschheit wurde so auf die endgültige und an die ganze Welt gerichtete Botschaft stufenweise vorbereitet. Diese letzte göttliche Offenbarung, die durch den letzten Propheten Muhammad überbracht wurde, berichtigt und ergänzt alle inzwischen durch menschliche Schwächen veränderten Botschaften. Allein diese letzte Botschaft ist wissenschaftlich beweisbar, bis auf den heutigen Tag den Menschen unverfälscht zugänglich. Alle Propheten, von Adam über Abraham, Moses Jesus bis hin zu Muhammad sind die Propheten, an die der Muslim glaubt und die er ohne Unterschied verehrt. Alle göttlichen Offenbarungen, von der Thora über die Psalmen und das Evangelium bis des einen Gottes; nur ist der Koran die letzte dieser Offenbarungen, die unverfälscht geblieben ist, und die all das enthält, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt.
Einheit der Botschaft
Der Islam lehrt die Einheit der gesamten Menschheit. Er betont, dass Unterscheidungen nach Rassen, Hautfarben, Sprachen usw., niemals den Grund für Überlegenheitensansprüche einer Gruppe gegenüber einer anderen bilden können. Die einzige, wirkliche Unterscheidung zwischen den Menschen ergibt sich auf geistig sittlicher Ebene, nämlich die Unterscheidung nach Rechtschaffenheit und Gottesehrfurcht.
Einheit Lebensweg
Der Islam ist ein allumfassender Lebensweg, der sich auf alle Bereiche des menschlichen Daseins erstreckt und der in grundsätzlicher Übereinstimmung mit der Natur, ihren Gesetzen und ihren Anforderungen steht. Islam ist das in die Praxis umgesetzte Wissen um die Existenz Gottes, die Wahrhaftigkeit seiner Propheten, seiner Bücher, seiner Engel und des Lebens nach dem Tode. Ein Muslim ist derjenige, der die Gesetze Gottes in allen Lebenssituationen befolgt, und die islamische Gesellschaft ist die nach Wissen um den Willen Gottes strebende Gemeinschaft der jeder Einzelne direkt und ohne Vermittlung eines Priesters mit Gott in Verbindung steht. Und schließlich ist die islamische Gesellschaft die jedem Nichtmuslim größte Toleranz entgegenbringende Gemeinschaft der Gottgläubigen, denn das Wort Islam hat sowohl die Bedeutung Unterwerfung unter den Willen Gottes, als auch die Bedeutung Frieden .
Die Vernunft
Der Islam betrachtet die Vernunft als ein kennzeichnendes Merkmal des Menschen und als eine Gabe Gottes. Sie ist der Grund für die Verantwortlichkeit des Menschen vor Gott und gleichzeitig sein Führer in allen Lebenssituationen. Weil der Islam der Vernunft einen so bedeutenden Platz einräumt, gibt es für mystische Kulte und Dogmen keinen Platz in ihm.
Islam und Wissenschaft
Der Islam macht das Streben nach Wissen zur Pflicht eines jeden Muslims. Er geht sogar so weit, die wissenschaftliche Arbeit zum Gottesdienst zu erheben. In ständigen Appell fordert der Koran den Menschen dazu auf, die Natur zu erforschen, damit er die Existenz Gottes und Seine Eigenschaften erkennt. Im Koran findet der Muslim die Grundlagen und Richtlinien für ein wissenschaftliches Forschen. Die einzige Einschränkung auf diesem Gebiet bestehet darin, dass die Forschung selbst nie zum Ziel werden darf, sondern immer ein Mittel zur Erreichung menschlichen Fortschritts und zur Vervollkommnung der Moral bleiben muss.
Ziele des Islam
Der Islam befasst sich nicht nur mit dem ewigen Leben im Jenseits, sondern er richtet sein Augenmerk in gleichem Maße auch auf das diesseitige Leben. Sittliche Vollkommenheit, sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, zwischenmenschliche Liebe und Barmherzigkeit, politische Vernunft und Friede sind Ziele, die der Islam zur Erreichung wahren menschlichen Glücks in diesem Leben zu verwirklichen sucht.
Pflichten des Muslim
Der Islam schreibt den Gläubigen das tägliche Gebet vor. Dadurch wird neben der äußeren Reinigung durch Waschung auch die Reinigung der Seele erzielt. Die Vermögensabgabe (Zakat) ist nicht nur ein Faktor des sozialen Systems des Islam, sondern auch gleichzeitig ein Mittel zur seelischen Entlastung, denn sie soll allein aus dem Glauben an Gott gezahlt werden. Das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan gibt dem Gläubigen nicht nur ein Mittel zur Erlangung von Selbstbeherrschung. Die Pilgerfahrt nach Mekka schließlich lässt den Gläubigen die wahre Hinwendung an Gott, die Opferbereitschaft und die Brüderschaft der Muslime aus aller Welt spüren. Neben diesen vier Hauptpflichten, die dem Gläubigen vorgeschrieben sind, gibt es im Gesetz Gottes noch viele andere Gebote und Verbote, die dem Menschen den Weg zu einem glücklichen Leben in dieser Welt und einem gottnahen ewigen Leben im Jenseits weisen. Somit kann jede Arbeit des Menschen zum Gottesdienst werden, nämlich dann, wenn sie gemäß dem Willen Gottes und mit der aufrichtigen Absicht durchgeführt wird.
Der Gottesbegriff im Islam
Es ist eine bekannte Tatsache, dass jede Sprache einen oder mehrere Ausdrücke hat, die sich auf Gott und manchmal auch auf niedrigere Gottheiten beziehen. Dies ist nicht der Fall mit Allah. Allah ist der persönliche Name des Einen wahren Gottes. Nichts außer ihm kann Allah genannt werden. Das Wort hat grammatikalisch gesehen - weder Plural noch Geschlecht. Dies zeigt die Einzigartigkeit im Vergleich mit dem Wort Gott, aus dem man grammatikalisch die Mehrzahl Götter oder weibliche Form, Göttin machen kann. Es ist interessant festzustellen, dass Allah der persönliche Name Gottes in Aramäisch, der Sprache von Jesus und eine Schwester-Sprache vom Arabischen ist. Der Islam meint mit dem Begriff Gott den Einen einzigen und wahrhaftigen Gott. Für Muslime ist Gott der Allmächtige, Schöpfer und Erhalter des Universums, dem nichts gleich. Der Prophet Muhammad (saws) wurde von Zeitgenossen über Allah befragt; die Antwort kam direkt von Gott selbst in der Form einer kurzen Sure des Koran, die als der Grundzug der Einheit oder als Grundsatz des Monotheismus angesehen wird. Dies ist Sure 112 die lautet:
"1. Sprich: "Er ist Allah, der Einzige; 2. Allah, der Unabhängige und von allen Angeflehte. 3. Er zeugt nicht und ward nicht gezeugt; 4. Und keiner ist Ihm gleich." (112: 1-4)
Einige Nichtmuslime behaupten, dass Gott im Islam ein harter und grausamer Gott sei, der vollen Gehorsam verlangt. Er sei nicht liebevoll und nicht freundlich. Nichts kann weiter von der Wahrheit sein als diese Behauptung. Es genügt zu wissen, dass, bis auf eine Ausnahme, jede der 114 Suren des Koran folgendermaßen beginnt:
Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen !
Der Prophet Muhammad (saws) sagte: "Gott ist liebevoller und freundlicher als eine Mutter zu ihrem lieben Kind."
Aber Gott ist auch gerecht. Daher müssen Übeltäter und Sünder ihren Anteil an der Strafe haben und die Tugendhaften, in den Genuss der Freigebigkeit Gottes kommen . Tatsächlich kommt Gottes Eigenschaft der Barmherzigkeit voll zum Ausdruck in Seiner Gerechtigkeit. Menschen, die seinetwegen ihr ganzes Leben leiden und Menschen, die ihr ganzes Leben andere unterdrücken und ausbeuten, sollten nicht die gleiche Behandlung Gottes erfahren. Das Erwarten einer gleichen Behandlung für beide Gruppen wird auf das Leugnen des wahren Glaubens an die Verantwortlichkeit des Menschen im nächsten Leben hinauslaufen und damit auf das Leugnen aller Anreize für ein moralisches und tugendhaftes Leben in dieser Welt. Die folgenden koranischen Ayat sind in dieser Hinsicht sehr deutlich und offen.
34. Für die Gerechten sind Gärten der Wonne bei ihrem Herrn. 35. Sollten Wir etwa die Muslims wie die Schuldigen behandeln ? 36. Was ist euch ? Wie urteilt ihr ! (68:34-36)
Der Islam lehnt es ab, Gott in irgendeiner menschlichen Gestalt zu charakterisieren oder ihn bildlich darzustellen, bestimmte Individuen oder Völker bevorzugend, auf Grund von Reichtum, Macht oder Rasse. Er schuf die Menschen als gleichwertige Geschöpfe. Sie konnten sich auszeichnen und Seine Gunst nur durch Tugend und Frömmigkeit erwerben. Die Behauptungen, dass Gott sich im siebten Tag ausgeruht hat, dass Gott ein neidischer Verschwörer gegen die Menschheit sei, oder das Gott in irgendeinem Menschen Fleisch geworden sei, all dies wird vom islamischen Standpunkt als Blasphemie betrachtet. Die einzigartige Benutzung des Wortes Allah als der persönliche Name Gottes reflektiert die islamische Betonung der Reinheit des Glaubens an Gott. Jenes Glaubens, der der innerste Kern der Botschaft ist, die alle Gesandten Gottes vermitteln. Aus diesem Grund betrachtet der Islam das verbinden irgendeiner Gottheit oder einem persönlichen Wesen mit Gott als Todsünde, die Gott nie vergibt, trotz der Tatsache, dass Er Sie, wenn Er will alle Sünden vergibt. Der Schöpfer muss eine andere Natur haben als die Dinge, die er erschuf, weil wenn er dieselbe Natur hätte wie sie, dann müsste er zeitlich sein und Seine Schöpfer brauchen. Die Schlussfolgerung lautet:
Nichts ist gleich Ihm (42:11)
Wenn der Schöpfer nicht zeitlich ist, dann muss Er immerwährend sein. Und wenn Er immerwährend ist, dann kann Er nicht hervorgerufen worden sein, und wenn nichts Ihn hervorbrachte, dann kann nichts außer ihm veranlassen, weiter zu existieren. Dies bedeutet, dass Er sich-selbst-genügend ist. Und wenn Er in Seiner Existenz auf niemanden angewiesen ist, dann kann Seine Existenz kein Ende haben. Der Schöpfer ist demnach immerwährend und ewigbleibend.
3. Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene, und Er ist der Wissende aller Dinge. (57:3)
Er ist der Sich-Selbst-Genügende und Sich-Selbst-Erhaltende, oder mit dem Koranischen Ausdruck: al-Qayyum. Der Schöpfer erschafft nicht nur im Sinne, dass Er Dinge aus nichts hervorbringt, sondern Er bewahrt die erschaffenen Dinge, nimmt sie aus der Existenz weg und er ist die Grundursache für alles was ihnen passiert.
62. Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist Wächter über alle Dinge. 63. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde; und jene, die nicht an die Zeichen Allahs glauben, sie sind die Verlierenden. (39:62-63)
6. Und es gibt kein Geschöpf, das auf der Erde kriecht, dessen Versorgung nicht Allah obläge. Und Er kennt seinen Aufenthaltsort und seine Heimstatt. All das ist in einem deutlichen Buch. (11:6)
Gottes Attribute
Wenn der Schöpfer immerwährend und ewigbleibend ist, dann müssen Seine Eigenschaften auch immerwährend und ewigbeleibend sein. Er soll weder irgendeine Seiner Eigenschaften verlieren, noch welche erwerben. Wenn dies so ist, dann sind Seine Eigenschaften vollkommen. Kann es mehr als einen Schöpfer mit solchen vollkommenen Eigenschaften geben? Kann es zum Beispiel, zwei absolut mächtige Schöpfer geben? Das Nachdenken darüber zeigt, dass dies unmöglich ist. Der Koran fasst dieses Argument in den folgenden Ayat zusammen:
91. Allah hat Sich keinen Sohn zugesellt, noch ist irgendein Gott neben Ihm: sonst würde jeder "Gott" mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen, und die einen von ihnen hätten sich sicherlich gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah über all das, was sie behaupten ! (23:91)
22. Gäbe es in ihnen (Himmel und Erde) Götter außer Allah, dann wären wahrlich beide zerstritten. Gepriesen sei denn Allah, der Herr des Thrones, hoch erhaben über das, was sie aussagen! (21:22)
Die Einheit Gottes
Wir werden im Koran an die Falschheit aller angeblichen Götter erinnert. Diejenigen, die von Menschen gemachte Objekte anbeten, werden im Koran gefragt:
97. Er ( Abraham) sprach: "Verehret ihr das, was ihr gemeißelt habt, (37:95)
16. Sprich: "Wer ist der Herr der Himmel und der Erde ?" Sprich : "Allah." Sprich : "Habt ihr euch Helfer außer Ihm genommen, die sich selbst weder nützen noch schaden können ?" Sprich : "Können der Blinde und der Sehende gleich sein? Oder kann die Finsternis gleich sein dem Licht ? Oder stellen sie Allah Götter zur Seite, die eine Schöpfung geschaffen wie die Seine, also dass (beide) Schöpfungen ihnen gleichartig erscheinen?" Sprich: "Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einige, der Allmächtige." (13:16)
Im Koran wird die Geschichte von Abraham für die Anbeter von himmlischen Körpern ausgeführt:
76. Als nun die Nacht ihn überschattete, da erblickte er einen Stern. Er sprach: "Ist das mein Herr ?" Doch da er unter ging, sprach er : "Ich liebe nicht die Untergehenden." 77. Als er den Mond sah, sein Licht ausbreitend, da sprach er : "Ist das mein Herr ?" Doch da er unter ging, sprach er : "Hätte nicht mein Herr mich recht geleitet, wäre ich gewiss unter den Verirrten gewesen." 78. Als er die Sonne sah, ihr Licht ausbreitend, da sprach er : "Ist das mein Herr, das ist das Größte ?" Da sie aber unter ging, sprach er: "O mein Volk, ich habe nichts zu tun mit dem, was ihr anbetet. 79. Siehe, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern." (6:76-79)
Die Haltung des Gläubigen
Es ist notwendig , an die Einheit Gottes zu glauben, um ein Muslim zu sein, d.h. um sich Gott zu ergeben in dem Sinne, dass Er der einzige Schöpfer, Erhalter,... usw. ist. Aber dieser Glaube, der in der Folge Tauhid Ar-rububiyyah genannt wird, ist nicht genug. Viele der Götzendiener wussten und glaubten, dass nur Gott in der Lage ist, all dies zu tun. Aber dies war nicht genug, sie zu Muslimen zu machen. Zu Tauhid ar-Rububiyyah muss Tauhid al-Uluhiyyah hinzugefügt werden , d.h. man akzeptiert die Tatsache, dass Gott allein würdig ist, angebetet zu werden, und daher enthält man sich, irgendetwas anderes anzubeten.
Nachdem man dieses Wissen über den Einen einzigen Gott hat, muss man ständig und fest an ihn glauben, und soll nichts zulassen, sich dahin zu bewegen, die Wahrheit zu leugnen.
Wenn der Glaube ins Herz einer Person eingeht, verursacht er einen bestimmten innerlichen Zustand, der bestimmte Handlungen zur Folge hat. Alle diese innerlichen Zustände und Handlungen sind der Beweis für wahren Glauben. Der Prophet Muhammad (saws) sagte :"Glaube ist, was fest im Herzen wohnt und durch Taten bewiesen wird"
An erster Stelle unter jenen inneren Zuständen ist das Gefühl der Dankbarkeit Gott gegenüber, was der Geist des Ibadah (des Gottesdienstes) genannt werden kann.
Das Gefühl der Dankbarkeit ist so wichtig, dass ein Ungläubiger Kafir genannt wird, d.h. einer, der die Wahrheit bestreitet und auch einer, der undankbar ist.
Ein Gläubiger liebt Gott und ist ihm dankbar für die Gaben, die Er ihm schenkte, aber er ist sich gleichzeitig der Tatsache bewusst, dass seine guten Taten, ob geistig oder physisch, fern davon sind, der göttlichen Gnade angemessen zu sein. Er ist aus Furcht besorgt, dass Gott ihn bestrafen würde, in diesem oder im nächsten und letzten Leben. Daher fürchtet er Ihn, ergibt sich Ihm und dient Ihm mit großer Demut. Man kann in einem solchen geistigen Zustand sein, ohne nicht fast die ganze Zeit Gott zu gedenken. Er beherzigt dabei, dass die Kraft für die Erhaltung des Glaubens von Gott kommt, ohne die der Glaube verblasst und vergeht.
Im Koran wird das Gefühl der Dankbarkeit durch das wiederholte Erwähnen der Attribute Gottes verstärkt. Einige dieser Attribute finden wir in den folgenden Ayat des Koran nebeneinander gestellt:
22. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der Wissende des Ungesehenen und des Sichtbaren. Er ist der Gnädige, der Barmherzige.
23. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie anbeten !
24. Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Allmächtige, der Allwissende. (59:22-24)
255. Allah - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem aus Sich Selbst Seienden und Allerhaltenden. Schlummer ergreift Ihn nicht noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm für bitten will, es sei denn mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen ; und sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Ihm gefällt. Sein Wissen umfasst die Himmel und die Erde; und ihre Erhaltung beschwert Ihn nicht; und Er ist der Erhabene, der Große. (2:255)
171. O Volk der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und saget von Allah nichts als die Wahrheit. Der Messias, Jesus, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter Allahs und eine frohe Botschaft von Ihm, die Er nieder sandte zu Maria, und eine Gnade von Ihm. Glaubet also an Allah und Seine Gesandten, und saget nicht : "Drei." Lasset ab - ist besser für euch. Allah ist nur ein Einziger Gott. Fern ist es von Seiner Heiligkeit, dass Er einen Sohn haben sollte. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Beschützer. (4:171)
Esma´ül Hüsna
99 schönsten Namen Allahs
Der Mensch ist nach Islamischer Auffassung dazu erschaffen, Gott zu dienen, Ihn anzubeten und zu verehren. Als Lohn für seine Mühe ist ihm das Paradies versprochen, und die höchste Freude im Paradies ist es, Gottes Angesicht schauen zu dürfen und den Grund allen Seins zu erblicken! Das Ziel eines wirklichen Muslim ist deswegen nur der Schöpfer selber und nicht das Paradies! Die Welt ist ihm gleichgültig, doch sieht er in allen Dingen die Schöpferkraft Gottes. Er ist sich bewusst, dass kein Geschöpf Macht und Kraft besitzt, sondern Gott allein der Mächtige ist. Dies lässt keinen Raum mehr für irgendwelchen Stolz, denn der Gläubige weiss, dass er alles was er ist, was er besitzt und was er erreicht hat, Gott allein zu verdanken hat. Der Gläubige versucht, all sein Streben auf Gott auszurichten. Alles was er tut, tut er letzlich nur für und wegen Gott. Gottes Wohlgefallen ist ihm das höchste Gut. Je mehr er an Gott denkt und für Ihn lebt, desto mehr offenbart Gott ihm Seine Geheimnisse und Seine Natur. Da es aber unmöglich ist, das Streben auf etwas auszurichten, was wir nicht kennen, können wir nur auf Umwegen an Gott denken: Durch die Schöpfung sehen wir die Kraft, Macht und Schönheit des Schöpfers; durch Seine, vom Ihm selbst im Koran genannten Attribute, erkennen wir Sein Wesen (soweit dies einem Menschen überhaupt möglich ist). Allahs Attribute sind ungezählt. Diese 99 Namen sind es jedoch, die im Koran aufgeführt werden, und mit diesen Namen soll der Gläubige Gott anrufen und sich Ihm nähern:
"Und Allahs sind die Schönsten Namen; so ruft Ihn mit ihnen an." Al-Araf 180
Er ist Allah; niemand ausser Ihm ist würdig der Anbetung.
Die Herrschaft Gottes Allah ist ...
1. Al-Malik der Herrscher und König niemand außer ihm hat die Eigenschaft der absoluten Herrschaft, und deswegen sind alle Menschen vor Ihm gleich. Alle Geschöpfe sind seine Diener, und niemand darf einem anderen dienen. 2. Al-Dschalil der Majestätische. 3. Al-Karim der Ehrenvolle, der Großzügige, der die Menschen am jüngsten Tag für begrenzte gute Taten mit unbegrenztem Guten belohnen wird. 4. Sul-Dschalali-wal-Ikram derjenige, dem die Majestät und die Ehre eigen sind. 5. Al-Qudduus der Heilige, der Einzigheilige, und nur Ihm gehört alle Lobpreisung. 6. As-Salaam er selbst ist der Friede, und er ist der Verleiher des Friedens; sich Ihm zu unterwerfen, bedeutet inneren Frieden zu finden, und nur die Gesellschaft oder Gemeinschaft, die seine Anordnungen befolgt, findet wirklichen Frieden. Auch der oft erwähnte Weltfrieden kann nur dann erreicht werden, wenn alle Menschen Gott als solchen anerkennen und seine Gesetzt befolgen. 7. Al-Mumin der Verleiher der Sicherheit, und er verleiht sie denjenigen, die Seine Herrschaft anerkennen und Seinen Gesetzen folgen. 8. Al-Muhaimin der Beherrscher, der das ganze Universum unter Seiner Kontrolle hält. Er ist der Beschützer und der Bewacher. Nur bei Ihm findet der Mensch wirklichen Schutz. 9. Al-Asies der Allmächtige; alle Macht geht von Ihm aus, und ohne Sein Wollen hätte nichts und niemand Macht. 10. Al-Dschabbaar der Unterwerfer, der alles nach Seinem Willen unterwerfen kann und der am jüngsten Tag alles unterwerfen wird. 11. Al-Mutakabbir der Stolze, der auf sein Werk mit Recht stolz sein kann, denn Sein Werk und Er selbst ist vollkommen. 12. Al-Aly der Hohe. 13. Al-Kabir Der unvergleichlich Große. 14. Al-Adsiem der Erhabene, nichts ist erhabener als Er, und Seine Zufriedenheit zu erlangen, ist das höchste Ziel eines jeden Muslims. 15. Al-Qawi der Mächtige. 16. Al-Matin der Starke in der Hilfe und der Bestrafung. 17. Al-Qahhaar der Alles-Bezwinger; niemand kann sich Seinem Willen widersetzen. 18. Al-Waali der einzige und absolute Herrscher. Vor ihm muß der Mensch über all sein Tun und Lassen Rechenschaft ablegen. 19. Al-Muta'aal der Besitzer aller vorzüglichen Eigenschaften. Nach Vergleich mit dem Quran empfiehlt die VIB die Umschrift Al-Muta'aali. 20. Al-Muntaqim der gerechte Vergelter. 21. Al-Muqsit der unparteiisch Richtende. 22. Malik-al-Mulk Inhaber aller Reichtümer 23. Al-Ghany der Reiche, der niemanden braucht. 24. Al-Hakam der weise Richter. 25. Al-Adl der Gerechte, der jeden Menschen mit absoluter Gerechtigkeit richten wird. 26. Al-Raqieb der Wachsame, dem nichts entgeht. 27. Al-Muhsy der alles Aufzeichnende. 28. Al-Hasieb der genau Berechnende. 29. Al-Madschid der Ruhmvolle. 30. Al-Madschied der Glorreiche. 31. Al-Quadir der zu allem Fähige, der Besitzer aller Macht und Autorität. Von ihm gehen alle Gesetze aus, und Er ist die einzige Quelle des gutgewollten Systems, des Islam. Alle Menschen unterstehen seinen Gesetzen, und niemand, auch die vereinte Menschheit nicht, kann sich über die von Ihm erlassenen Gesetze hinwegsetzen, ohne dabei an Leib und Seele Schaden zu nehmen. 32. Al-Muqtadir (siehe oben).
Allah der Erschaffer Allah ist ...
33. Al-Chaliq der Schöpfer, der alles, was wir sehen und was wir nicht sehen durch die einfach Formel sei geschaffen hat. 34. Al-Bary der Erschaffer, der alles aus dem Nichts erschuf. 35. Al-Musawwir der Erschaffer, der jedem Ding seine Form und Gestalt gibt. 36. Al-Wadschid der Former, der allen Dingen ihr Sein verliehen hat. 37. Al-Mubdi der Urheber alles Geschaffenen aus dem Nichts. 38. Al-Mu'ied der alles wieder zum Leben erwecken wird. 39. Al-Muhjie der Lebensspendende. 40. Al-Mumiet der, in dessen Hand der Tod ist. 41. Al-Ba`ith der die Menschen am jüngsten Tag wieder zum Leben erwecken wird. 42. Al-Hafieth der Erhalter, der die Taten seiner Diener bis zur Rechenschaft am jüngsten Tag erhält. Er ist der Beschützer, ohne den es keinen Schutz gibt und vor dem niemand beschützen kann. 43. Al-Ghaffar der große Verzeiher, der demjenigen, der sich versündigt hat und sich dann wieder Gott zuwendet, sofort vergibt, wenn dessen Reue echt ist. 44. Al-Ghafur der stets Verzeihende. 45. Asch-Schakur der Dankbare, der seinem Diener auch für die kleinste Tat große Belohnung zukommen läßt. 46. Al-Tawwab der die Reue seiner Diener Annehmende. 47. Ar-Ra'uf der Gnädige. 48. Al-Afu der Vergeber der Sünden. 49. Al-Latief der das Feinste in allen Dimensionen erfaßt, der Feinfühlige, der Gütige. 50. Al-Haliem der Nachsichtige für all diejenigen, die in ihrer Schwäche sündigen, sich dann aber wieder Gott zuwenden. 51. Al-Mudschieb der Erhörer der Gebete. 52. Al-Wahhab der Verleiher und Geber, der seine Gaben an die Menschen verteilt, damit diese sie gemäß den Gesetzen Gottes zur Erreichung des Wohls der Menschheit benutzen. 53. Ar-Rassaq der Versorger, der die Dinge nicht nur geschaffen hat, sondern sie auch weiter unterhält. Er versorgt in Seiner Güte sowohl die, die an ihn glauben, als auch die, die nicht an ihn glauben. 54. Al-Muqiet der alle Ernährende. 55. Al-Mun'im der Gunstverleiher. 56. Al-Wasi der mit seiner Wohltätigkeit und Seinem Wissen alles Umfassende. 57. Al-Barr der Wohltätige. 58. Al-Qabid der die Gaben nach Seinem Ermessen zurückhält. 59. Al-Baßit der diese Gaben aber auch ausreichend und großzügig gewährt .
Allah hat die vorzüglichsten Eigenschaften Allah ist ...
60. Al-Fattah der Öffner der Türen zum Wissen und zum Erfolg in dieser und in der nächsten Welt. 61. Al-Aliem der Allwissende, dem nicht die kleinste Tat, noch das leiseste Wort, noch der flüchtigste Gedanke entgeht. 62. Al-Hakiem der Allweise, dessen Entscheidung immer zum besten Seiner Diener ist, auch wenn sie es oft nicht verstehen. 63. Al-Chabier der Kundige, der um die kleinsten Rechnungen des Herzens Wissende. 64. Asch-Schahied der Zeuge, der niemals abwesend ist. 65. Al-Haq der Wahrhaftige, der die Wahrheit, die absolute Wahrheit darstellt. 66. Al-Wakiel der Vertrauenswürdige, auf den man vertrauen und sich in jeder Situation verlassen kann. 67. Al-Wadud der Liebevolle, der alles mit seiner Liebe Umfassende. 68. Al-Wali der Schutzherr eines jeden, der seinen Schutz und seine Leitung braucht. 69. Al-Hamied der Preiswürdige, dem aller Dank gehört. 70. Al-Haiy der aus sich selbst Lebende. 71. Al-Qayum der, ohne dessen Hilfe nichts bestehen kann, für Seine Existenz ist er jedoch auf nichts angewiesen. 72. Al-Awal der Erste ohne Beginn. 73. Al-Aachir der Letzte ohne Ende. 74. Al-Saahir der Offenbare, auf dessen Existenz alles Geschaffene klar hinweist. 75. Al-Baatin der Verborgene, den niemand wirklich begreifen kann, denn Er ist absolut anders als alles, was wir uns vorstellen können. 76. Al-Chaafid der Erniedriger der Hochmütigen und zu Unrecht Stolzen. 77. Ar-Raafie der Erhörer der Demütigen und Bescheidenen. 78. Al-Muis der Verleiher der Ehre, denn wirkliche Ehre kommt weder von Geld, noch von etwas anderem, nur Gott allein kann einem Menschen wirkliche Ehre verleihen. 79. Al-Musill der Demütiger der Unterdrücker ihrer Mitmenschen und derjenigen, die sich anmaßen, mehr sein zu wollen als nur Diener Gottes. 80. Al-Muqaddim der Hervorheber, der jemandem nach Seinem Willen zu besseren Lebensstandard verhilft. Er ist es, der die Menschheit mit allen Mitteln des wirklichen Fortschritts versorgt. 81. Al-Mu'achir der aufschieben kann, wann er will und zurückdringen, wen er will. 82. Al-Dschaami der alle Menschen am jüngsten Tag versammeln wird. 83. Al-Mughni der Verleiher der Reichtümer. 84. Ad-Daar ohne dessen Erlaubnis niemandem etwas zustoßen kann. 85. An-Naafi der Wohltäter, der der Menschheit alle Wohltaten dieser Welt zukommen läßt. 86. An-Nur das Licht, ohne dessen Erleuchtung der Mensch irregeführt wird und die Menschheit in Dunkelheit versinken würde. 87. Al-Hadi der Führer zum rechten Weg, ohne dessen Führung die Menschheit sich selbst auslöschen würde. 88. Ar-Raschied (siehe oben). 89. Al-Badi der Schöpfer aller Dinge in ihrer schönsten Form. 90. Al-Baaqi der ewig Bleibende. 91. Al-Waarith der einzige Erbe, denn außer ihm ist nichts beständig. 92. As-Sabur der Geduldige, der trotz des ewigen Ungehorsams der Menschen ihnen immer wieder Seine Leitung anbietet und sie barmherzig versorgt.
Kein Gott außer Allah Allah ist ...
93. Al-Waahid der Eine, der niemanden neben sich hat. 94. Al-Ahad der Einzige, der niemand ähnelt. 95. Al-Fard der Einzelne. 96. As-Samad der von allem und jedem Unabhängige. 97. Ar-Rahman der Seiner gesamten Schöpfung Gnädige. 98. Ar-Rahiem der Seinen Dienern Barmherzigkeit Erweisende. 99. Allah der einzige zu Recht Angebete und Verehrte.
Das höchste Ziel des Gläubigen ist, ein guter Diener Gottes zu werden. Er ist also der Schöpfer und Erhalter des gesamten Universums; der einzig Anbetungswürdige, und Er ist der absolute Herrscher, nach dessen Gesetzen sich jedes Geschöpf und jede Gemeinschaft zu richten hat.
Niemand ist so wie Er, und Er ist der Allhörende, der Allwissende.
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