| Hüsna's profileDienerin AllahsPhotosBlogLists | Help |
Ramadan![]() Der Fastenmonat Ramadan Am 13. September war es wieder soweit: Für über eine Milliarde Muslime weltweit begann an diesem Tag der Fastenmonat Ramadan. Wie das Fasten zu einem wichtigen Aspekt des muslimischen Lebens und Empfindens wurde, wie es im Einzelnen praktiziert wird und welche Rolle der Ramadan für das spirituelle und soziale Leben der Muslime spielt, soll im Folgenden dargestellt werden. Der
historische Hintergrund Wann fastet man? Wie fastet man?
Der Ablauf eines Ramadan-Tages ![]() Der Ramadan ist die Zeit der Wiederentdeckung der
Barmherzigkeit Gottes Die Erziehung zur Bescheidenheit
Das Erlangen von Geduld Die Aufmerksamkeit auf die Armut und Not lenken Die Zeit, in der Freundschaft besonders hoch im Kurs steht
![]() 25 Fragen zum Fasten im Ramadan 1. Warum fasten die Muslime? 2. Wie wird im Islam gefastet? 3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten? 4. Wer ist zum Fasten verpflichtet? 5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind? 6. Wann beginnt die Fastenzeit? 7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan? 8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus? 9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken? 10. Ist es sinnvoll den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen? 11. Fasten die Muslime um abzunehmen? 12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten? 13. Warum müssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten? 14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an? 15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet? 16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht? 17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan? 18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan? 19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage? 20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen? 21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan? 22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen? 23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn? 24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten? 25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?
1. Warum fasten die Muslime? Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdienstes. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Die anderen Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads (saws), das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Zakat. Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben: “Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war,die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.” (2:183). Laut dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll das Fasten um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die Zufriedenheit Gottes erlangt werden. Ausserdem gehört die Praxis des Fastens zur Tradition des Propheten Muhammad (saws), der den Muslimen als Vorbild dient. 2. Wie wird im Islam gefastet? Das Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt, allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs mit dem Ehepartner enthält. Das ist das “äussere” Fasten. Das Fasten hat aber auch eine “innere” Dimension. Der Muslim soll demnach im Ramadan noch mehr als sonst darauf achten sich gänzlich von Sünde freizuhalten d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes reden, auf nichts Böses hören und nichts Verabscheuungswürdiges tun. Denn Fasten heisst erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott abhängig ist. Zugleich soll sich der Fastende darüber klar werden, dass er sich von vermeintlicher Abhängigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles, woran er gewöhnt ist aber nicht unbedingt benötigt, hinter sich zurücklässt. Zudem beschäftigt sich der Muslim wenn er fastet intensiver mit den restlichen Gottesdiensten wie z.B. den Gebeten oder dem Lesen des Korans. 3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten? Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und vergrössert die Widerstandskraft. Wer fastet denkt mehr an Gott, übt sich in wohltätiger Nächstenliebe, schmeckt die Süsse der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht. Die Muslime geniessen auch das besondere Miteinander in der Familie und unter Freunden im Fastenmonat. Vielleicht ist der grösste praktische Nutzen der einmonatigen geistigen und körperlichen Übung der, dass die Selbstbeherrschung und die Absage an bestimmte Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines Muslims permanent zu durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil dem Muslim im Ramadan eine Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung durchzuführen und er somit neue Vorsätze für die nächste Zeit vornehmen kann. 4. Wer ist zum Fasten verpflichtet? Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig zurechnungsfähigen Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht. Die Pubertät kennzeichnet die Mündigkeit im Islam. Kinder, die die Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter an dieses Gebot gewöhnen. 5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind? Nur wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne gesundheitlichen Schaden durchführen können, ist zu diesem Gebot verpflichtet. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und ähnliche Personengruppen von dieser Pflicht ausgenommen. Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird wie z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fastentag einen Bedürftigen speisen (die sog. Fidya). Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen und deren Situation sich bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende Mütter etc. holen die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nach. 6. Wann beginnt die Fastenzeit? Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben. Wäre eine bestimmte feste Jahreszeit für das Fasten festgelegt, würde das für manche der Anhänger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen dauernden Vorteil, für andere wiederum eine ständige Benachteiligung bedeuten. 7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan? Ramadan 2 ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was “brennende Hitze und Trockenheit”, speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern. 8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus? Das ist unterschiedlich. Es gibt viele Muslime, die durch das Fasten zu einer inneren Einkehr und zur Ruhe kommen, die sie vielleicht durch das ganze Jahr über vermissen. Oft fühlt der Fastende auch, dass sein Körper in diesem Monat eine Art Regeneration erfährt. Einige wiederum müssen sich in Geduld üben, weil sie das Fasten, emotional und körperlich stärker belastet als andere. Jeder empfindet das Fasten also ein wenig anders. Was allen fastenden Muslimen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie diesen Akt als Gottesdienst betrachten und die Vergeltung dafür bei ihrem Schöpfer im Jenseits erhoffen. 9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken? Wenn die Voraussetzung für das Fasten erfüllt ist, nämlich die körperliche Fitness, ruft die fehlende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auch keine gesundheitlichen Schäden für den Fastenden hervor. Zudem bewirkt der Verzicht auf Nahrung, dass man weniger Durst verspürt 10. Ist es sinnvoll den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen? Nein, sicher nicht. Deshalb hat der Prophet Muhammad (saws) auch geraten leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Und er erliess eine allgemeine Regel, die auch ausserhalb des Ramadans Gültigkeit besitzt: Nämlich, dass der Muslim seinen Magen mit einem Drittel Essen, einem Drittel Flüssigkeit füllen, aber das letzte Drittel leer lassen sollte. 11. Fasten die Muslime um abzunehmen? Die Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Es wird empfohlen keine schwere Kost zu sich zu nehmen. Es ist aber auch erlaubt die eigens zubereiteten Köstlichkeiten zu geniessen. Deshalb gibt es sowohl Muslime, die in diesem Monat abnehmen, als auch manche die an Gewicht zunehmen. 12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten? Das Fasten hier ist unter einigen Aspekten leichter als das Fasten in klimatisch extremeren Breitengraden. Im Winter werden die zu fastenden Tage kürzer sein als die Tage im Sommer oder im Frühling. In den muslimischen Ländern fasten die meisten Menschen, so dass das Fastenbrechen kaum in die Arbeitszeit fällt und tagsüber nichts zu essen oder zu trinken angeboten wird. Viele Muslime in unserem Land hätten gerne Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, das Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie vorzunehmen. 13. Warum müssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten? Wie schon in den ersten Antworten erwähnt, richten sich die Muslime – auch bei dieser Vorschrift – nach den Worten Gottes, dem Koran, und der Vorgehensweise des Propheten Muhammad (saws), der Sunna. Diese Anweisungen geben den Monat Ramadan, der 29 oder 30 Tage lang dauert, als Fastenzeit vor. Da Eintönigkeit schädlich ist, ist es im Islam nicht gestattet das ganze Jahr über ohne Unterbrechung zu fasten. Auch wer geistigen Vorteil erzielen will, hat nicht die Erlaubnis dazu. Die Erfahrung bestätigt ausserdem, dass das Fasten für den, der es fortwährend übt, zur Gewohnheit wird, zur zweiten Natur, so dass der Vorteil nicht der gleiche ist wie für den, der nur von Zeit zu Zeit fastet. 14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an? Es ist richtig, dass Gott nichts von uns benötigt, weil Er sich Selbst genüge ist. Von den jeweiligen gottesdienstlichen Handlungen ziehen wir Menschen selbst hier in dieser Welt und im Jenseits Nutzen. Aber Glauben ist die Voraussetzung für eine Tat, die als Gottesdienst zählt und eine Tat ohne Glauben wird als Gottesdienst bei Gott nicht angenommen werden. Deshalb gehören Glaube und Tat zusammen und sind wie zwei Seiten einer Medaille. Der Glaube wird durch die Tat gestärkt. Glaube ohne Taten kann im Extremfall zu einem leerem Glaubensbekenntnis werden. 15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet? Dies hängt von den jeweiligen Essgewohnheiten und dem kulturellen Hintergrund des fastenden Muslims ab. Oft wird abends eine warme Mahlzeit zubereitet, aber viele geniessen eher die Atmosphäre des Fastenmonats und das Zusammensein mit der Familie und den Freunden und legen weniger Wert auf die Speisen. 16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht? Die Offenbarungen Gottes an den Propheten Muhammad (saws), die dann als Koran zusammengetragen wurden, begannen im Monat Ramadan im Jahre 610. Das Fasten während dieses Monats wurde den Muslimen erst im Jahre 624 zur Pflicht, als folgende Koranverse offenbart wurden: “O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.” (Koran 2:183) "Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist vollendet und Allahs Grösse rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein." (Koran 2:185) 17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan? Das Fastenbrechen wird gewöhnlich mit einer Dattel oder einem Schluck Wasser durchgeführt, während das folgende vom Propheten Muhammad (saws) überlieferte Bittgebet gesprochen wird: “O Allah, um Deinetwillen habe ich gefastet und an Dich geglaubt und mit Deiner Versorgung breche ich das Fasten. Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen, des Gnädigen”, dann wird das Abendgebet verrichtet. Erst danach werden dann die eigentlichen Speisen gegessen. So wie der Prophet Muhammad (saws) dies selbst durchführte, ist es Sitte während des Fastenmonats den ganzen Koran zu lesen. Gegenseitige Besuche und Einladungen zum Fastenbrechen sind an der Tagesordnung. Das gemeinsame Fastenbrechen findet auch oft in den jeweiligen Moschee-Gemeinden statt, in denen manchmal sogar jeden Tag im Ramadan Essen ausgegeben wird. 18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan? Das Fasten scheint das Gebot unter den fünf Säulen zu sein, an die sich die Muslime am meisten halten. Die Moscheen sind in diesem Monat zu den abendlichen Tarâwîh-Gebeten 3 übervoll und selbst nicht praktizierende Muslime halten sich aus Respekt vor diesem Monat von Dingen fern, die der Islam verboten hat, wie z.B. dem Alkoholkonsum. In den Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wirkt sich der Ramadan im alltäglichen Leben aus. Obwohl sich hier vielleicht fast die Hälfte der Muslime an das Fasten halten, fällt dies natürlich aufgrund der geringen Zahl der Muslime im öffentlichen Leben nicht gleichermassen auf. 19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage? Das für jeden Muslim verpflichtende Fasten gibt es nur im Monat Ramadan. Darüber hinaus hat der Prophet Muhammad (saws) an bestimmten Tagen das freiwillige Fasten empfohlen wie z.B. 6 beliebige Tage im darauffolgenden Monat Schawwâl.Er lehrte, dass derjenige, der den ganzen Fastenmonat und noch 6 Tage im Schawwâl fastet, von Gott belohnt wird, als hätte er das ganze Jahr hindurch gefastet. Am 10. Muharram oder montags oder donnertags zu fasten wird angeraten. Das ständige Fasten das ganze Jahr hindurch wird im Islam hingegen nicht erlaubt und die Maximalgrenze des freiwilligen Fastens wurde vom Propheten (saws) aufgezeigt, indem er sagte, dass der Muslim, der viel fasten möchte, abwechselnd einen Tag fasten und den darauffolgenden Tag aber aussetzen solle. 20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen? Arbeitgeber, Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen die Bedeutung des Ramadan zu verstehen und den betreffenden Muslim nach Möglichkeit körperlich weniger beanspruchen. Besondere Berücksichtigung könnten z.B. Anfragen nach Urlaub, der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten am Morgen und am Abend, und dem Anliegen von Schülern weniger Hausaufgaben zu bekommen finden. Es ist auch sehr wichtig, dass muslimische Arbeiter, Angestellte und Schüler die Möglichkeit erhalten, nach Ende des Fastenmonats Ramadan am Festgebet teilzunehmen. Dieses Fest und ein weiteres, das ca. zwei Monate danach folgt, ist für Muslime genauso wichtig wie Weihnachten und Ostern für Christen. Über eine Gratulation und einen Glückwunsch zu diesen Festen werden sich die Muslime sehr freuen. 21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan? Es gibt spezielle Gebete, Tarâwîh genannt, die in den Moscheen oder Zuhause einige Zeit nach Sonnenuntergang, verrichtet werden. In der Lailat-ul Qadr 4 (der “Nacht der Bestimmung”) gedenken die Muslim der Nacht, in der dem Propheten Muhammad (saws) von Gott die ersten Abschnitte des Korans offenbart wurden. Da der genaue Zeitpunkt dieser Nacht laut einer Aussage des Propheten (saws) nicht bekannt ist, suchen Muslime diese Nacht in den letzten zehn ungeraden Tagen des Ramadans bzw. feiern ihn in der Nacht des 27. Ramadan. Es ist auch üblich, dass die Muslime in diesem Monat viel spenden und auch ihre Zakat-Abgabe ausrechnen und bezahlen. 22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen? Die Tarâwîh-Gebete finden am zweiten Abend vor dem Fest ihren Abschluss. Das Fest des Fastenbrechens, das auf arabisch ‘Id-ul Fitr und Ramazan Bayramî auf türkisch heisst, beginnt mit einem besonderen Festgebet am ersten Tag des darauf folgenden Monats. Das Festgebet beginnt nach Sonnenaufgang und beinhaltet zwei Gebetsabschnitte und eine Ansprache. Die Muslime beglückwünschen sich gegenseitig nach dem Festgebet und drücken ihren Wunsch aus, dass Gott (Allah) ihr Fasten und ihre übrigen Gottesdienste annehmen möge. Das Fest dauert drei Tage an. An diesen Tagen werden Verwandte und Bekannte besucht, wobei gewöhnlich die Jüngeren die Älteren mit ihren Besuchen ehren. Am ersten Tag des Ramadanfestes soll aber nicht gefastet werden, da dies eine Zeit des Feierns ist. 23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn? Da es für Muslime wenige Gebetsräume an einem Ort gibt, müssen viele mit ihren Fahrzeugen von weit her bis zu den Moscheen fahren, was mitunter zu Geräuschbelästigung führen kann. Besonders schwierig wird dies im Sommer wenn die erwähnten Tarâwîh-Gebete bis ca. 22-23 Uhr dauern. Deswegen sollten die Moschee-Gemeinden Vorkehrungen treffen, dass die Nachbarn so wenig wie möglich gestört werden und dass sie über die Besonderheit in diesem Monat informiert werden. 24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten? Der Prophet Muhammad (saws) hat zum Fasten viele Empfehlungen gegeben, wobei wir hier nur vier anführen wollen: “Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden führen und sich nicht töricht verhalten; und wenn jemand ihn bekämpft oder ihn beschimpft, soll er zweimal sagen: ‘Ich faste.’ Und bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist: Der Mundgeruch des Fastenden ist Allah angenehmer als der Duft von Moschus, denn [Gott sagt:] er lässt ab vom Essen und Trinken und von seinen Begierden um Meinetwillen. Das Fasten ist für Mich, und Ich gewähre die Belohnung dafür. Und die gute Tat wird zehnfach belohnt.” “Für alles ist Zakat zu entrichten, und die Zakat für den Körper ist das Fasten.” “Wer im Ramadan in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben; und wer im Ramadan (nachts im Gebet) steht in (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.” “Wenn sich jemand nicht der Falschheit in Wort und Tat enthält, dann liegt Allah nichts daran, dass er sich des Essens und Trinkens enthält.” 25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen? Grundsätzlich kann jeder an einer muslimischen Veranstaltung teilnehmen, weil dies zu einem besseren gegenseitigem Verständnis beitragen kann. Deswegen sind Nichtmuslime eingeladen sich ein eigenes Bild und einen Eindruck über den Ablauf der Veranstaltungen der Muslime auch im Ramadan zu machen. So können sie z.B. wenn man das mit den Verantwortlichen der jeweiligen Moscheen abspricht, bei den allabendlichen Gebetenn anwesend sein. Muslime freuen sich auch, wenn sie Interessierte und Nachbarn zum Fastenbrechen ( der sog. Iftâr) begrüssen können. Muhammad (saws)Der Prophet Muhammad (saws) Das Siegel der Propheten, der Gesandte ALLAHs Muhammad (saws) wurde 570 n.Chr. im Jahr des Elefanten in Mekka geboren. Nach sunnitischen Überlieferungen wurde er am 12. Rabi-ul-Awwal 52 Jahre vor der Auswanderung und nach schiitischer Überlieferung am 17. Rabi-ul-Awwal geboren. Die Zeitspanne zwischen den beiden Daten wurde zur Einheitswoche ausgerufen. Prophet Muhammad (saws) ist eine ganze Sure (47) im Heiliger Qur'an gewidmet. Sei besteht aus 38 Ayat. Muhammad (saws) ist der Fürst aller Schöpfung [seyyid-un-ka'inat] und idealer Mensch. Er ist der Stammvater und Oberhaupt der Ahl-ul-Bait. Die Überzeugung, dass er der Gesandte Gottes ist, gehört zum Glaubensbekenntnis des Islam. Einer Seiner vielen Beinamen war bereits vor Verkündigung des Islam "Amin". Er gehört zum Stamm der Quraisch, wobei sein Stammbaum bis auf Ismail (as) zurückgeführt wird. Noch bevor er geboren wurde verstarb sein Vater Abdullah ibn Abd al-Muttalib. Nachdem auch seine Mutter Amina bint Wahab verstarb, als er gerade sechs Jahre alt war, wuchs er zunächst bei seinem Großvater Abdulmutallib auf. Dieser verstarb jedoch auch zwei Jahre später und Muhammad (saws) lebte fortan bei seinem Onkel Abu Talib. Muhammad (saws) war als ein aufrichtiger, zuverlässiger, ehrlicher, fleißiger und kluger Mann bekannt, so dass man ihn in vielerlei Hinsicht um Rat bat und "Amin" nannte. In jungen Jahren arbeitete Mohammed (saws) als Schafhirte, später nahm er an Reisen von Handelskarawanen nach Syrien teil, wobei ihn der Mönch Bahira frühzeitig als den erwarteten Propheten erkannte. Mit 25 Jahren heiratete er Chadidscha (as) mit der er die gesegnete Fatima (as) zur Tochter bekam. Oft zog sich Muhammad (saws) in die Höhle Hira zurück und verweilte dort tagelang. Bei der Berufung [mab'ath] zum Propheten erschien ihm der Engel Gabriel (as) und offenbarte ihm den ersten Vers des Heiligen Qur'an. Seine Frau Chadidscha (as) und der in seinem Haus aufwachsende Ali ibn Abu Talib (as) nahmen als erste den Islam an und waren die ersten, die mit ihm das Ritualgebet in Gemeinschaft ausübten. Ihnen folgten viele weitere. Die von Muhammad (saws) verbreitete Lehre des reinen Monotheismus und Ablehnung der Götzen beinhaltete auch die Gleichberechtigung aller Menschen und Abschaffung von jeglicher Unterdrückung, was zu großer Feindschaft der Feudalherren in Mekka führte. Zuerst versuchten sie Muhammad mit Geld- und Machtanreizen von seinem Weg abzubringen. Als das nicht wirkte, boykottierten sie die Muslime und setzten sie schweren Repressalien aus. Als das Leben für die Muslime in Mekka, aufgrund der Bedrängnis der Götzendiener, immer unerträglicher wurde, ordnete Prophet Muhammad (saws) die kleine Auswanderung an. Als später sowohl seine geliebte Ehefrau Chadidscha (as) und auch sein Onkel Abu Talib starben, welcher dem Propheten (saws) immer Schutz gewährt hatte, und die Götzendiener sogar Mordpläne gegen den Propheten Muhammad (saws) schmiedeten, erfolgte die eigentliche Auswanderung. Nach vielen Jahren und vielen Abwehrschlachten gegen Angreifer, darunter die Schlacht von Badr, von Uhud, von Chaibar, der Grabenschlacht und dem Friedensvertrag von Hudaibiya, den Leute um Abu Sufyan brachen, befreiten die Muslime, Mekka ohne Blutvergießen. An der Kaaba angekommen, zerstörte Prophet Muhammad (saws) allein mit Imam Ali (as) die Götzen im Inneren des Gebäudes. In Mekka etablierte er in Erinnerung an den großen Propheten AI Ibrahim (as) die Riten der Pilgerfahrt [hadsch]. Der Prophet (saws) hat in seinem Leben eine Reihe von Wundern vollbracht, wie z.B. die Nachtreise, die Himmelfahrt, die Mondspaltung und weitere Wunder des Propheten (saws). Als das größte ihm von ALLAH eingegebene Wunder gilt aber der Heiliger Qur'an. Während letzterer die geschriebene Offenbarung ist, ist Muhammad zusammen mit seinen Ahl-ul-Bait die vorgelebte Offenbarung, die bis zum Tag der Auferstehung aneinander gekoppelt und nicht voneinander trennbar sind. Nach dem Ableben seiner über alle anderen Frauen geschätzten Chadidscha (as), heiratet er insgesamt zwölf weitere Frauen, die zusammen mit Chadidscha (as) aufgrund ihres besonderes Status als Mütter der Gläubigen bezeichnet werden. Fatima (as) war die einzige ihn überlebende Nachkommin. Sehr bekannt ist die Szene, in der Prophet Muhammad (saws) seiner Tochter Fatima (as) kurz vor seinem Ableben etwas ins Ohr flüstert, wobei sie freudig erstrahlt. Auf die Frage, worüber sie sich denn gefreut haben, antwortet sie, dass sie von ihrem Vater erfahren hat, dass sie die erste der Ahl-ul-Bait sein wird, welche ihm folgt. Auf der Rückkehr seiner Abschiedspilgerfahrt verkündete er bei dem Ereignis von Ghadir Chum einmal mehr seine Nachfolgerschaft. Nachdem der letzte Vers des Heiligen Qur'an offenbart war, starb der Prophet Muhammad (saws) am 28. Safar 11 n.d.H. (632 n.Chr.) im Alter von 63 Jahren. Imam Ali (as) führte die rituelle Vollkörperreinigung des Verstorbenen aus, wickelte ihn in das Leichentuch und begrub ihn, als andere in Sakifa um seine Nachfolge stritten. Muslime sprechen ein Segnungs-Bittgebet [salawat], wenn sie den Namen "Muhammads" (saws) hören oder selbst aussprechen. ![]() ![]() 25 Fragen zum Propheten Muhammad (saws) 1. Wer war Muhammad (saws)? 2. Wie wurde der Prophet Muhammad (saws) zum Propheten berufen? 3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung? 4. Was ist ein Prophet? 5. Was unterscheidet Muhammad (saws) von anderen Propheten? 6. Wird es nach Muhammad (saws) noch andere Propheten geben? 7. Hat Muhammad (saws) Wunder vollbracht? 8. Was lehrte der Prophet Muhammad (saws)? 9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (saws) auf die von ihm verkündete Botschaft?
0. Warum musste der Prophet Muhammad (saws) seine Heimat verlassen?11. Worin unterschied sich das Leben Muhammads (saws) in Mekka von dem in Medina? 12. Weshalb führte der Prophet Muhammad (saws) Krieg? 13. Wie haben damals die politisch Mächtigen auf die entstehende islamische Gemeinschaft reagiert? 14. Wie kam es, dass Muhammad (saws) auch die politische Führung übernahm? 15. Ist der Prophet Muhammad (saws) gestorben? 16. Warum war der Prophet Muhammad (saws) mit mehreren Frauen verheiratet? 17. Was meinte Muhammad (saws) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft? 18. Wie verhielt sich Muhammad (saws) zu Angehörigen anderer Religionen? 19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (saws) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen? 20. Gibt es Aussagen von Muhammad (saws) über die Bewahrung der Schöpfung? 21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (saws) überliefert?22 22. Hat Muhammad (saws) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert? 23. Was hat der Prophet Muhammad (saws) über Jesus (a.s.) gesagt? 24. Hat Muhammad (saws) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (a.s.) im Christentum? 25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen Hinweise auf Muhammad (saws)?
1. Wer war Muhammad (saws)? Muhammad (saws) wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied des angesehenen Stammes der Quraisch geboren. Seine Abstammung geht auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Die Quraisch hatten in jener Zeit auf der Arabischen Halbinsel die einflussreichste Position unter den Arabern inne, weil in Mekka das Heiligtum der Kaaba, das Abraham mit seinem Sohn errichtet hatte, stand. In vorislamischer Zeit war die Kaaba ein Wallfahrtsort für die damals mehrheitlich polyatheistischen Araber. Muhammads (saws) Vater starb schon vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er wurde, wie in jenen Tagen häufig, von einer Amme aufgezogen, später dann von seinem Großvater und danach von seinem Onkel aufgenommen. Sie waren Kaufleute und so wurde auch Muhammad (saws) Kaufmann. Zwar besuchte er keine Schule, aber durch die praktische Ausbildung, die mit zahlreichen Reisen verbunden war, erwarb er sich umfassende Kenntnisse. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt, was ihm unter seinen Landsleuten den Beinamen al-Amin (der Vertrauenswürdige) einbrachte. Als er älter geworden war, arbeitete Muhammad (saws) für eine reiche Kaufmannswitwe namens Khadidscha. Beeindruckt von seinen Fähigkeiten, besonders auch von seinen Charaktereigenschaften und seiner tadellosen Lebensführung, bot ihm Khadidscha die Ehe an. Sie war zu diesem Zeitpunkt etwa vierzig Jahre alt und Muhammad (saws) fünfundzwanzig. Sie heirateten und bekamen vier Töchter und einen Sohn, der kurz nach der Geburt verstarb. Die Überlieferungen berichten, dass sie von da an eine sehr glückliche Ehe führten. 2. Wie wurde der Prophet Muhammad (saws) zum Propheten berufen? Schon Jahre vor der ersten Offenbarung pflegte Muhammad (saws) sich zur Meditation auf einen Berg in der Nähe Mekka zurückzuziehen. Er spürte, dass die Glaubensüberzeugungen, Riten und Traditionen seines Stammes, die auf Vielgötterei gründeten, die Menschen in die Irre führten und von ihrer Bestimmung als Geschöpfe Gottes entfernten. In einer Höhle dachte er über all dieses nach, ohne aber eine Lösung und Perspektive zu finden. Im Jahre 610 n.Chr. als er sich wieder einmal alleine in der Höhle zum Nachsinnen und Gottgedenken zurückgezogen hatte, erschien ihm der Engel Gabriel und verkündete ihm, dass er von dem einen einzigen Gott zum Propheten auserwählt worden sei und übermittelte ihm die ersten Offenbarungen des Korans. 3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung? Muhammad (saws) hatte weder an so etwas wie eine Offenbarung gedacht, noch war ihm dies auf irgendeine Weise geläufig. Ein Engel erschien ihm in der Höhle und forderte ihn auf, etwas zu rezitieren. Er stand so sehr unter dem Eindruck der Begegnung mit dem Engel und seiner Aufforderung, die ersten Verse der Offenbarung des Korans zu lesen, dass er ganz verwirrt nach Hause kam. Zitternd bat er seine Frau, ihn mit Decken einzuhüllen. Er erzählte ihr von seinem Erlebnis und bat sie um Rat. Sie antwortete, dass er allen Menschen gegenüber freundlich und gerecht sei und den Notleidenden zur Hilfe eile. Deshalb glaube sie nicht, dass Gott ihn im Stich lassen würde. Seine Frau nahm Muhammad (saws) dann zu einem Verwandten mit, der in den Heiligen Schriften bewandert war. Muhammad (saws) erzählte dem alten Mann alles, was er erlebt hatte. Dieser bestätigte, dass er den Engel Gabriel gesehen hatte, der auch vorher zu den früheren Propheten erschienen war. 4. Was ist ein Prophet? Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die zu besonderen Einsichten gelangten, seltene Inspirationen erfuhren oder zuvor unbekannte Naturgesetze entdeckten. Sie alle zeigten, dass es eine Art von Erkenntnis gibt, die sich der Reichweite unserer Sinne und der wissenschaftlichen Forschung entzieht. Philosophie und Wissenschaft können darüber nur Vermutungen anstellen. Um diesbezüglich Gewissheit zu erlangen, ist der Mensch abhängig von Gott, der ihm diese Art von Wissen übermitteln kann. Gott erwählt zu diesem Zweck Menschen und beruft sie zu Seinen Propheten oder Gesandten. Ihnen offenbart Er die Wahrheit und das Wissen, damit diese sie den Menschen weitergeben können.Ein Prophet hat zudem die Aufgabe, das ihm Geoffenbarte zu erläutern, die Menschen anzuleiten und ihnen ein gottergebenes Leben in allen Lebensbereichen vorzuleben, so dass sie ihm auch als Beispiel folgen können. 5. Was unterscheidet Muhammad (saws) von anderen Propheten? Unter den zuvor genannten Aspekten, nämlich Gottes Botschaft zu predigen und vorzuleben, unterscheiden sich die Propheten nicht voneinander. So ist es nicht verwunderlich, dass, angefangen vom ersten Menschen und Propheten Adam (as), bis zum abschließenden Propheten Muhammad (saws) alle die Gottergebenheit (arab.: Islam) verkündeten. Es wird überliefert, dass Allah mehr als zweihunderttausend Propheten berief und jedes Volk in der Geschichte mit einem Gottgesandten gesegnet wurde (Koran 16:36). Wir kennen nur 25 dieser Propheten namentlich, da sie im Koran stehen. Unter ihnen befinden sich die Propheten Noah, Abraham, David, Moses, Johannes der Täufer, die auch in der Bibel erwähnt werden und zudem Jesus (as). 6. Wird es nach Muhammad (saws) noch andere Propheten geben? Muhammad (saws) ist der abschließende der Gesandten Gottes. Allah sandte in der Geschichte zu jedem Volk Propheten für dessen Rechtleitung. So wurden z.B. der Prophet Schu‘aib zum Volk der Midianiter, der Prophet Salih zum Volk der Thamud und David, Moses und Jesus zu den Kindern Israel gesandt. Obwohl sie alle ihre Berufung von einer Quelle erhalten hatten und die Gottergebenheit (arab.: Islam) predigten und vorlebten, hatten diese Gesandten eine zeitlich und örtlich begrenzte Aufgabe zu erfüllen. Die Entwicklung der Zivilisationen der Menschheit vor der Zeit Muhammads (saws) war nicht weit genug fortgeschritten, als dass ein Gesandter für alle Menschen geschickt werden konnte. Der Prophet Muhammad (saws) wurde aber für die Menschen seiner Zeit und für die Zeit danach gesandt. Sein Prophetentum besitzt somit einen universalen und zeitlosen Charakter (Koran 33:21; 68:4; 21:107). 7. Hat Muhammad (saws) Wunder vollbracht? Das größte Wunder, das Muhammad (saws) zuteil wurde, ist der Koran. Da dieses Wunder den Menschen nicht nur zu Lebzeiten Muhammads (saws) zugänglich war, sondern sich auch heute jeder mit dem Koran auseinandersetzen kann, spricht diese Tatsache für die Größe und Wichtigkeit dieses Wunders. Neben diesem größten Wunder gibt es andere, die darauf hinweisen, dass Muhammad (saws) ein von Gott gesandter Mensch war: Er wurde von Gott eines Nachts von Mekka nach Jerusalem geführt und stieg vom Felsendom in den Himmel zu Gott empor. Gott erlaubte es ihm, in nur 23 Jahren seine Botschaft zu verkünden, eine Gemeinschaft aufzubauen und unter sehr ungünstigen Bedingungen einen Stadtstaat in Medina zu begründen. In den Überlieferungen werden noch weitere Wunder, wie die Vermehrung von Speisen u.ä. übermittelt. Wunder sind aber immer von Gott, die er Seinen Propheten zu vollbringen erlaubt. Sie deuten darauf hin, dass die betreffende Person von Gott gestützt wird. Die Botschaft, die die Propheten an die Menschen überbringen, ist aber wesentlicher als die Wunder, die geschehen, wenn Naturgesetze aufgehoben werden. 8. Was lehrte der Prophet Muhammad (saws)? Obwohl die Bewohner der Stadt Mekka, in der Muhammad (saws) lebte, eine Gottesvorstellung besaßen, glaubten sie an die Mittlerrolle von vielen verschiedenen Götzen. Diese sollten sie Gott näher bringen und sie sprachen ihnen besondere Kräfte und Eigenschaften zu. Muhammad (saws) erhielt von Gott den Auftrag, die Einheit und Einzigkeit Allahs (arab. “Gott”) zu verkünden. Er klärte seine Landsleute darüber auf, dass die Götzen und Statuen, die sie anzubeten pflegten, keine Macht besaßen. Muhammad (saws) versuchte seiner Umgebung klar zu machen, dass nur der Eine Einzige Gott die Menschen erschaffen hat, sie versorgt und ihre Bitten erhört. Als zweiten wichtigen Punkt der Botschaft Gottes stellte er heraus, dass Allah immer wieder Gesandte unter den Menschen erwählt, die ihnen die Botschaft Gottes übermitteln. Die Propheten sind gleichzeitig damit beauftragt, mit ihrer eigenen Lebensweise ein mustergültiges Beispiel von Gottausgerichtetheit abzugeben. Als einen wesentlichen Punkt, zu dem die Menschen um ihn keinen Bezug hatten, stellte Muhammad (saws) in seiner Verkündigung das Leben nach dem Tod dar. Er erläuterte, dass das irdische Leben eine Prüfung bedeutet. Er wies darauf hin, dass die Menschen nach ihrem Tod am Jüngsten Tag wiedererweckt und - gemäss ihrer Lebensweise im Diesseits - belohnt oder bestraft werden. 9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (saws) auf die von ihm verkündete Botschaft? Die führenden Personen Mekkas betrachteten seine Botschaft als eine Bedrohung für ihre Gesellschaftsordnung. Aus Muhammads (saws) Verkündigung würde nach ihrer Ansicht hauptsächlich die Beseitigung ihrer Götzen und Statuen folgen. Aufgrund der Pilger aus ganz Arabien sicherten aber gerade diese den Mekkanern Einkommen, Ansehen und Einfluss. Zudem fürchteten sie, dass der Verrat an der Religion ihrer Väter üble Folgen haben könnte und dass Sklaven und Unterprivilegierte ihre Rechte einfordern würden. Gerade Menschen aus den unteren Schichten nahmen zunächst den verkündeten Glauben an. Nur die wenigen seiner Anhänger, die angesehenen Familie entstammten, genossen Sicherheit; die übrigen wurden verfolgt, manche sogar ermordet. Die Lage für die Anhänger Muhammads (saws) wurde schließlich so kritisch, dass der Prophet (saws) sie anwies, nach Abessinien auszuwandern, wo ein christlicher Herrscher regierte. Trotz Drangsal und Verfolgung nahm die Zahl derer, die sich ihm anschlossen, immer weiter zu. Um diese Entwicklung zu stoppen, versuchten die Führer Mekkas, Muhammad (saws) zu einem Kompromiss zu bewegen: Sie boten ihm die Übernahme des Königtums und große Reichtümer an. Dafür sollten sie abwechselnd Allah und ihren Götzen huldigen. Muhammad (saws) lehnte dies rigoros ab. 10. Warum musste der Prophet Muhammad (saws) seine Heimat verlassen? In Mekka wuchs der Druck auf die Muslime unaufhörlich und der Prophet Muhammad (saws) suchte nach Möglichkeiten der freien und ungestörten Verkündigung der Lehre und der täglichen Umsetzung entsprechend dieser Botschaft. Während der Pilgersaison im Jahre 621 traf Muhammad (saws) eine Gruppe von Leuten aus Yathrib (der späteren Stadt Medina), die dem neuen Glauben gegenüber sehr aufgeschlossen waren. Im darauf folgenden Jahr kamen die Leute aus Yathrib mit einer größeren Delegation nach Mekka und luden Muhammad (saws) in ihre Stadt ein und versprachen ihm, ihn zu unterstützen. So gab der Prophet (saws) den Muslimen die Anweisung, nach Medina auszuwandern, wo sie sicher sein würden und ihren Glauben frei ausüben könnten. Dieses Ereignis (Hidschra) markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Inzwischen fassten die Mekkaneer den Entschluss, Muhammad (saws) endgültig loszuwerden und ihn zu töten. Ihr Plan ging nicht auf. Kurz zuvor verließ der Prophet Muhammad (saws) als einer der letzten, zusammen mit seinem Gefährten Abu Bakr, die Stadt. Obwohl die Mekkaneer seine Spur aufnahmen, gelang es ihnen nicht, ihn ausfindig zu machen, und er konnte Medina sicher erreichen. 11. Worin unterschied sich das Leben Muhammads (saws) in Mekka von dem in Medina? In Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemeinschaft mit verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt und Handelswesen sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit und die Muslime konnten sich in dieser Situation, frei von individueller Verfolgung, auf ein Leben nach der islamischen Lehre konzentrieren. Die aus Muslimen, Juden und anderen bestehende Einwohnerschaft Medinas akzeptierte die Führungsrolle Muhammads (saws). Vor allem fand er die völlige Unterstützung der beiden wichtigsten Stämme Medinas, nachdem diese den Islam angenommen hatten. Bezüglich der Juden ging Muhammad (saws) davon aus, dass sie als Anhänger einer Offenbarungsreligion unvoreingenommen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden. Darüber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Gruppe von (einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus Opportunismus annahmen. Muhammad (saws) schloss 623 n. Chr. mit den Vertretern der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Medinas einen Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand, dass die muslimischen und jüdischen Stämme zu gegenseitigem Schutz verpflichtet waren. Diese erste schriftlich fixierte Verfassung diente den Muslimen als Grundmodell für spätere Staatsstrukturen. 12. Weshalb führte der Prophet Muhammad (saws) Krieg? Obwohl die Muslime wie anfangs als Individuen nicht mehr verfolgt wurden, setzten die damals noch Götzen anbetenden Mekkaneer doch alles daran, die neu entstandene Muslim-Gemeinde in Medina zu vernichten. Das geschah teils in Form kriegerischer Überfälle, teils aber auch durch eine Isolationspolitik. Derart unter Druck geraten wollten die in Medina lebenden Muslime sich verteidigen und drängten den Propheten Muhammad (saws), gegen die Mekkaneer vorzugehen. Dieser ging jedoch solange nicht auf die Forderungen seiner Anhänger ein, bis Gott ihm eine Offenbarung sandte, die es ihnen erlaubte, sich gegen die Aggressoren zu wehren. In der ersten Schlacht gewannen die Muslime wie durch ein Wunder gegen ein zahlenmäßig und an Ausrüstung hoch überlegenes Heer der Mekkaneer. In den nächsten Jahren folgten noch weitere Auseinandersetzungen. Bei der Betrachtung dieser kriegerischen Konflikte, in die Muslime verwickelt waren, ist leicht zu erkennen, dass die muslimische Gemeinschaft als Prinzip den Frieden -nicht den Krieg -verfolgte. Der Prophet Muhammad (saws) ließ z.B. Kriegsgefangene frei, nachdem sie zehn Muslimen das Lesen und Schreiben beigebracht hatten. Mehr noch: er ging auf einen Friedensvertrag zu eigentlich kaum annehmbaren Bedingungen ein; außerdem erließ er nach der Einnahme Mekkas eine Generalamnestie für seine Feinde. Heute wie damals ist Krieg leider eine soziale Realität. Deshalb sind Normen und Regeln auch für Ausnahmesituationen wie die eines Krieges notwendig. Dass selbst unter solchen Umständen ethische Verhaltensweisen möglich und geboten sind, kommt z.B. in der Anweisung des Propheten Muhammad (saws) zum Ausdruck, keine Personen anzugreifen, die nicht aktiv am Krieg beteiligt sind. Er ging sogar so weit anzuordnen, dass Muslime auch im Krieg Natur und Umwelt zu schonen haben. 13. Wie haben damals die politisch Mächtigen auf die entstehende islamische Gemeinschaft reagiert? Zunächst fiel die neue Bewegung Muhammads (saws) den Großmächten der damaligen Zeit, wie dem Oströmischen und dem Persischen Reich kaum auf, denn die arabische Halbinsel galt geopolitisch als wenig bedeutend. Da die Mekkaneer aber Kontakte zu einigen Regionalmächten unterhielten und zu einigen sogar eine Art Bündnis bestand, erfuhren diese von der Entwicklung und den Spannungen zwischen den Mekkanern und Muslimen. Der erste Rückschlag in ihren Bemühungen, die Entstehung der islamischen Gemeinschaft zu verhindern, wurde den Mekkaneer durch einen eigentlich mit ihnen befreundeten christlichen Herrscher, dem Herrscher von Abessinien, zugefügt, als dieser sich weigerte, die Muslime, die dort Zuflucht gefunden hatten, an die Mekkaneer auszuliefern. Später erkannte auch das Oströmische Reich, dass der neue sich auf der arabischen Halbinsel verbreitende Glaube, ihnen und ihrem Einfluss auf die arabischen Gebieten gefährlich werden könnte. So kam es schließlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Oströmern und den Muslimen. Der Prophet Muhammad (saws) sandte zudem Botschaften an die Herrscher der damaligen Welt und forderte sie zur Annahme des Islams auf, was dann einige von ihnen auch taten. 14. Wie kam es, dass Muhammad (saws) auch die politische Führung übernahm? Wie das Judentum kennt auch der Islam keine Trennung vom Geistlichem und Weltlichem. Das zeigt sich vor allem in den Konzepten für eine gottergebene Lebensweise, die der Islam für die unterschiedlichsten Lebensbereiche liefert: Privat-und Familienleben gehören ebenso dazu wie Wirtschaft, internationale Beziehungen usw. So ist es nicht verwunderlich, dass der Prophet Muhammad (saws) als Beispiel in unterschiedlichsten Funktionen wahrgenommen wird: Als Familienvater und Ehemann, als Nachbar und Freund, als Diplomat und Staatsmann. 15. Ist der Prophet Muhammad (saws) gestorben? Der Prophet Muhammad (saws) war, wie alle anderen Propheten vor ihm, ein menschliches Wesen. Da er niemals eine göttliche Wesensart für sich beanspruchte und sogar immer darauf hinwies, dass ihm so etwas nicht zugeschrieben werden sollte, lebte und starb er wie ein Mensch. Der Unterschied zwischen ihm und anderen Menschen bestand „nur“ darin, dass Gott ihm den Koran offenbarte und Gott seine Verhaltensweisen vor Verfehlungen beschützte. Der Prophet Muhammad (saws) wird deshalb von den Muslimen geehrt und geliebt und als nachzueiferndes Vorbild angesehen, aber in keiner Weise angebetet. 16. Warum war der Prophet Muhammad (saws) mit mehreren Frauen verheiratet? Als 25-jähriger heiratete der Prophet Muhammad (saws) die vierzigjährige Khadidscha -eine angesehene, verwitwete Kauffrau. Bis zu ihrem Tode führten sie eine glückliche und harmonische Ehe, aus der sechs Kinder hervorgingen. Nach dem Tode Khadidschas ging Muhammad (saws) mit mehreren Frauen eine Ehe ein, wobei nur eine davon zuvor nicht verheiratet gewesen war; alle anderen waren verwitwet oder geschieden. Dass der Prophet (saws) die Versorgung dieser verwitweten oder geschiedenen Frauen übernahm, und zwar einschließlich ihrer unmündigen Kinder, spielte eine wesentliche Rolle bei der Heirat. Zudem bewirkte die Heirat des Propheten Muhammad (saws) mit manchen seiner Frauen, dass die Stämme, denen sie angehörten, der damaligen Sitte gemäß, eine engere Bindung an die Gemeinschaft der Muslime aufbauten. Für Muslime ist die Mehrehe Muhammads (saws), genauso wie von manchen biblischen Propheten, von Gott erwünscht. Dass seine Frauen sämtlich mit dem Propheten Muhammad (saws) zufrieden waren und dass sie trotz z.T. großer materieller Entbehrungen zu ihm standen und ihn unterstützten, wird als ein Hinweis auf die Prophetenschaft Muhammads (saws) gedeutet. 17. Was meinte Muhammad (saws) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft? Die Stellung der Frauen in der Stammesgesellschaft auf der Arabischen Halbinsel war gleich die eines Sklaven, wobei es hier nur wenige Ausnahmen gab. So wurde es nicht selten als eine Schande angesehen, wenn eine Frau ein Mädchen auf die Welt brachte. Um dieser Schande zu entgehen, wurden die neugeborenen Mädchen oftmals in die Wüste gebracht und dort bei lebendigem Leibe verscharrt. Mit der Offenbarung des Korans und durch das gelebte Beispiel des Propheten Muhammad (saws) wurde ein Mädchen einem Jungen gleichwertig eingestuft. Der Prophet verurteilte Männer, die ihre Frauen schlecht behandelten, und zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man in der Ehe gerecht und liebevoll mit seiner Frau umgehen soll. Er betonte, dass die Frau vor Gott die gleiche Stellung hat wie der Mann und dass Frauen und Männer sich ergänzen. 18. Wie verhielt sich Muhammad (saws) gegenüber Angehörigen anderer Religionen? Der Auftrag, den der Prophet Muhammad (saws) erhalten hatte, war gegenüber allen seinen Mitmenschen gleich, ob es sich nun um Juden, Christen oder Götzendiener handelte, nämlich die Übermittlung der Botschaft Gottes. Er sprach mit seinen Gesprächspartnern ihren Glaubensvorstellungen entsprechend über seinen Auftrag und rief sie dazu auf, sich dem Willen Gottes zu ergeben. Dabei zeigte er seinem Gegenüber großen Respekt und menschliche Nähe und ertrug auch persönliche Beleidigungen und Verfolgung mit Geduld. Er lehrte seinen Anhängern, dass zu den Christen und Juden eine besondere Nähe besteht und dass die Menschen die freie Wahl haben, den Glauben an Gott zu bestätigen oder abzulehnen und dass Muslime ihre Mitmenschen mit Güte behandeln sollen. Er betonte zudem, dass eine gerechte Behandlung aller Menschen eine unabdingbare Voraussetzung für eine islamische Lebensweise sei. 19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (saws) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen? Der Mensch kann sich Gott nicht als Vorbild nehmen, da er Ihm nicht wesensgleich ist. Daher muss er, um ein gottgefälliges Leben führen zu können, ein Vorbild haben, nach dem er sich richten kann. Der Prophet Muhammad (saws) wird mit seiner Persönlichkeit von Gott dem Menschen selbst als Lebensmodell präsentiert (Koran 33:21; 68:4), da er seine Charakterschulung und Erziehung durch seinen Herrn genoss. Das Vorbild Muhammads (saws) ist jedoch nicht nur in seinem menschlichen Leben und seinen persönlichen Vorzügen, sondern vor allem in seinem Weg, den Handlungen und Aussagen, die zu Gottes Zufriedenheit führten, zu suchen. 20. Gibt es Aussagen von Muhammad (saws) über die Bewahrung der Schöpfung? Der Koran erwähnt, dass der Prophet Muhammad (saws) als „eine Barmherzigkeit für alle Welten“, d.h. für die ganze Schöpfung, gesandt wurde. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass nicht nur Aussagen und Empfehlungen bezüglich der Menschen von ihm überliefert sind. Er gab auch Anweisung und Ratschläge über die gute und milde Behandlung von Tieren und den behutsamen Umgang mit der Umwelt. Er erzählte Gleichnisse, die aufzeigten, dass, wer Tiere gut behandelt von Gott belohnt, und wer sie quält von ihrem Schöpfer dafür bestraft werden wird. Er lehrte seine Anhänger, Ressourcen wie Wasser nicht zu verschwenden und einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten indem sie z.B. Bäume pflanzen sollten. 21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (saws) überliefert? Schon zu Lebzeiten Muhammads (saws) gab es bestimmte Personen, denen es erlaubt war, neben dem Koran auch die Aussagen des Propheten Muhammad (saws) aufzuschreiben. Daneben gab es manche Gefährten Muhammads (saws), die ihn stets begleiteten und sich seine Aussprüche merkten und sie dann anderen weitererzählten. Bei der Weitergabe wurde genau darauf geachtet, dass die Aussagen wortgetreu übermittelt wurden, und man zählte bei der weiteren Überlieferung die ganze Kette aller Überlieferer auf. So wurde sichergestellt, dass der übermittelte Ausspruch des Propheten (saws) in seiner Echtheit überprüfbar blieb. Schon in der Mitte des 8. Jahrhunderts (ca. 100 Jahre nach dem Tode des Propheten), und auch später, wurden die Überlieferungen von muslimischen Gelehrten gesichtet, gesammelt und kategorisiert. Seit dieser Zeit gibt es viele schriftliche Zusammenstellungen der Überlieferungen des Propheten Muhammad (saws). 22. Hat Muhammad (saws) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert? Die Behauptung, dass Muhammad (saws) durch den Kontakt mit Juden und Christen, den christlichen und jüdischen Glauben kennen gelernt habe und so seine „neue” Religion formulierte, ist meist in der Literatur christlicher Missionare oder Orientalisten zu finden. Diese Aussagen gründen nicht auf Fakten und finden in der Lebensbiographie des Propheten Muhammad (saws) keine Bestätigung. Da Muhammad (saws) selbst unbelesen war, hätte er die Schriften der Christen und Juden überhaupt nicht studieren und somit auch nicht von ihnen abschreiben können. Desgleichen gibt sein Umfeld, das den Götzenkult praktizierte, keinen Anhaltspunkt dafür, dass er intensiven Kontakte zu ihnen hatte. Auch die Tatsache, dass viele Juden und Christen nach einer Begegnung mit Muhammad (saws) den Islam annahmen, widerspricht dieser Theorie, weil diese als erste die Übernahme und Verfälschung ihrer Lehre bemerkt hätten. Parallelen zwischen der biblischen Lehre und dem islamischen Glauben lassen sich eher dadurch erklären, dass die Offenbarungen der Christen und Juden im Grunde auf die gleiche Quelle wie die des Koran, nämlich auf den Einen Gott, zurückzuführen sind. 23. Was hat der Prophet Muhammad (saws) über Jesus (as) gesagt? Muhammad (saws) war ein Nachfolger Jesu und bezeichnete ihn als „seinen Bruder“. Als er mit Christen über Jesus (as) sprach, betonte er stets den Sachverhalt, dass Jesus (as) nicht Gott oder Gottes Sohn ist. Der Prophet Muhammad (saws) berichtete, dass er in einem Traum Jesus gesehen habe und beschreibt ihn wie folgt: „Als ich nachts bei der Kaaba schlief, sah ich im Traum einen Mann mit lohfarbener Haut, so schön, wie man einen Mann mit lohfarbener Haut sehen kann. Sein gelocktes Haar fiel bis zwischen seine Schultern, vom Kopfhaar des Mannes tropfte Wasser, und er hatte seine Hände auf die Schultern zweier Männer gelegt und umschritt das Heilige Haus, und ich fragte: ‚Wer ist das?‘ und sie sagten: ‚Das ist Isa (Jesus), Sohn der Maryam (Maria. Der Prophet erklärte einmal: "Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und dass Isa (Jesus) der Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat." (Buhari). 24. Hat Muhammad (saws) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (as) im Christentum? Islam ist nicht eine Religion, die Muhammad (saws) begründet hat. Islam (auf Arabisch heißt Islam etwa „Hingabe [zu Gott]“) ist die Lebensweise, die alle Gesandten und Propheten Gottes samt Jesus (a.s.) gepredigt und gelebt haben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund ist Muhammad (saws) der Verkünder des „Islam“ in seiner endgültigen Form und er ist der abschließende Gesandte Allahs. Muslime lieben Muhammad (saws), weil er der Gesandte Gottes ist, folgen ihm, weil er ein Leben in völliger Gottergebenheit verbracht hat und verehren ihn, weil er der auserwählte Prophet ist. Aber sie erhöhen ihn nicht auf die Stufe Gottes und betrachten ihn nicht als einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Denn der Prophet (saws) sagte selbst zu seinen Gefährten: „Erhöht mich nicht wie die Christen Jesus erhöht haben. Ich bin der Knecht Allahs. Sagt: “Er ist der Diener und Gesandte Allahs“ . 25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen Hinweise auf Muhammad (saws)? Der Koran erwähnt, dass in den frühen Heiligen Schriften die Ankunft des Propheten Muhammad (saws) angedeutet wird (Koran 7:157; 61:6). So finden sich auch in der Bibel Stellen, die nach muslimischer Lesart auf die Ankunft des Propheten Muhammad (saws) Hinweise geben, wobei das Profil des Angekündigten besonders in sechs wesentlichen Elementen mit dem des Propheten Muhammad (saws) übereinstimmt: Der Linie der Propheten, seinen Eigenschaften, dem Ort seines Auftretens, der Offenbarung, die ihm gegeben wird, den Ereignissen, die sich in seiner Zeit zutragen werden und dem Zeitpunkt seines Kommens. Zudem finden sich Prophezeiungen über den Propheten Muhammad (saws) in den Schriften der Hindus wie z. B. in der Atharva Veda, einem der vier Bücher der Veden und in der persischen Zend Avesta, der Heiligen Schrift der Zoroastrier.
Weisheiten Die reine Liebe Allah sagte zu seinem Diener: "Gibst du vor, Mich zu lieben? Wenn das der Fall ist, wisse, dass deine Liebe für Mich nur die Folge Meiner Liebe für dich ist. Du liebst Den, der ist. Aber Ich habe dich geliebt, als du nicht warst! Gibst du vor, zu versuchen, dich Mir zu nähern und dich in Mir zu verlieren? Aber Ich suche dich, noch mehr als du Mich suchst! Ich habe dich gesucht, damit du Meine Gegenwart erleben kannst, ohne einen Vermittler, seit dem Tag, wo Ich gesagt habe: Bin Ich nicht euer Herr? (Koran 7:172), während du nichts als Geist warst. Dann hast du Mich vergessen, und Ich habe dich von neuem gesucht, in dem Ich Meine Gesandten zu dir sandte, so hast du einen Körper bekommen. Das alles war aus Liebe zu dir und nicht um Meinetwillen." ![]() ![]() Allah spricht: Die Geschichte von Mir und den Menschen und den Dschinn ist großartig: Ich erschaffe und ein anderer wird angebetet. Ich gebe, und einem anderen wird gedankt. Ich sende das Gute von Mir meinen Dienern herab und ihre Bösartigkeit steigt zu Mir herauf. Ich neige Mich ihnen mit Meiner Gnade zu und bedarf ihrer nicht; und sie entfernen sich von Mir mit ihren Sünden, und sind doch auf keinen außer Mich angewiesen. (...) Die Leute, die Mir gehorsam sind, sind die Leute Meiner Liebe, und die Leute, die Mir ungehorsam sind, lasse Ich die Hoffnung auf Meine Gnade nicht aufgeben. Wenn sie bereuen, dann bin Ich ihr Geliebter und wenn sie nicht bereuen, dann bin Ich ihr Heiler. Ich prüfe sie mit Belastungen, damit Ich sie von ihren Fehlern reinige. (...) Wer von ihnen Mir mit Reue entgegenkommt, den erwarte Ich schon von weit weg, und wer sich von Mir abwendet, den rufe Ich von ganz nah: Wo gehst du hin? Hast Du einen anderen Gott außer Mir?
Islam![]() Die fünf Säulen des Islam Die 5 Säulen des Islam stehen für die islamische Pflichtenlehre, die dieHauptpflichten im Alltag eines jeden Muslims darstellen. Das Glaubensbekenntnis (Shahada) Das Gebet (Salat) Das Fasten im Ramadan (Zaum) Die Almosenabgabe (Zakat) Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) Das Glaubensbekenntnis (Shahada) Das Glaubensbekenntnis (Shahada) Die Schahada (das Islamische Glaubensbekenntnis) ist das Tor zur Glückseligkeit und ewiger Freude oder (falls nicht bezeugt) das Tor zur ewigen Verdammnis. Die Schahada auszusprechen und im Herzen anzunehmen öffnet das Tor zur Liebe und Barmherzigkeit Allahs ; sie (die Schahada) abzulehnen schließt das Tor und verhindert die Freigebigkeit eures Herrn (Rabb) und verdammt einen zu einer Ewigkeit im Höllenfeuer. "Ja, diejenigen, die den Glauben verweigert haben von den Leuten der Schrift und den Mitgöttergebenden, sind im Feuer der Hölle, ewig sind sie dort; diese, sie sind die schlechtesten Kreaturen, Ja, diejenigen, die geglaubt und rechtschaffen gehandelt habe; diese, sie sind die besten Kreaturen, Ihr vergelten bei ihrem Herrn sind die Gärten Edens, unter denen Gewässer fließen, ewig sind sie dort, für immer, Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm,- dies für den, der Seinen Herrn fürchtet." (Qur'an 98:6-8). Wenn dieses Glaubensbekenntnis nur eine (mündliche) Äußerung, wäre für die man automatisch von Allah belohnt würde, wer würde sich dann auf dieser Erde noch sträuben, dieses zu bekennen? Aber nein, genauso wie bei anderen Bereichen des Islam, muss das Glaubensbekenntnis mit dem Handeln einhergehen und deshalb haben viele der vergangenen Generationen die Botschaft der Propheten zurückgewiesen. So wie die Menschen (zur Zeit) Ibrahims (as); sie haben erkannt wie dumm es war Steine (Götzen) anzubeten, die weder hören noch sehen konnten, aber zum Handeln überzugehen und sie (die Götzen) zu zerstören und sie nicht mehr anzubeten war mehr als sie ertragen konnten. Wenn jemand die Schahada ausspricht, dann trifft er in der Tat einen Bund und eine Vereinbarung mit Allah . So wie es bei allen Vereinbarungen ist, gibt es Bedingungen. Der Gläubige sollte mit Überzeugung daran glauben und verstehen, dass Allah der Schöpfer und Herr (Rabb) von allem ist, was existiert, dem Guten und dem Bösen. "Und Allah hat für euch aus dem, was Er geschaffen hat, Schatten gemacht, und Er hat für euch aus den Felsenburgen Zufluchtsorte gemacht, und Er hat für euch Bekleidungen gemacht, die euch vor Hitze schützen und Bekleidungen, die euch vor Unglück schützen, derart hat Er seine Gnade an euch erfüllt, damit ihr euch vielleicht friedenmachend ergebt (Muslime werdet)." (Qur'an 16:81). "Er ist es, der für euch geschaffen hat, was auf der Erde ist..." (Qur'an 2:29). "Und das Vieh, Er hat es geschaffen..." (Qur'an 16:5). An diese Verse zu glauben heisst, an die Einheit der Gottesschaft Allahs zu glauben. Die Bedeutung der Schahada lautet: "(Ich bezeuge) niemand hat das Recht, angebetet zu werden ausser Allah und ich bezeuge, dass Muhammad sein Gesandter ist." Daher ist eine weitere wichtige Bedingung nicht nur, dass man Allah als den Schöpfer des Himmels und der Erde anerkennt, sondern, dass Er auch der Einzige ist für den man Ibadah (Handlungen, die von Gott vorgeschrieben wurden, um Ihm zu dienen, z.B. das Pflichtgebet, die Pilgerfahrt nach Mekka usw.) macht. Wir dürfen nicht so werden wie die Heiden, die zwar Allah als Schöpfer anerkannten, aber es ablehnten Ihn anzubeten. "Sag: Wer versorgt euch von den Himmeln und der Erde, oder wer hat Gewalt über das Hören und die Blicke, und wer bringt das Lebendige aus dem Gestorbenen hervor und bringt das Gestorbene aus dem Lebendigen hervor, und wer lenkt die Angelegenheit? Und sie (die Heiden) werden sagen: 'Allah'" (Qur'an 10:31). Allah zu dienen bedeutet nicht nur sich fünfmal am Tag (im Gebet) vor Ihm niederzuwerfen, sondern auch Seine Hilfe und nur Seine Hilfe zu suchen; Ihm zu gehorchen, Ihn über alles zu lieben und Gutes von Ihm zu erwarten. "Und wenn Allah dich mit Schaden anrührt, so gibt es keinen der ihn wegnimmt außer Ihm..." (Qur'an 16:17). "Und es gibt unter den Menschen einige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll. Die aber, die glauben, lieben Allah noch mehr." (Qur'an 2:165). Nur Allah zu dienen nennt man die Einheit in gottesdienstlichen Handlungen (d.h. sein Ibadah nur für Allah zu machen). Sobald wir uns dazu bekannt haben an Allah zu glauben dann müssen wir Ihn als Schöpfer anerkennen und nur für Ihn Ibadah machen. Aber wer ist Allah? Was sind Seine Eigenschaften und müssen wir auch an diese glauben? "Sag: Er ist Allah, einzig. Allah, der immer da ist. Nie zeugte Er und nie ist er gezeugt. Und nie gibt es Ihm Gleiches." (Qur'an 112:1-4). "Allah, kein Gott außer Ihm, der Lebendige, der Beständige, es ergreift Ihn nicht Schlummer und nicht Schlaf, Sein ist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der Fürsprache einlegt, bei Ihm ohne Seine Erlaubnis?..." (Qur'an 2:255). Der erste Teil der Schahada hat mit Allah zu tun, der zweite Teil (betont), dass Muhammad (saws) Sein Knecht und Gesandter ist. Wenn man an Allah glaubt, dann muss man auch an die Prophetenschaft Muhammads (saws) glauben. Wenn man Allah liebt, dann muss man auch Muhammad (saws) lieben und ihm (seiner Sunnah) folgen. "Sag (oh Muhammad): Wenn ihr Allah liebt so folgt mir..." (Qur'an 3:31) "Und Muhammad ist nicht Vater eines einzigen von euren Männern, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten, und Allah weiß von allem." (Qur'an 33.40). "...und was der Gesandte euch gibt, so nehmt es, und was er euch untersagt, so enthaltet euch.." (Qur'an 59:7) Dies sind nur einige wenige Aspekte der Schahada, die wir verstehen und an die wir glauben müssen, wenn wir wahrlich das Wohlgefallen Allahs erhalten möchten. Das Gebet (Salat) Die Ausübung der religiösen Pflichten bringt den Gläubigen Allah am nächsten. Durch die Aufteilung des Gebetes, in fünf verschiedene Zeiten zu Tag und in der Nacht bringt dieses in dauernden und ständigen Kontakt mit Allah, bei dem er Zuflucht sucht gegen alle Kümmernisse und Anfechtungen des Lebens, und es führt ihn jedesmal wieder zu Allah zurück, wenn er durch die irdischen Belange sich dem Schöpfer entfremdet. Das rituelle Gebet ist ein Erwachen der Seele, eine ständige Erinnerung an die göttliche Allgegenwart, eine Reinigung der Seele und des Körpers. Die rituellen Waschungen bedeuten nicht nur die verschiedenen Körperteile und das Gesicht zu reinigen, sondern sie sind ein Symbol für die Reinigung der Seele und die Vorbereitung des Gläubigen auf seine Begegnung mit dem Allmächtigen im Gebet, mit einem reinen Herzen, das keinen Haß kennt, noch Groll gegen einen anderen, mit einer ergebenen Seele, die sich aber nur Allah hingibt und sich nur vor seinem Schöpfer neigt und in Demut niederfällt. Ganz unabhängig von diesen großen Tugenden bringt das Gebet noch zahlreiche soziale Vorzüge mit sich. Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal mehr Wert als das Gebet, das man alleine verrichtet. Der Mensch, der sich im Gebet zu seinen Brüdern gesellt, bildet mit ihnen eine feste und uneinnehmbare Einheit, so daß das in der Gemeinschaft verrichtete Gebet ein Zeichen für die Einheit, die Solidarität und die gegenseitige Hilfeleistung der Gemeinschaft bedeutet. Es erfüllt ihn mit der Liebe, welche die Herzen der Gläubigen vereint und verbindet. Das Gebet ist ein praktikables Beispiel für die islamische Gleichheit der sozialen Strukturen. Der Reiche steht neben dem Armen und der Regierende neben dem Regierten an einer Linie, Schulter an Schulter. Vor Allah sind sie alle gleich, vereint in ein und derselben Gemeinschaft, in der Übereinstimmung der Herzen und den Blick nach der Ka'aba gerichtet. Außer dem in der Gemeinschaft verrichteten Gebet bieten sich dem Gläubigen mannigfaltige Gelegenheiten, sich mit seinen Mitbrüdern in der geheiligten Umzäunung zu vereinen und zu versammeln zum gemeinsamen Gebet am Freitag oder zum Gebet an den beiden großen Festen. Das Fasten im Ramadan (Zaum) Das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan gibt dem Gläubigen nicht nur ein Mittel zur Erlangung von Selbstbeherrschung. Der Monat Ramadan ist Teil der heiligen 3 Monate, und ist dem Gedenken an Gott gewidmet und der Offenbarung des Qur'an. Jedes Jahr im Monat Ramadan fasten Muslime von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Dabei halten sie sich von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr wie auch übler Nachrede etc. fern. Dabei gilt das Fasten als Reinigung von Körper und Seele, der Bewusstwerdung und Dankbarkeit der Gaben Gottes, sowie der Erinnerung an die islamischen Tugenden, wie Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft und Geduld. Die Almosenabgabe (Zakat) Alle Dinge gehören Gott und der Reichtum ist den Menschen nur anvertraut. Die eigentliche Bedeutung des Wortes Zakat ist „Reinigung“ und „Wachstum“. Zakat geben bedeutet, einen bestimmten prozentualen Anteil von Besitztümern an bedürftige Menschen zu spenden. Diese Abgabe von 2,5% ist jedoch nicht als Almosen zu verstehen, sondern ist ein Rechtsanspruch der Bedürftigen, den sie ohne zu bitten oder zu betteln bekommen müssen: Es ist ihr Recht und keine Gefälligkeit... Der Besitz des Gebenden wird gereinigt, indem ein Anteil davon, Bedürftigen gegeben wird; so wie das Beschneiden der Pflanzen neues Wachstum ausgleicht und fördert. Die Zakat ist damit nicht nur ein Faktor des sozialen Systems des Islam, sondern auch gleichzeitig ein Mittel zur seelischen Entlastung, denn sie soll allein aus dem Glauben an Gott gezahlt werden. Man darf natürlich daneben soviel freiwillige Almosen geben, wie man möchte. Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) Die Pilgerfahrt nach Mekka lässt den Gläubigen die wahre Hinwendung an Gott, die Opferbereitschaft und die Brüderschaft der Muslime aus aller Welt spüren. Die jährliche Pilgerfahrt (Hadsch) ist einmal im Leben Pflicht für die, die körperlich und finanziell in der Lage dazu sind. Über zwei Millionen Menschen kommen jedes Jahr aus allen Ländern der Erde nach Mekka. Männliche Pilger tragen z.B. besonders einfache Kleidung in Form von zwei ungenähten, weißen Leinentüchern, die jegliche Unterscheidung nach Klassen und Kulturen unmöglich macht, so dass alle gleich vor Gott stehen. Die Pilgerriten bestehen u.a. aus dem siebenmaligen Gehen zwischen den Hügeln Safa und Marwa, wie es die Mutter Ismails auf ihrer Suche nach Wasser getan hat. Dann stehen die Pilger zusammen in Arafat und bitten Gott um seine Vergebung und was ihnen noch am Herzen liegt. Dieser Tag wird oft mit dem Tag des Gerichts verglichen. Beginn und Ende der mehrtägigen Pilgerriten, die an verschiedenen Orten vollzogen werden ist die haram Moschee in Mekka. In dieser Moschee befindet sich die Kaaba , zu der sich die Muslime beim Beten hinwenden und die sie während den Pilgerriten siebenmal umkreisen. Die Grundmauern dieses einfachen Gebäudes gehen auf das Haus zurück, das Gott, Abraham und seinem Sohn Ismael zu bauen befahl. Über die Jahrtausende zerfiel es und wurde wieder aufgebaut, verlor jedoch nie seine Funktion als Ort der Anbetung. Muhammad (saws) schließlich räumte es letztendlich vom Götzenkult und führte es wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Stätte der Anbetung des Einen Gottes zu. Seitdem ist das Gebäude leer und dient als symbolischer Ort der Anbetung. Das Ende der Hadsch bildet das große Fest Id al-Adha, das mit Gebeten und dem Schlachten eines Opferschafs in Erinnerung an die göttliche Prüfung Ibrahims (sa) , seinen Sohn zu opfern und die Barmherzigkeit Gottes diesen zu verschonen, begangen wird. Dieses und Id al-Fitr, ein Festtag am Ende des Ramadan, bilden die zwei großen Feste des islamischen Kalenders. ![]() ![]()
Für
die Übermittlung Seiner Botschaft, bediente sich Allah der Propheten.
Den Quran verkündete Muhammad (saws) in der Höhle „Hira“ einen
nahegelegenen Berg Mekkas. Im Monat Ramadan in seinen 40. Lebensjahr
erschien ihm der Engel Gabriel (as) und trug ihm die ersten Worte der
Offenbarung vor. Dabei handelte es sich um die Sure 96 der Vers 1 bis 5.
"Lies! Im Namen deines Herrn,
Der erschuf. Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. Lies! Denn dein Herr ist gütig. Der durch die Feder gelehrt hat. Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste."
Nach einer kurzen Unterbrechung empfing er immer wieder zu ganz
unterschiedlichen Anlässen bis kurz vor seinem Tod Offenbarungen. Als
schließlich der Prophet (saws) mit 63 Jahren starb, hinterließ er den
Muslimen, eine von Allah vollendete Offenbarung.
Vor seinem Prophetentum war Muhammad (saws) bei den Mekkanern ein angesehener und beliebter Mann. Doch wegen der Botschaft, die er überbrachte, wurde er angefeindet und verfolgt. Der Quran wurde Muhammad (saws) nicht auf einmal offenbart, sondern Stück für Stück. Die Offenbarung erfolgte in arabischer Sprache und stammte von der Urschrift, die sich bei Allah auf einer „wohlbewahrten Tafel“ befindet. Die früheren Offenbarungen, von denen sich heute noch Teile davon in der Bibel befinden, haben ihren Ursprung von der wohlbewahrten Tafel. Der Quran bildet den Abschluss aller vorangegangenen Offenbarungen. ![]() Das Grundprinzip der qur’anischen Botschaft ist der Hinweis auf den einen einzigen Gott,
arabisch Allah. Es gibt nur einen Gott, der alles umschließt. Sich zu
Ihm bekennen, heißt sich dem Prinzip Seiner Einzigkeit in aller
Konsequenz zu unterstellen. Allah ist der Erhabene, Er ist die
Wahrheit, Er hat Macht über Leben und Tod. Er ist nicht einer von
Dreien oder ein Dritter. Er ist ewig und allein.
Der Quran bildet die Lebensweise der Muslime. Die Texte des Quran werden zudem auch für das tägliche fünfmalige Gebet benutzt. Dies ist eine weise Vorsorge des Allerbarmers, das die Texte nicht verloren gehen oder entstellt werden. Wörtlich
bedeutet Quran (arab. al-quran) „das Vorzutragende“ und ist darum auch
nicht bloß auf den schriftlichen Text beschränkt. Abertausende von
Muslimen haben diesen Text nicht nur niedergeschrieben, sondern auch im
Gedächtnis bewahrt und weitergegeben, von Generation zu Generation. Der
Quran ging so zwei getrennte Wege, den mündlichen und schriftlichen.
Nur so war es gewährleistet, dass die Texte unverändert überliefert
wurden. Der Quran enthält noch heute das gleiche, wie zu Muhammads
(saws) Lebzeiten verkündet wurde.
Eine weitere bemerkenswerte Tatsache ist das Festhalten des Quran an
der Wiedergabe des ursprünglichen Textes. Der Quran zählt nur als
Original in arabischer Sprache, alle Übersetzungen können nicht mehr
als Quran bezeichnet werden. Alles andere ist Auslegung oder
Übersetzung. Der Gebrauch der qur’anischen Sprache ist heutzutage
verschwunden. Die arabischen Nationen sprechen eine andere Sprache als
die, in welcher der Quran offenbart wird. So muss auch ein Araber, will
er den Quran verstehen, die qur’anische Bedeutung erlernen.
![]() IslamWas ist Islam? Das Gottesbild Der Islam verkündet die reinste Form des Monotheismus. Gott ist der eine Gott; Er ist unteilbar und hat niemand neben sich. Er ist unvergleichlich und nichts ist ihm auch nur ähnlich. Nichts geschieht ohne seinen Willen. Er ist der Erste, der Letzte, der Ewige, der Unendliche, der Allmächtige, der Allwissende. Er ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge. Er ist der Gerechte, der Allerbarmer, der Gnädige, der Liebende, der Gütige, der Erhabene, Preiswürdige, der Wahrhaftige. Er ist der Inhaber und Besitzer aller vollkommenen Eigenschaften. Alle diese, und noch andere im Koran erwähnten Eigenschaften Gottes, müssen in ausgewogener Weise betrachtet werden, ohne dass die eine Eigenschaft zugunsten einer anderen vernachlässigt wird, oder zum Nachteil einer anderen überbetont wird; denn Gott allein hat sich mit all diesen Namen benannt. Einheit der Religionen Der Islam betont den einheitlichen Ursprung aller monotheistischen Religionen. Nach seiner Lehre sind dem menschlichen Geist, trotz seiner großen Möglichkeiten, bestimmte Grenzen gesetzt, die er weder mit den exakten, noch mit empirischen Wissenschaften überschreiten kann. So liegt für den Menschen das sichere Wissen um die letzten Wahrheiten jenseits dieser Grenzen, und die einzige Quelle, die dem Menschen für die Erreichung dieses Wissens offen steht, ist die göttliche Offenbarung, die ihm von Anbeginn der Zeit zur Verfügung stand. Die Propheten des Einen Gottes erschienen im Verlauf der Geschichte in jedem Land und bei jeder Gemeinschaft und überbrachten den Menschen die Weisungen Gottes. Die Menschheit wurde so auf die endgültige und an die ganze Welt gerichtete Botschaft stufenweise vorbereitet. Diese letzte göttliche Offenbarung, die durch den letzten Propheten Muhammad überbracht wurde, berichtigt und ergänzt alle inzwischen durch menschliche Schwächen veränderten Botschaften. Allein diese letzte Botschaft ist wissenschaftlich beweisbar, bis auf den heutigen Tag den Menschen unverfälscht zugänglich. Alle Propheten, von Adam über Abraham, Moses Jesus bis hin zu Muhammad sind die Propheten, an die der Muslim glaubt und die er ohne Unterschied verehrt. Alle göttlichen Offenbarungen, von der Thora über die Psalmen und das Evangelium bis des einen Gottes; nur ist der Koran die letzte dieser Offenbarungen, die unverfälscht geblieben ist, und die all das enthält, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt. Einheit der Botschaft Der Islam lehrt die Einheit der gesamten Menschheit. Er betont, dass Unterscheidungen nach Rassen, Hautfarben, Sprachen usw., niemals den Grund für Überlegenheitensansprüche einer Gruppe gegenüber einer anderen bilden können. Die einzige, wirkliche Unterscheidung zwischen den Menschen ergibt sich auf geistig sittlicher Ebene, nämlich die Unterscheidung nach Rechtschaffenheit und Gottesehrfurcht. Einheit Lebensweg Der Islam ist ein allumfassender Lebensweg, der sich auf alle Bereiche des menschlichen Daseins erstreckt und der in grundsätzlicher Übereinstimmung mit der Natur, ihren Gesetzen und ihren Anforderungen steht. Islam ist das in die Praxis umgesetzte Wissen um die Existenz Gottes, die Wahrhaftigkeit seiner Propheten, seiner Bücher, seiner Engel und des Lebens nach dem Tode. Ein Muslim ist derjenige, der die Gesetze Gottes in allen Lebenssituationen befolgt, und die islamische Gesellschaft ist die nach Wissen um den Willen Gottes strebende Gemeinschaft der jeder Einzelne direkt und ohne Vermittlung eines Priesters mit Gott in Verbindung steht. Und schließlich ist die islamische Gesellschaft die jedem Nichtmuslim größte Toleranz entgegenbringende Gemeinschaft der Gottgläubigen, denn das Wort Islam hat sowohl die Bedeutung Unterwerfung unter den Willen Gottes, als auch die Bedeutung Frieden . Die Vernunft Der Islam betrachtet die Vernunft als ein kennzeichnendes Merkmal des Menschen und als eine Gabe Gottes. Sie ist der Grund für die Verantwortlichkeit des Menschen vor Gott und gleichzeitig sein Führer in allen Lebenssituationen. Weil der Islam der Vernunft einen so bedeutenden Platz einräumt, gibt es für mystische Kulte und Dogmen keinen Platz in ihm. Islam und Wissenschaft Der Islam macht das Streben nach Wissen zur Pflicht eines jeden Muslims. Er geht sogar so weit, die wissenschaftliche Arbeit zum Gottesdienst zu erheben. In ständigen Appell fordert der Koran den Menschen dazu auf, die Natur zu erforschen, damit er die Existenz Gottes und Seine Eigenschaften erkennt. Im Koran findet der Muslim die Grundlagen und Richtlinien für ein wissenschaftliches Forschen. Die einzige Einschränkung auf diesem Gebiet bestehet darin, dass die Forschung selbst nie zum Ziel werden darf, sondern immer ein Mittel zur Erreichung menschlichen Fortschritts und zur Vervollkommnung der Moral bleiben muss. Ziele des Islam Der Islam befasst sich nicht nur mit dem ewigen Leben im Jenseits, sondern er richtet sein Augenmerk in gleichem Maße auch auf das diesseitige Leben. Sittliche Vollkommenheit, sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, zwischenmenschliche Liebe und Barmherzigkeit, politische Vernunft und Friede sind Ziele, die der Islam zur Erreichung wahren menschlichen Glücks in diesem Leben zu verwirklichen sucht. Pflichten des Muslim Der Islam schreibt den Gläubigen das tägliche Gebet vor. Dadurch wird neben der äußeren Reinigung durch Waschung auch die Reinigung der Seele erzielt. Die Vermögensabgabe (Zakat) ist nicht nur ein Faktor des sozialen Systems des Islam, sondern auch gleichzeitig ein Mittel zur seelischen Entlastung, denn sie soll allein aus dem Glauben an Gott gezahlt werden. Das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan gibt dem Gläubigen nicht nur ein Mittel zur Erlangung von Selbstbeherrschung. Die Pilgerfahrt nach Mekka schließlich lässt den Gläubigen die wahre Hinwendung an Gott, die Opferbereitschaft und die Brüderschaft der Muslime aus aller Welt spüren. Neben diesen vier Hauptpflichten, die dem Gläubigen vorgeschrieben sind, gibt es im Gesetz Gottes noch viele andere Gebote und Verbote, die dem Menschen den Weg zu einem glücklichen Leben in dieser Welt und einem gottnahen ewigen Leben im Jenseits weisen. Somit kann jede Arbeit des Menschen zum Gottesdienst werden, nämlich dann, wenn sie gemäß dem Willen Gottes und mit der aufrichtigen Absicht durchgeführt wird.
Der Gottesbegriff im Islam Es ist eine bekannte Tatsache, dass jede Sprache einen oder mehrere Ausdrücke hat, die sich auf Gott und manchmal auch auf niedrigere Gottheiten beziehen. Dies ist nicht der Fall mit Allah. Allah ist der persönliche Name des Einen wahren Gottes. Nichts außer ihm kann Allah genannt werden. Das Wort hat grammatikalisch gesehen - weder Plural noch Geschlecht. Dies zeigt die Einzigartigkeit im Vergleich mit dem Wort Gott, aus dem man grammatikalisch die Mehrzahl Götter oder weibliche Form, Göttin machen kann. Es ist interessant festzustellen, dass Allah der persönliche Name Gottes in Aramäisch, der Sprache von Jesus und eine Schwester-Sprache vom Arabischen ist. Der Islam meint mit dem Begriff Gott den Einen einzigen und wahrhaftigen Gott. Für Muslime ist Gott der Allmächtige, Schöpfer und Erhalter des Universums, dem nichts gleich. Der Prophet Muhammad (saws) wurde von Zeitgenossen über Allah befragt; die Antwort kam direkt von Gott selbst in der Form einer kurzen Sure des Koran, die als der Grundzug der Einheit oder als Grundsatz des Monotheismus angesehen wird. Dies ist Sure 112 die lautet: "1. Sprich: "Er ist Allah, der Einzige; 2. Allah, der Unabhängige und von allen Angeflehte. 3. Er zeugt nicht und ward nicht gezeugt; 4. Und keiner ist Ihm gleich." (112: 1-4) Einige Nichtmuslime behaupten, dass Gott im Islam ein harter und grausamer Gott sei, der vollen Gehorsam verlangt. Er sei nicht liebevoll und nicht freundlich. Nichts kann weiter von der Wahrheit sein als diese Behauptung. Es genügt zu wissen, dass, bis auf eine Ausnahme, jede der 114 Suren des Koran folgendermaßen beginnt: Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen ! Der Prophet Muhammad (saws) sagte: "Gott ist liebevoller und freundlicher als eine Mutter zu ihrem lieben Kind." Aber Gott ist auch gerecht. Daher müssen Übeltäter und Sünder ihren Anteil an der Strafe haben und die Tugendhaften, in den Genuss der Freigebigkeit Gottes kommen . Tatsächlich kommt Gottes Eigenschaft der Barmherzigkeit voll zum Ausdruck in Seiner Gerechtigkeit. Menschen, die seinetwegen ihr ganzes Leben leiden und Menschen, die ihr ganzes Leben andere unterdrücken und ausbeuten, sollten nicht die gleiche Behandlung Gottes erfahren. Das Erwarten einer gleichen Behandlung für beide Gruppen wird auf das Leugnen des wahren Glaubens an die Verantwortlichkeit des Menschen im nächsten Leben hinauslaufen und damit auf das Leugnen aller Anreize für ein moralisches und tugendhaftes Leben in dieser Welt. Die folgenden koranischen Ayat sind in dieser Hinsicht sehr deutlich und offen. 34. Für die Gerechten sind Gärten der Wonne bei ihrem Herrn. 35. Sollten Wir etwa die Muslims wie die Schuldigen behandeln ? 36. Was ist euch ? Wie urteilt ihr ! (68:34-36) Der Islam lehnt es ab, Gott in irgendeiner menschlichen Gestalt zu charakterisieren oder ihn bildlich darzustellen, bestimmte Individuen oder Völker bevorzugend, auf Grund von Reichtum, Macht oder Rasse. Er schuf die Menschen als gleichwertige Geschöpfe. Sie konnten sich auszeichnen und Seine Gunst nur durch Tugend und Frömmigkeit erwerben. Die Behauptungen, dass Gott sich im siebten Tag ausgeruht hat, dass Gott ein neidischer Verschwörer gegen die Menschheit sei, oder das Gott in irgendeinem Menschen Fleisch geworden sei, all dies wird vom islamischen Standpunkt als Blasphemie betrachtet. Die einzigartige Benutzung des Wortes Allah als der persönliche Name Gottes reflektiert die islamische Betonung der Reinheit des Glaubens an Gott. Jenes Glaubens, der der innerste Kern der Botschaft ist, die alle Gesandten Gottes vermitteln. Aus diesem Grund betrachtet der Islam das verbinden irgendeiner Gottheit oder einem persönlichen Wesen mit Gott als Todsünde, die Gott nie vergibt, trotz der Tatsache, dass Er Sie, wenn Er will alle Sünden vergibt. Der Schöpfer muss eine andere Natur haben als die Dinge, die er erschuf, weil wenn er dieselbe Natur hätte wie sie, dann müsste er zeitlich sein und Seine Schöpfer brauchen. Die Schlussfolgerung lautet: Nichts ist gleich Ihm (42:11) Wenn der Schöpfer nicht zeitlich ist, dann muss Er immerwährend sein. Und wenn Er immerwährend ist, dann kann Er nicht hervorgerufen worden sein, und wenn nichts Ihn hervorbrachte, dann kann nichts außer ihm veranlassen, weiter zu existieren. Dies bedeutet, dass Er sich-selbst-genügend ist. Und wenn Er in Seiner Existenz auf niemanden angewiesen ist, dann kann Seine Existenz kein Ende haben. Der Schöpfer ist demnach immerwährend und ewigbleibend. 3. Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene, und Er ist der Wissende aller Dinge. (57:3) Er ist der Sich-Selbst-Genügende und Sich-Selbst-Erhaltende, oder mit dem Koranischen Ausdruck: al-Qayyum. Der Schöpfer erschafft nicht nur im Sinne, dass Er Dinge aus nichts hervorbringt, sondern Er bewahrt die erschaffenen Dinge, nimmt sie aus der Existenz weg und er ist die Grundursache für alles was ihnen passiert. 62. Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist Wächter über alle Dinge. 63. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde; und jene, die nicht an die Zeichen Allahs glauben, sie sind die Verlierenden. (39:62-63) 6. Und es gibt kein Geschöpf, das auf der Erde kriecht, dessen Versorgung nicht Allah obläge. Und Er kennt seinen Aufenthaltsort und seine Heimstatt. All das ist in einem deutlichen Buch. (11:6) Gottes Attribute Wenn der Schöpfer immerwährend und ewigbleibend ist, dann müssen Seine Eigenschaften auch immerwährend und ewigbeleibend sein. Er soll weder irgendeine Seiner Eigenschaften verlieren, noch welche erwerben. Wenn dies so ist, dann sind Seine Eigenschaften vollkommen. Kann es mehr als einen Schöpfer mit solchen vollkommenen Eigenschaften geben? Kann es zum Beispiel, zwei absolut mächtige Schöpfer geben? Das Nachdenken darüber zeigt, dass dies unmöglich ist. Der Koran fasst dieses Argument in den folgenden Ayat zusammen: 91. Allah hat Sich keinen Sohn zugesellt, noch ist irgendein Gott neben Ihm: sonst würde jeder "Gott" mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen, und die einen von ihnen hätten sich sicherlich gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah über all das, was sie behaupten ! (23:91) 22. Gäbe es in ihnen (Himmel und Erde) Götter außer Allah, dann wären wahrlich beide zerstritten. Gepriesen sei denn Allah, der Herr des Thrones, hoch erhaben über das, was sie aussagen! (21:22) Die Einheit Gottes Wir werden im Koran an die Falschheit aller angeblichen Götter erinnert. Diejenigen, die von Menschen gemachte Objekte anbeten, werden im Koran gefragt: 97. Er ( Abraham) sprach: "Verehret ihr das, was ihr gemeißelt habt, (37:95) 16. Sprich: "Wer ist der Herr der Himmel und der Erde ?" Sprich : "Allah." Sprich : "Habt ihr euch Helfer außer Ihm genommen, die sich selbst weder nützen noch schaden können ?" Sprich : "Können der Blinde und der Sehende gleich sein? Oder kann die Finsternis gleich sein dem Licht ? Oder stellen sie Allah Götter zur Seite, die eine Schöpfung geschaffen wie die Seine, also dass (beide) Schöpfungen ihnen gleichartig erscheinen?" Sprich: "Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einige, der Allmächtige." (13:16) Im Koran wird die Geschichte von Abraham für die Anbeter von himmlischen Körpern ausgeführt: 76. Als nun die Nacht ihn überschattete, da erblickte er einen Stern. Er sprach: "Ist das mein Herr ?" Doch da er unter ging, sprach er : "Ich liebe nicht die Untergehenden." 77. Als er den Mond sah, sein Licht ausbreitend, da sprach er : "Ist das mein Herr ?" Doch da er unter ging, sprach er : "Hätte nicht mein Herr mich recht geleitet, wäre ich gewiss unter den Verirrten gewesen." 78. Als er die Sonne sah, ihr Licht ausbreitend, da sprach er : "Ist das mein Herr, das ist das Größte ?" Da sie aber unter ging, sprach er: "O mein Volk, ich habe nichts zu tun mit dem, was ihr anbetet. 79. Siehe, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern." (6:76-79) Die Haltung des Gläubigen Es ist notwendig , an die Einheit Gottes zu glauben, um ein Muslim zu sein, d.h. um sich Gott zu ergeben in dem Sinne, dass Er der einzige Schöpfer, Erhalter,... usw. ist. Aber dieser Glaube, der in der Folge Tauhid Ar-rububiyyah genannt wird, ist nicht genug. Viele der Götzendiener wussten und glaubten, dass nur Gott in der Lage ist, all dies zu tun. Aber dies war nicht genug, sie zu Muslimen zu machen. Zu Tauhid ar-Rububiyyah muss Tauhid al-Uluhiyyah hinzugefügt werden , d.h. man akzeptiert die Tatsache, dass Gott allein würdig ist, angebetet zu werden, und daher enthält man sich, irgendetwas anderes anzubeten. Nachdem man dieses Wissen über den Einen einzigen Gott hat, muss man ständig und fest an ihn glauben, und soll nichts zulassen, sich dahin zu bewegen, die Wahrheit zu leugnen. Wenn der Glaube ins Herz einer Person eingeht, verursacht er einen bestimmten innerlichen Zustand, der bestimmte Handlungen zur Folge hat. Alle diese innerlichen Zustände und Handlungen sind der Beweis für wahren Glauben. Der Prophet Muhammad (saws) sagte :"Glaube ist, was fest im Herzen wohnt und durch Taten bewiesen wird" An erster Stelle unter jenen inneren Zuständen ist das Gefühl der Dankbarkeit Gott gegenüber, was der Geist des Ibadah (des Gottesdienstes) genannt werden kann. Das Gefühl der Dankbarkeit ist so wichtig, dass ein Ungläubiger Kafir genannt wird, d.h. einer, der die Wahrheit bestreitet und auch einer, der undankbar ist. Ein Gläubiger liebt Gott und ist ihm dankbar für die Gaben, die Er ihm schenkte, aber er ist sich gleichzeitig der Tatsache bewusst, dass seine guten Taten, ob geistig oder physisch, fern davon sind, der göttlichen Gnade angemessen zu sein. Er ist aus Furcht besorgt, dass Gott ihn bestrafen würde, in diesem oder im nächsten und letzten Leben. Daher fürchtet er Ihn, ergibt sich Ihm und dient Ihm mit großer Demut. Man kann in einem solchen geistigen Zustand sein, ohne nicht fast die ganze Zeit Gott zu gedenken. Er beherzigt dabei, dass die Kraft für die Erhaltung des Glaubens von Gott kommt, ohne die der Glaube verblasst und vergeht. Im Koran wird das Gefühl der Dankbarkeit durch das wiederholte Erwähnen der Attribute Gottes verstärkt. Einige dieser Attribute finden wir in den folgenden Ayat des Koran nebeneinander gestellt: 22. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der Wissende des Ungesehenen und des Sichtbaren. Er ist der Gnädige, der Barmherzige. 23. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie anbeten ! 24. Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Allmächtige, der Allwissende. (59:22-24) 255. Allah - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem aus Sich Selbst Seienden und Allerhaltenden. Schlummer ergreift Ihn nicht noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm für bitten will, es sei denn mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen ; und sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Ihm gefällt. Sein Wissen umfasst die Himmel und die Erde; und ihre Erhaltung beschwert Ihn nicht; und Er ist der Erhabene, der Große. (2:255) 171. O Volk der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und saget von Allah nichts als die Wahrheit. Der Messias, Jesus, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter Allahs und eine frohe Botschaft von Ihm, die Er nieder sandte zu Maria, und eine Gnade von Ihm. Glaubet also an Allah und Seine Gesandten, und saget nicht : "Drei." Lasset ab - ist besser für euch. Allah ist nur ein Einziger Gott. Fern ist es von Seiner Heiligkeit, dass Er einen Sohn haben sollte. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Beschützer. (4:171)
![]()
Esma´ül Hüsna 99 schönsten Namen Allahs Der Mensch ist nach Islamischer Auffassung dazu erschaffen, Gott zu dienen, Ihn anzubeten und zu verehren. Als Lohn für seine Mühe ist ihm das Paradies versprochen, und die höchste Freude im Paradies ist es, Gottes Angesicht schauen zu dürfen und den Grund allen Seins zu erblicken! Das Ziel eines wirklichen Muslim ist deswegen nur der Schöpfer selber und nicht das Paradies! Die Welt ist ihm gleichgültig, doch sieht er in allen Dingen die Schöpferkraft Gottes. Er ist sich bewusst, dass kein Geschöpf Macht und Kraft besitzt, sondern Gott allein der Mächtige ist. Dies lässt keinen Raum mehr für irgendwelchen Stolz, denn der Gläubige weiss, dass er alles was er ist, was er besitzt und was er erreicht hat, Gott allein zu verdanken hat. "Und Allahs sind die Schönsten Namen; so ruft Ihn mit ihnen an." Al-Araf 180 Er ist Allah; niemand ausser Ihm ist würdig der Anbetung. Die Herrschaft Gottes Allah ist ... 1. Al-Malik der Herrscher und König niemand außer ihm hat die Eigenschaft der absoluten Herrschaft, und deswegen sind alle Menschen vor Ihm gleich. Alle Geschöpfe sind seine Diener, und niemand darf einem anderen dienen. Allah der Erschaffer Allah ist ... 33. Al-Chaliq der Schöpfer, der alles, was wir sehen und was wir nicht sehen durch die einfach Formel sei geschaffen hat. Allah hat die vorzüglichsten Eigenschaften Allah ist ... 60. Al-Fattah der Öffner der Türen zum Wissen und zum Erfolg in dieser und in der nächsten Welt. Kein Gott außer Allah Allah ist ... 93. Al-Waahid der Eine, der niemanden neben sich hat. ![]() Das höchste Ziel des Gläubigen ist, ein guter Diener Gottes zu werden. Er ist also der Schöpfer und Erhalter des gesamten Universums; der einzig Anbetungswürdige, und Er ist der absolute Herrscher, nach dessen Gesetzen sich jedes Geschöpf und jede Gemeinschaft zu richten hat. Niemand ist so wie Er, und Er ist der Allhörende, der Allwissende. |
|
|